Große Erwartungen sind oft gleichbedeutend mit schnellen Enttäuschungen. Zumindest ging es mir so, als ich letzten Freitag die im Februar gestartete Partyreihe „Sell Fish“ in der Loreley aufsuchte. Von wegen fetter Indietronic-Party, die ich mir aus irgendwelchen Gründen erhoffte (die Veranstalter sind eng verbandelt mit der „Berlin Hilton“-Crew). Doch statt einer neuen potenziellen Stammparty traf ich auf einen Leichentanz.
Zugegeben, ich war erst halb Drei da, aber selbst für diese etwas späte Stunde ist es ungewöhnlich, dass eine Schlange vor der Garderobe steht, nicht um Sachen abzugeben, sondern schon wieder abzuholen. Und so murmelte jemand neben mir: „Na ja, wirklich leer ist es nicht. Aber die Stimmung. Die Stimmung“, und verschwand. Als ich dann in den Hauptraum trat, verstand ich sofort. Zirka sieben oder acht Jungs bewegten sich unmotiviert im gelb-roten Scheinwerferlicht. Der DJ, Sebastian Plössner, legte keineswegs schlechte Musik auf, an sich schöner Sonntags-Sonne-auf-geh-Elektro. Nur war mein Eindruck: Für diesen Vocal-freien Sound war das Publikum zu jung und in zu enge Hosen gepresst. Bald darauf gingen die Lichter aus.
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