Chère Wendy,
gestern wollte ich GGoG, Gleitgel ohne Glyzerin, kaufen. So eine riesige Tube, auf die man einfach drücken kann, ohne sich anzustrengen und (wie die FranzösInnen so schön sagen) ohne “Kompass im Auge” zu haben, denn man möchte ja nicht jede Woche eine neue Tube kaufen müssen, also überlegt man es sich bei Mieze kleinen Tuben zweimal, bevor man eine grosse Menge auf einmal verbraucht. Gleitcreme auf Wasserbasis ohne Glycerin, die freundlichste für das extrem labile Gleichgewicht der Vaginalflora, hast du mir einmal gesagt. Ja, bitte niemals fetthaltige Mittel da drin benutzen, keine Margarine, Butter, Vaseline, Babyöl, Körperlotion, Massageöle oder anderweitige Cremes…! Fett löst sich schwer aus der Scheide und schafft Bakterienkolonien, die Pilzinfektionen verursachen können, und zerstört ausserdem Latex-Kondome (da heutzutage Präservative nicht mehr aus Schafdarm, Fischblase, Leder- oder Leinensäckchen sind) und auch den Latex von Handschuhen.
Bon, bei allen Tuben – meistens Produkte mit dem schönen Bio-Siegel – die im Sexshop herum standen oder lagen, war nur ein einziger GGoG. Der K-Y Gleitgel von Johnson und Johnson. 7,40 Euro für eine 82 g Tube. Wie in allen Lebensdingen ist auch bei Gleitcreme das richtige Maß wichtig: wahrscheinlich wäre 80 g zu wenig und 85 g zu viel gewesen.
Voilà, jetzt habe ich sie, meine Befeuchtungscreme für wilde Sexabenteuer. Auf der Packung steht, dass der K-Y-Gleitgel besonders für Elektrotherapie sowie Zystoskopie und digitale Untersuchungen geeignet ist. Wie sexy.
(Wendy Delorme, Autorin und Performerin)








