Siegessaeule BlogSchwul-lesbischer Blog für Berlin und Deutschland

Sexuelle Vielfalt für Berlin!

Veröffentlich von sis am 9. Juni, 2010

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Gina Tonic mit einem Bericht für Siegessäule TV über die Initiative sexuelle Vielfalt in Berlin.
2 Millionen Euro stehen bereit, um Berlin auf allen Ebenen fit für Diversity in Hinblick auf Lesben, Schwule und Transgender zu machen. Das Video stammt von der Diskussion im Schwuz vom 17. Februar 2010, die Initiative legte im Mai 2010 los …

Titelshooting November 2009

Veröffentlich von sis am 9. Juni, 2010

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Das Video zum Siegessäule Titelshooting im November 2009 …

Was ist los in Schöneberg?

Veröffentlich von sis am 9. Juni, 2010

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Die Siegessäule Umfrage in Schöneberg zum Thema Gewalt und Homophobie in Schöneberg, vom Oktober 2009!

Berlinale 2010

Veröffentlich von berlinale2010 am 25. Februar, 2010

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Mein - eventuell verrücktes – Berlinale Facit: queeres Leben als erfolgreiches Zukunfts- und Überlebensmodell. Warum? Nicht Machos oder Emanzen sondern Fummeltrinen, die es leid waren von der Polizei wegen ihrer Klamotten angemacht zu werden, schlugen damals zurück (Stonewall-Bar 1969 in New York: “N.Y. Memories”, “Making the Boys”, “Beautiful Darling”). Jetzt sind Lesben und Schwule auf dem Weg zur Vorzeigefamilie (“The Kids are allright”), aber auch die ersten Scheidungen drohen (“Nascidas para sufrir”). Neben dem lebensnotwendigen Herz und Schmerz (“I shot my love”) fehlen auch nicht die kleinen Leidenschaften (“The Feast of Stephen”, “Franswa Sharl”).

Das queere Menschen kreativ sind, ist nie bestritten worden: Sie sind Muster und Reservoir für alle Aspekte hedonistischen Lebens. In diesem Sinne wurde die ELSE-Jury vom Jackwerth-Verlag zum abschließenden  Berlinale-Abschiedsabendessen eingeladen. Das “Rosa Caleta” in den Räumen des früheren Geheimtips “Abendmahl” in der Muskauer Straße 9 pflegt die Tradition karibischer Gastlichkeit. Nach dem das “Caribe” in der Motzstraße einer reizlosen Bar gewichen ist, haben Freunde exotischen Essens wieder eine Adresse. Und damit wir, die Juroren, keine Entzugserscheinungen bekommen, stehen wir für 6 Monate auf der Gästeliste der Siegessäule bei MonGay. Danke für alles und bis die Tage.

Michael ELSE-Jury

Wir haben einen Else-Gewinner!

Veröffentlich von berlinale2010 am 21. Februar, 2010

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Nun neigt sie sich tatsächlich dem Ende zu, die 60. Berlinale. Selbst die Eisschichten verlassen langsam den Potsdamer Platz.

Am Freitagabend wurde der Gewinner der Else im Rahmen der Teddy Awards bekanntgegeben. Die Else-Jury hat sich einstimmig (!) für POSTCARD TO DADDY von Michael Stock entschieden. Der Siegerfilm läuft am Montag um 19:30 h im Kino International, im Anschluss wird ein Teddy-Gewinner gezeigt.

Ihr müsst also nicht weinen, weil die Berlinale heute zu Ende geht, sondern könnt morgen gleich wieder ins Kino gehen.

Moritz G.

Geschafft…

Veröffentlich von berlinale2010 am 19. Februar, 2010

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Wir haben es geschafft. Nach 27 verschiedenen Filmen, viel zu wenig Schlaf aber viel zu viel Kaffee ist er gewählt worden, der ELSE Gewinner des Jahres 2010. Wer das ist, wird heute abend bei den Teddy Awards verraten. Nur so viel: der Film wurde einstimmig von der Jury auf Platz 1 gewählt und das will was heißen. Jetzt gönnt sich die Jury ihren wohlverdienten Erholungsschlaf. Übrigens: Gewinnerfilm und Jury sind nächsten Montag, dem 22. Februar beim MONGAY nochmal zu bestaunen. Ab 19:30 Uhr wird dort erstmalig auch der ELSE Gewinner in der Wiederholung gezeigt, gefolgt vom TEDDY Gewinner um 22:00 Uhr. Wer also nicht die Zeit oder Möglichkeit hatte, sich so tief in die Berlinale zu stürzen wie wir, kann am Montag die zwei prämierten Beiträge nochmal sehen und sich eine ordentliche Dosis queeres Kino einhelfen.

Beatrice

Gibt es ein Leben nach der Berlinale?

Veröffentlich von berlinale2010 am 18. Februar, 2010

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Tag 8 der Berlinale. Nur noch drei weitere liegen vor uns. Es ist der Tag, an dem man sich langsam mit dem Gedanken anfreunden muss, dass der filmische Ausnahmezustand in Berlin bald vorbei sein wird. Mittlerweile schaue ich wahllos alle Filme, die sich zeitlich effektiv in meinen Berlinale-Plan pressen lassen, ohne mich ueberhaupt noch vorher zu informieren worum es geht.

Ich bin wie eine Drogenabhaengige, die weiss, dass sie nur noch drei Tage bis zum Cold Turkey hat. Koerperlich bin ich jetzt schon voellig am Ende. Keine Ahnung, wieviel audio-visuellen Input die Synapsen im Hirn so vertragen. Nach etwa 40 Filmen bisher gluehen meine jedenfalls schon gefaehrlich.

Ich ueberlege was eigentlich besser waere: Die Berlinale 365 Tage im Jahr zu veranstalten, dafuer aber Augen- und Rueckenschaeden sowie Migraene bei denjenigen in Kauf zu nehmen, die wie ich suechtig sind? Oder es so zu belassen und alle Berlinale-Fans koerperlich unversehrt nach 11 Tagen wieder in ihr normales Leben zu schicken.

Dann aber wuerde ich gerne eine Selbsthilfegruppe gruenden, die sich die restlichen 354 Berlinale-freien Tage im Jahr durch den Entzug traegt. Wer macht mit?

(Silvi)

Zumindest die Kids sind All Right…

Veröffentlich von berlinale2010 am 17. Februar, 2010

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Stunden Schlaf: 9,0h nachdem die Nacht davor aus circa 1,5h bestand

Kaffeedosis: nicht mehr zählbar

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Wenn man von einem Film zum nächsten rennt, verliert man irgendwann den Überblick. Ich habe kein Ahnung welcher Wochentag heute ist und wie lange die Berlinale jetzt schon läuft. In meiner Welt ist heute der “The Kids Are All Right” Tag. Gerade komme ich aus Lisa Cholodenkos neuem Film, der lange auf sich warten ließ und ich bin sehr froh ihn gesehen zu haben. Ein bisschen komme ich mir vor als wäre ich bei einem historischen Moment dabei gewesen. (Achtung, jetzt wird es richtig schlimm film-nerdig.) Wenn man sich den amerikanischen Mainstream Film so in Hinsicht auf lesbische Rollen betrachtet, fällt auf, dass die ersten paar Jahrzehnte das lesbisch sein auf der Leinwand vor allem durch Abwesenheit glänzt. Erst mit der beginnenden sexuellen Revolution und der politsch-emanzipatorischen Welle, die dieser folgte, kamen wir auf den Schirm. Von da an bis heute hat es sehr lange gedauert den üblichen Klischees zu entkommen und derer gab es so viele: Lesben sehen aus wie Kerle, sind sadistische bösartige Frauen. Lesben sind geisteskrank oder brauchen nur mal einen ordentlichen Penis, der sie zurück in die Realität vögelt. Lesbisch sein bedeutet unglücklich sein. Ein Film endet für sie nie gut. Wenn sie nicht sterben, werden sie bestraft, bleiben einsam oder werden verrückt.

Klar gibt es seit den 80er Jahren auch endlich Bewegungen im Film, die dem entgegenwirkten und Lesben anders darstellten, doch leider ist bisher nicht allzu viel davon im Mainstream angekommen. Geschweige denn, dass ein Film solch eine Frau nicht nur durch ihre sexuelle Neigung charakterisieren würde, sondern als Mensch, der nebenbei auch Lesbe ist. Chodolenkos Film hat genau das getan. Es geht nicht um ein lesbisches Paar mit zwei Kindern, es geht um ein Paar. Und wie schwierig Beziehungen sind, egal welcher Art sie sind. Die Kinder sind aus der Retorte und im Zuge des Erwachsenwerdens wollen sie ihren Vater kennen lernen. Bisher wäre so ein Film wahrscheinlich so ausgegangen, dass eine der beiden lesbischen Frauen erkennt, dass ein Mann das einzig wahre ist und es hätte sich eine heterosexuelle “Normalkonstellation” gebildet. Die andere – die klassich unbelehrbare Lesbe – wäre bestraft worden mit Verlust.

So ist es aber diesmal nicht. Homosexualität ist in diesem Film endlich nicht mehr das “schwache System”, niemand wird wegen seiner Neigungen bestraft, höchstens wegen seiner ihm/ihr angeborenen Idiotie. Homo und Heteros sind bei Cholodenko auf einer Ebene, einer menschlichen, wo alle gleich dumm, gleich verletzlich, gleich bedürftig sind. Dazu kommt noch, dass die Hauptakeure von Anette Bening und Julianne Moore gespielt werden, was nicht nur schön fürs Auge ist, sondern dem Film auch definitives Mainstreamappeal gibt. Es war wirklich eine Freude diesen Film zu sehen (zumal er einer von den zwei (!!) diesjährigen Filmen ist, die mich als lesbische Frau überhaupt repräsentieren. Und auch wenn ich inzwischen wie ein Zombie über die Berlinale stolpere – wenigstens die Kids sind All Right…

Beatrice

Porno-Premiere im Berlinale Palast

Veröffentlich von berlinale2010 am 16. Februar, 2010

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In Berlin kommt es ja manchmal vor, dass man unvermittelt in einen Hundehaufen tritt. Mir ist heute etwas ganz ähnliches passiert. Nichts Böses ahnend gehe ich zur Premiere von Koji Wakamatsus CATERPILLAR und finde mich plötzlich inmitten der Ökumenischen Jury sitzend wieder.

Nicht so schlimm, denke ich, ICH bin ja tolerant. Bis zum Ende des Films war auch alles schick. Dann Abspann, das Publikum applaudiert. Und was macht die Jury-Dame neben mir? Steht auf und buht als einzige den Film aus. Mir war nicht klar warum, bis sie sich zusätzlich noch lautstark mit “Das ist ein Porno unter dem Deckmantel eines Anti-Kriegsfilms!” entrüstete.

Ja, in CATERPILLAR wird Sexualität gezeigt. Aber bestimmt nicht von der Sorte, die man sich Samstag Abend mit der Freundin in den DVD-Player einlegt. CATERPILLAR zeigt in eindringlichen und auch ziemlich verstörenden Bildern viele der grausamen Seiten des Krieges. Auch Sex. Die betreffenden Szenen waren sicher keine leichte Kost. Einige Zuschauer haben das Kino verlassen. Aber Pornografie? Ich möchte von mir behaupten eine gesunde Einstellung zu Sexualität zu haben (jaja, ich weiss, das würden die Kollegen aus der Ökumenischen Jury auch anders sehen…), daher empfand ich bis zu oben genannten Ausbruch der Dame neben mir die Sexszenen ganz pragmatisch als absolut notwendiges Mittel diese Geschichte zu erzählen. Keine Ahnung, wie man diesen Film mit Pornografie in Verbindung bringen kann.

Und falls doch, hat sich die hinter mir sitzende Mitjurorin hiermit geoutet, privat Pornos als Einschlafhilfe zu konsumieren. Sie verbrachte den Film nämlich laut schnarchend im Tiefschlaf.

(Silvi)

“the owls” von cheryl dunye

Veröffentlich von berlinale2010 am 15. Februar, 2010

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ich mochte “the owls” weil der film mich direkt angesprochen hat

weil der film nicht nur spannend ist, sondern auch über sich selbst nachdenkt

weil die doku in diesem film keine doku ist, sondern ein künstlerisches mittel. ein instrument, das zeigt wie untrennbar das reale von dem fiktionalen in der lesbischfeministischen geschichte der letzten jahrzehnten ist, und was sich in dieser zeit verändert hat, und wie die ganzen geschlechtsidentitäten in einen topf zusammengeflossen

ich mochte den film weil er zwei geschichten ezählt: eine story und eine historie, und das auf drei ebenen

weil da kein kitsch und kein grosses geld zu finden sind

dafür aber eine sehr sensible regie

und weil der film der lesbischste film der berlinale 2010 bis jetzt ist, und heute ist schon ungefähr die mitte dieses wahnsinnigen vergnügens

danke, cheryl!

inga / else-jury