Pink – was will uns das wohl sagen?
Veröffentlicht von berlinale am 11. Februar, 2009
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Pink (Hannah Herzsprung bekannt aus den tollen “4 Minuten”) ist wilde Poplyrikerin voller Haß-Liebesgedichte und schließt spätestens mit ihren Werken jedes Herz auf. Am Anfang des Filmes hat sie drei Lover, doch eine Stimme in der Kirche erklärt ihr, sie dürfe so nicht weiter machen, sie müsse sich entscheiden. Aber da Pink schlecht ist, sich in Herzensangelegenheiten zu entscheiden, macht sie drei Listen, wertet sie aus und verhält sich danach. Der erste – Carlo – ist schnell abgefrühstückt und bevor die Scheidung durch ist, hat er sich erhängt. Der zweite – Georg – kann nicht treu sein, hängt ihr eine Geschlechtskrankheit an und wird mit vorgehaltener Pistole aus der Wohnung getrieben. Dann versucht sie es mal zwischendurch mit einer Frau: Ausgerechnet ihre Liebeskummertherapeutin verfällt ihr noch vor der zweiten Sitzung rettungslos. Doch nach der ersten Nacht erkennt Pink, dass das auch die letzte war. Denn so wohl sie sich fühlt – bei Männern fühlt sie sich noch aufgehobener.
Also hakt sie auch noch Nummer drei auf ihrer Liste ab – der mit der miesesten Punktzahl - und bei ihm bleibt sie dann hängen. Balthazar lebt auf dem Land und seine Uncoolness wird breit ausgeführt, indem er ständig und erschreckend falsch vor sich hinträllert. Doch egal, Pink heiratet auch ihn, zieht zu ihm, ergeht sich in Gartenarbeit, schwimmt im neu angelegten Teich, wird schwanger und schreibt ab da nur noch vertonte Liebesweisen. Alles gut, Happy End, oder? Ist doch eine Liebesgeschichte? Oder auch nicht, denn Regisseur Rudolf Thome definiert einen Liebesfilm so (Video):
Was in etwa ebenso tiefgründig ist, wie der Titel des Filmes (Video) herzuleiten ist.
„Was macht diese Frau eigentlich sympathisch – oder gar zu einer agierenden Hauptfigur?“, war hinter „Was will uns dieser Film eigentlich sagen?“ die zweit häufigst gestellte Frage im Publikum. Und zu Recht. Hannah Herzsprung ist schön anzuschauen wie immer (war aber nicht anwesend, da sie für die ebenso brilliante, wenn auch wesentlich tätowiertere Diablo Cody für die First Feature Award-Jury eingesprungen ist). Aber auch sie tingelt durch die 82 Minuten als wüsste auch sie nicht so recht, was sie hier soll.
Wundert niemand so richtig. Vielleicht hätte diese Geschichte als schnell verlegte Popliteratur getaugt. Die hätte man dann eine Zugfahrt nach Hamburg lang gelesen und sie anschließend im Zug liegen gelassen. Für den Nächsten, der Zeit totzuschlagen gehabt hätte. Mehr allerdings ist da nicht drin. Und auf der Berlinale waren das 82 vertane Minuten!
Simone
Tags: Berlinale 09, Hannah Herzsprung, Pink, Rudolf Thome








