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an die innerlich bleichen

Veröffentlicht von Egbert am 21. November, 2008

2 Kommentare

Possums, das ist ja wie ein schlecht gestimmtes, allzu schnell improvisiertes tröten-orchester überall in der stadt! der sagenhafte, nebelhafte november-blues! glaubt mir, ich habe ihn schon länger als ihr (und irgendwie ja auch das ganze jahr…), aber es ist doch sehr fad, wenn man von relativ intelligenten menschen spätestens am totendenktagsonntag oder an diesem noch wirreren buss- und betttag sich dieses rituelle, weinerliche zeug anhören muss. nun ja, ich bin auf die welt gekommen, um euch zu desillusionieren, deshalb: wir gehören (nun leider) nicht zu den leuten, die von sich sagen können, dass ihnen im november wie den fitzgeralds und den rouarts „die bahamas am besten zusagen“. wenn man es mit mir verderben kann, dann mittels ausgedehnter wettergespräche. was soll´s?! dein arschloch ist dein arschloch (da denkst du doch auch nicht – hoffe ich – an drastische kosmetische eingriffe), das wetter ist das wetter, wir haben die natur radikal ruiniert, sie rächt sich naturgemäss, der papst ist halt diese verquaste, erzreaktionäre tuntentucke (die socken, die schühchen! mon dieu!), und die niagarafälle sind die niagarafälle. paris hilton wird sich auch nicht mehr verändern. wenn ich derzeit auf einen wettergesprächler treffe, entfernt sich mein gehirn blitzschnell aus meinem lady-madonna-schädel. wer sich beklagt, kriegt von mir einen fünfwöchigen urlaub im tschad (one-way-ticket) spendiert. warm ist es da ja.

HERBSTGLÜCK! schon mal darüber nachgedacht, warum der herbst die lieblingsjahreszeit vieler dichter ist? der herbst zum beispiel ist puschkin-zeit! nicht die des billigfusels, sondern des grössten russischen schriftstellers. es ist eben alles eine frage der beleuchtung, der perspektive … JETZT ist jedenfalls der zeitpunkt gekommen, um sich (ohne hemmungen) diesen 7 meter langen schal von missoni und (für die damen unter uns) diese scharfen, bis über das knie reichenden stiefel zu kaufen! (stiefelfetischisten wie ich freuen sich doch sehr auf die gerade hoch angesagte stiefelschwemme – und es stimmt schon, jedes (fast) jedes weibliche wesen sieht in stiefeln einfach e … nun ja, doch einen zacken schärfer, verwegener aus, selbst wenn man denkt, die gute kommt direkt aus der kolchose.

es gibt, das ist das gesetz der natur, den winterschlaf. es gibt alkohol, poppers, schokolade, … wird´s denn allzu grau, verschreibt der dr. feelgood deines vertrauens dir gern tavor oder ritalin … und schon gibt es nichts schöneres, als herbstreife nüsse zu knacken und entrückt auf die herbstlichen platanen zu blicken mit ihren gelben und grünen fleckengirlanden.

die ideale lektüre für die november-gestressten ist “LEICHTES LICHT” von meinem über alles geliebten hans pleschenski. der winter wird danach anders! es ist die saukomische, gnadenlose geschichte einer mittelalterlichen sozialarbeiterin aus hamburg, völlig weichgespült, die billigausgabe einer russischen gottesnärrin, die zu eben dieser jahreszeit zur dringend benötigten reparatur eine woche auf die kanaren fliegt … KAUFEN!!!

2 Kommentare zu “an die innerlich bleichen”

  1. sagte Andreas:

    hi egbert,
    schön, dass man auf diesem internet-wege mehr von dir lesen kann und öfter, freut mich sehr – auf viele schöne kolumnen, wa!

  2. sagte fabian:

    Wann wird es denn endlich wieder Sommer?