Siegessaeule BlogSchwul-lesbischer Blog für Berlin und Deutschland

Archiv des Monats November, 2008

i’m a fucking cyborg

Veröffentlich von Céline Robinet am 11. November, 2008

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cher pat,
um seinen mund ist bart. seine lippen schauen still zu. den worten will er sich nicht nähern. noch nicht. hat er gesagt. er ist stärker als ich. hält meinen arm an meinem rücken. den zweiten auch. ich kann mich nicht wehren. zwang. leder. er ist stärker. als. ich. ausgeliefert. war. konnte. ich. nicht. mehr. atmen. seinen bart reibt er an meiner wange. belebt mich wieder. jedes haar, ein wunder. sowie seine stimme. durch testo erzeugt. tu m’excites, bébé. das kleinste haar, die muskeln, die haut, rauh und leicht gehagelt durch hormone. die natur ist verwirrt. kennt den neuen erfinder: spritzen. www unter meinen fingerspitzen. er ist übersinnlich. ein WeltWunderWerk habe ich gesagt. unerforschlich. unmöglichkeit in der härte dieser knochen. wichtig: er ist da. jetzt und nun. hält mich in seinen unerklärten armen. drückt. fester. atmet ruhig damit mein atem seinem folgt. chut, die sonst nur nachts anvertrauten worte. ganz der sanftheit zugewandt. die letzte, klägliche sanftheit. angerührt beobachte ich die in zeitlupe landenden flugzeuge, während er mich mit details überhäuft und die platte sauber macht, wo die forelle darauf war, mit spülmittel aus zitrone, so als hommage. ach und bitte mich mit watte lasieren und erstarren lassen, watte als fühlstoff, mit watte vollgestopfte schläge, voll und brechend wie auf den boden fallende geräusche.

hast du gemerkt, cher pat? schwule spielen bei SM nicht mit dem gender. das weibliche meine ich. top, sub, dom oder bottom ist jeder am männlichsten. normative power. dürfen die doch. bei heteros hingegen ist die frau hyperweiblich. als dies oder das gleicht sie sich dem ach jenem idealbild von weiblichkeit an. keine hinterfragung. die umkehrung ist hier undenkbar. der heterosexuelle bottom, ja, der wird manchmal zum weib. dienerin. hure. putzfrau. alles in allem: unterwürfig. im sinne vom patriarchat natürlich. aber lesben! lesben-frauen-trans, die da, die spielen alles. als sub oder top, anbei butch girl daddy boy stone fem und nicht. nichts festes im gender. und umgekehrt. die position im machtverhältnis hängt nicht von der performten rolle ab. sm-lesbians are fucking cyborgs.
(Pat Califia: Autor)

Eine Orientwallküre schlägt sich durch

Veröffentlich von Serpil Pak am 6. November, 2008

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Die Arbeitslosenzahlen sind auf unter 3 Millionen gesunken. Wundert mich nicht. Der Trend geht zum Mehrberuf. Ich kenne in Berlin viele Leute, die mehrere Jobs machen. Ich natürlich auch. Ist traurig genug, dass Frau mindestens drei Jobs braucht, um sich finanziell durchzuschlagen. Von Beruf bin ich eigentlich ein Psycho – ich meine eine Psychologin, mit staatlich beweisbarem Diplom. Aber ich nenne mich lieber eine Berufstürkin.
Denn seit meinem zwölften Lebensjahr bin ich Sozialarbeiterin und Dolmetscherin. Nein, nicht diplomiert, aber mit mittlerweile 30-jähriger Berufserfahrung. Selbstverständlich ehrenamtlich.
Hallo, ich habe mich zur Hauptschule mit 10 Jahren selbst angemeldet! Ich kann wahrhaft froh sein, dass ich nicht auf der Sonderschule gelandet bin.
Außerdem bin ich ausgebildete Psychotherapeutin und habe mir mein Studium als Bauchtanzlehrerin verdient. Ich bin Theaterpädagogin und Konzeptentwicklerin.
Ich bin Seminarleiterin und mache interkulturelle Trainings und Coaching in einem Aufwasch. Ich bin ein Comedien, eine Schauspielerin und ich rappe unter dem Psydonym „Psycho“, ein Spitzname aus Studienzeiten. In Kreuzberg bin ich außerdem noch als Sexkoryphäe unterwegs. Wie ich untenrumverschleiert in Schleier Haft sitze und was es zum Thema vegetarisches Peitschen zu sagen gibt, findet ihr unter www.serpil-pak.de und demnächst hier in meinem Blog.
Ein herzhaftes Salami Alaykum

Let it be

Veröffentlich von Egbert am 3. November, 2008

1 Kommentar

hey, du da! ja, du! du auf den billigen plätzen! du siehst ja aus wie ich mich fühle! nicht sonderlich auf kurs? wie lange schon? verstehe. die optik verhunzt? hat deine nacktheit keine angenehmen konsequenzen mehr? hörst du „let it be“ und „i will always love you” rückwärts? behandelt man dich wie ein audiovisuelles hilfsmittel? haben glamour und fashion dich vergessen? träumst du von einer 18karätigen aids-schleife von cartier? warst du neulich (williges!) objekt eines gang-bang-charity-fucks mit udo walz und rosenstolz? hast du ein apartment im slum der gefühle angemietet? schon einmal an der menschheit und ihrem restverstand gezweifelt im angesicht von “mandy´s nail-and-hair-beauty-point”? weisst du alles über das leben… ausser wie man es führt?
vergiss den krempel! schatz, we´ll always have paris. entspanne dich: schon früher war die zukunft immer beschissen. sei kühn, sei ein snob. dein mantra soll nun sein: “they say i shock them, but if they knew how they shock me!” (katherine mansfield, eine hervorragende autorin übrigens). und nun mal ehrlich, du bist doch an und für sich auf jeden fall interessanter als ein teebeutel. und das leben ist zu kurz, um ewig in billigen restaurants zu speisen. und bist noch nie als sprechende chanel-handtasche denunziert worden. sagen wir es mal so: es besteht hoffnung. also! dieser blog ist der anwalt billiger, volkstümlicher dinge, mit denen die öffentliche meinung der gebildeten schon fertig zu sein glaubt. ich meine: lieber zutiefst oberflächlich als oberflächlich tief. die tumbe natur kennt nur ein gesetz, das der fortpflanzung, und dieser blog kennt nur eines: das tiefe menschliche bedürfnis, zu kommunizieren.
in diesem sinne, hasta la vista, baby, humor, herz und bescheidenheit, possums!