Siegessaeule BlogSchwul-lesbischer Blog für Berlin und Deutschland

Archiv des Monats März, 2009

Forever young

Veröffentlich von Céline Robinet am 31. März, 2009

1 Kommentar

Cher Gott,
wenn ich gross bin, möchte ich keine Barbie Puppe werden.
Neulich habe ich einen kleinen Artikel über die Dame geschrieben und da habe ich bei Mattel nachgefragt, ob es irgendwann mal auch eine lesbische Barbie geben könnte*. Die Pressesprecherin hat die Frage nicht verstanden. “Was soll das heissen?” “Wo kommt diese Frage her?” “Barbie ist und bleibt ein Spielzeug für Kinder, ihre Sexualität hat hier gar nichts zu suchen.” – Erstens: interessant, dass eine homosexuelle Puppe auf ihre Sexualität reduziert wird. Zweitens, ach so, ich dachte, dass Barbie und Ken mal zusammen waren. “Nein, Ken ist nur ein Freund! Ausserdem ist Barbie jetzt wieder single”. – Hm. “Und wie sollte überhaupt so eine Puppe aussehen? Z.B. Barbie hat eine behinderte Freundin im Rohlstuhl, ja, da ist dann klar, wie man sie darstellt, oder es gibt auch schwarze Barbies, aber wie soll man klar machen, dass eine Barbie lesbisch ist?” Na z.B., cher Dieu: 1961 wurden Fernsehspots ausgestrahlt, in denen berichtet wurde, wie Barbie und Ken sich kennenlernten. 2004 – nach 43 Jahren Beziehung – gab Mattel bekannt, dass die beiden Puppen sich offiziell getrennt hatten. Am Valentinstag. Also jetzt könnte die Firma bekannt geben, dass Barbie sich in eine ihrer zahlreichen Freundinnen verliebt hat?
Ah, ich glaube, ich habe’s! Vielleicht hätte Mattel Angst davor, dass alle Mädchen dann lesbisch werden? Erstens: wieso würden alle Mädchen lesbisch werden, nur indem sie mit einer lesbischen Puppe spielen? (Sind etwa alle Mädchen, die mit hetero Puppen gespielt haben, auch alle hetero geworden?) Und zweitens: selbst wenn sie es würden: was wäre schlimm daran? (Drittens: nicht nur Mädchen spielen mit Barbie Puppen.)
* oder eine schwule Barbie. Oder eine transgender Barbie. Oder so. Aber das habe ich nicht gefragt.

Im Stich gelassene Egoisten

Veröffentlich von nachtschicht am 29. März, 2009

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Große Erwartungen sind oft gleichbedeutend mit schnellen Enttäuschungen. Zumindest ging es mir so, als ich letzten Freitag die im Februar gestartete Partyreihe „Sell Fish“ in der Loreley aufsuchte. Von wegen fetter Indietronic-Party, die ich mir aus irgendwelchen Gründen erhoffte (die Veranstalter sind eng verbandelt mit der „Berlin Hilton“-Crew). Doch statt einer neuen potenziellen Stammparty traf ich auf einen Leichentanz.
Zugegeben, ich war erst halb Drei da, aber selbst für diese etwas späte Stunde ist es ungewöhnlich, dass eine Schlange vor der Garderobe steht, nicht um Sachen abzugeben, sondern schon wieder abzuholen. Und so murmelte jemand neben mir: „Na ja, wirklich leer ist es nicht. Aber die Stimmung. Die Stimmung“, und verschwand. Als ich dann in den Hauptraum trat, verstand ich sofort. Zirka sieben oder acht Jungs bewegten sich unmotiviert im gelb-roten Scheinwerferlicht. Der DJ, Sebastian Plössner, legte keineswegs schlechte Musik auf, an sich schöner Sonntags-Sonne-auf-geh-Elektro. Nur war mein Eindruck: Für diesen Vocal-freien Sound war das Publikum zu jung und in zu enge Hosen gepresst. Bald darauf gingen die Lichter aus.
Tanzfläche

vive la révolution

Veröffentlich von nachtschicht am 29. März, 2009

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Häufig und immer sehr gerne gehe ich im Hafen vor Anker. Als dort jetzt zur März-Revolution geladen wurde kam ich diesem Schlachtruf natürlich sofort nach. Es steckt eben ein alter Revoluzzer in mir. Allem Anschein nach aber nicht nur in mir! Ich sah so viele alte und auch neue Gesichter, dass es mir fast so schien, als würde der Schöneberger Kiez tatsächlich aufrüsten um bald, in naher Zukunft, die Barrikaden zu errichten. Untermalt von klasse Musik, die fernab jeglichen Mainstreams war, amüsierten sich alle der Anwesenden extrem gut und ließen keine Zweifel daran aufkommen: Schöneberg lebt und bebt. Von wegen der neue Homo-Kiez ist nun Friedrichshain – pah!

Allen Unkenrufen zum Trotz, wird mein Kiez mit Nichten den leider häufig beschworenen Verfall erleiden. Niemals. Meine Genossen der vielfältigen Art werden es beweisen. Vielleicht nicht jetzt, aber ziemlich bald. Hier lacht, liebt, tanzt und trinkt man bis zum bitteren Ende. Und wenn das Feuer einst erlischt; sich der Rauch verzogen hat, erkennt das auch der Rest der Stadt! Kommet her und sehet selbst…

mivo

Are you active or passive? No!

Veröffentlich von Céline Robinet am 26. März, 2009

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Chers alle,

manchmal ist es unklar, wer der aktive und wer der passive Part einer Sache ist, oder? Z.B. wenn ich meiner Affäre befehle, mich zu fesseln und mich dann durchzuficken, bin ich da passiv?

Und bei dem « Blasen (passiv) » in den Kleinanzeigen, grundsätzliche Frage an die schwulen Kollegen da draussen: was ist da gemeint?

Oder hängt das in dem Fall vom Kontext ab? Derjenige, der den Schwanz im Mund hat, dabei die Eichel lutscht (oder was auch immer man mit der Eichel tut) und dazu noch seine Hände einsetzt, reichlich Speichel spendet und Kiefermuskulatur trainiert, ist dann aktiv – aber wenn derselbe vor jemandem kniet, der seinen Kopf mit beiden händen festhält und ihn tief in den Mund vögelt, ist er dann passiv…
Ist das so?
Und wie ist es beim Kondom? Ist der, der den Gummi aufsetzt und abrollt, aktiv, egal ob der damit versehene Schwanz sie/ihn hinterher penetriert (obwohl der Penetrierte sonst eher als passiv gilt)?
Und jetzt eine Frage an Benedikt XVI, der letzte Woche zu Beginn seiner Afrika-Reise die Meinung vertrat, die Aids-Epidemie in Afrika könne nicht mit der Verteilung von Kondomen gelöst werden, dies vertiefe die Probleme nur:
Wer ist da bei der Ausbreitung der Epidemie passiv, und wer aktiv?

(Benedikt XVI: Papst)

237 Gründe, Sex zu haben

Veröffentlich von Céline Robinet am 24. März, 2009

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Chers Cindy Meston et David Buss,

letztens bin ich auf einen kleinen Artikel über Eure Studie gestoßen: Ihr habt ca. 2.000 Menschen befragt und daraus eine Rangliste der häufigsten Gründe zusammengestellt, warum Menschen miteinander ins Bett gehen. So so, die Palette reicht von Lust und enger Verbundenheit über Mitleid bis hin zu Manipulation. Also, dass es eine ganze Menge Begründungen für Sex gibt, wussten wir ja. Aber genau 237? Hätte ich nicht gedacht.

ICH FÜHLTE MICH ZU DER PERSON HINGEZOGEN.

Das kommt auf Rang eins bei Männern und Frauen gleichermaßen.

Das ist ein gutes Zeichen.

Zu den 50 häufigsten Gründen gehören dann:

ES FÜHLT SICH GUT AN (Männer/Frauen/je Rang 2)
ICH WOLLTE MEINE LIEBE ZEIGEN (Frauen/Rang 5)
ICH WAR SCHARF (Männer/Frauen, je Rang 7)
DIE GELEGENHEIT ERGAB SICH (Männer/29)
ICH WOLLTE NEUE TECHNIKEN UND POSITIONEN PROBIEREN (Männer/32)
MEINE HORMONE WAREN AUSSER KONTROLLE (Männer/33)
ICH WOLLTE EINEN GEBURTSTAG ODER BESONDEREN ANLASS FEIERN (Männer/41)
ICH WOLLTE MEINE SEXUELLEN FERTIGKEITEN VERBESSERN (Frauen/45)
ICH WAR BETRUNKEN (Frauen/49)
DIE PERSON WAR INTELLIGENT (Männer/48)

Weitere Gründe:
UM DANKESCHÖN ZU SAGEN
ICH WOLLTE JEMANDEN MIT EINER KRANKHEIT WIE HERPES ANSTECKEN
DIE PERSON BOT MIR DAFÜR DROGEN AN
ES WAR EIN AUFNAHMERITUS FÜR EINEN CLUB ODER EINE ORGANISATION
ICH WOLLTE MEINE KOPFSCHMERZEN LOSWERDEN
ICH WOLLTE MEINE PARTNERSCHAFT BEENDEN
ICH WOLLTE MICH AN EINEM BETRÜGERISCHEN PARTNER RÄCHEN
ES WAR DER EINZIGE WEG, DAMIT MEIN PARTNER ZEIT MIT MIR VERBRINGT

Ok, das sind 19 Gründe. Da fehlen noch 218. Also:

UM KALORIEN ZU VERBRENNEN?
UM BESSER EINZUSCHLAFEN?
UM EIN KIND ZU MACHEN?
UM SICH ZU WÄRMEN?
UM AUF HÖHERER STUFE ZU KOMMUNIZIEREN?
WEIL ES EINEM/R LANGWEILIG IST?

Habt Ihr noch Ideen, liebe LeserInnen?

(Cindy Meston und David Buss: Forscher im Institut für Psychologie der Universität Texas, Austin)

Neue Verbindung

Veröffentlich von nachtschicht am 23. März, 2009

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Das Connection feierte ja am Samstag seinen 20. Geburtstag. In Anbetracht dieser Tatsache – und zugegeben auch wegen des aus diesem Anlass ausgeschenkten Freibiers – feierte ich mit. Der erneute Umbau macht sich tatsächlich bemerkbar und auch die neue angepriesene Lichtanlage besteht nicht nur aus einem weiteren Stroboskop. Wie nach einem größeren Umbau allerdings häufig, musste ich mich erst einmal wieder neu orientieren und um- bzw. eingewöhnen. Das Bier half mir dabei naturgemäß nicht wirklich. Letztlich aber gelang es mir doch, den einen oder anderen Bereich zu erkunden und mich sogar auf der jetzt viel größeren Tanzfläche heimisch zu fühlen. Es erging mir also wie den meisten Anwesenden an diesem Abend. Rundum eine gelungene Geburtstagssause und definitiv eine Verbesserung der Lokalität. Auch wenn sich sicher so mancher der männlichen Stammgäste fragen wird, warum der obere Cruisingbereich derart verstümmelt wurde. Da das Konzept aber nun auch fast ausschliesslich „mixed – boys and girls“ heißt, dürften viele der ehemals überwiegend dreibeinigen Besucher wahrscheinlich bald, oder besser gesagt weiterhin und vermehrt, andere Sexclubs aufsuchen. Ich bin wirklich auf die weitere Entwicklung gespannt. Es wäre doch sehr schade, wenn dieses Urgestein des schwulen Nachtlebens, ja diese fast schon institutionelle Einrichtung, der Krise anheim fällt! Sozusagen: Arm und nicht mal mehr sexy…

mivo

Verschreckt von Verzauberten

Veröffentlich von nachtschicht am 20. März, 2009

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Alle waren sie da. Fast jeder Sessel war belegt im Kinosaal bei der Eröffnung des „Verzaubert“ Filmfestivals in der Kulturbrauerei. Ein Zuspruch, der die Veranstalter hoffentlich ermutigt weiterzumachen, denn dieses Jahr sind ihnen alle Sponsoren abgesprungen und sie sind ganz schön am knapsen. Also Kinder, guckt euch die Filme an! Das Programm ist großartig und Nina Queer nahm in der Eröffnungsrede den Mund nicht zu voll, als sie „hysterische“ Filme anpries. Zumindest der norwegische Eröffnungsfilm war ein Knaller, wie man überall bei der anschließenden Party im nbi vernehmen konnte.
Dort, bei „Berlin Hilton“, spielten sich übrigens schöne Szenen ab. Das Publikum bei der Eröffnung darf man getrost einem gesetzten Alter zuordnen, während die Party sonst eher Frischlinge anzieht. Und als diese schließlich anfingen ihre Lieblingsparty zu frequentieren, konnte man das Erstaunen, vielleicht sogar teils das Entsetzen auf ihren Gesichtern ablesen, plötzlich von lauter – aus ihrer Sicht – alten Knackern umgeben zu sein. Tja, Kinder, hübscher werdet ihr auch nicht mehr! Da hilft auch kein stürmisches Verlassen der Party.
Tanzfläche

„Liebe verdient Respekt“–Start der Kampagne in Berlin

Veröffentlich von Miguel am 19. März, 2009

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Humana oder Mailand?

Veröffentlich von Serpil Pak am 17. März, 2009

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Bleiben wir doch mal bei den modischen Themen. Einige von euch waren wohl etwas enttäuscht, dass ich bei Humana einkaufe. Warum denn. Ich bin modern und verantwortungsbewusst, schon immer gewesen und finde angesichts von Klimawandel und Finanzkatastrophe sollten wir uns der Wiederverwertung von modischen Accessoires nicht verschließen. Ich habe die geilsten Partyoutfits Second Hand geschoppt. Ich habe mal niegelnagelneue, goldene Moschinostiefel dort sehr günstig ergattert. Auf der ersten Party auf der ich sie anhatte fragte mich eine Transe: “Oaachh das sind ja geile Stiefel wo hast du die her?“
„Sind geil ne, die habe ich second hand für nur 15,- Euro bekommen. Guck Original Prolo Moschino!“
„Waaas saag mir nicht, diese Stiefel sind Second Hand.“
Es hatte keinen Sinn zu leugnen, sie drohte mir mit ihrem Handtäschen in Form eines überdimensionierten Metallphallus. Ich hatte keine Chance:
„Ok, die habe letzte Woche in Mailand für 499,- Euro gekauft, Flug nicht inbegriffen“
Da entspannte sich die Situation und die Welt war wieder in Ordnung und wir waren beste Freundinnen. Ich würde sie ihr auch gerne ausleihen aber leider haben wir nicht die gleiche Schuhgröße. Tja Nuttiges Schicksal.
Falls ihr mein neues Outfit von Bin Lagerfeld sehen wollt, dann kommt in den Quatsch Comedy Club. Vom 19.-22. März bin ich dort im Club Mix Schleierinhaftiert.

50 Jahre Rock’n'Roll

Veröffentlich von nachtschicht am 16. März, 2009

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Ein collosaler 50. Geburtstag war das!!! Die Berliner Musikerin, Barbara Colloseus, wollte ihren runden Geburtstag mit einer krachenden Party im SO36 feiern. Und die Gitarristin bewies dabei Kondition: Von den sieben Auftritten, spielte das Geburtstagskind gleich bei drei Bands mit. Mein persönliches Highlight der Auftritt mit der Squeeze Box Band, die wie immer die Halle rockte.  Warum feiern wir nicht alle unsere runden Geburtstage in der Location, in der wir am meisten getanzt, geflirtet und nicht selten den Morgengrauen erlebt haben? Vielleicht ein gutes Rezept gegen Geburtstagsfrust. tuc