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Rhetorische Figur

Veröffentlicht von Céline Robinet am 8. April, 2009

2 Kommentare

Chère Antje,

wie schön, dass du dir mal vorgenommen hattest, einige Geschichten des amerikanischen Autors Pat Califia ins Deutsche zu übersetzen. Du und deine co-Übersetzerin Manuela Lachmann hattet bestimmt viel Spass dabei! Jetzt stehen den deutsch und kein englisch sprechenden oder lieber auf deusch lesenden LeserInnen fünf Erzählungen (gesammelt im Buch Frauen und andere Raubtiere) zur Verfügung.

Dildos als Gummi-Hot-Dogs, Finger, die schneller aus dem Blick verschwinden als die einer Vanilla-Lesbe aus der ängstlichen Rosette ihrer Freundin, in der sie gerade auf ein bisschen Scheisse gestossen ist, Möse, die sich gegen die Jeansnaht presst, so wie eine Katze sich ans Bein schmiegt, wenn sie einem klarmachen will, dass es Zeit furs Frühstück ist. Neben seiner Fähigkeit, Erotik literarisch zu verarbeiten, schätze ich an Pat Califia seine Metaphern. Nun weiss ich auch, warum Muschis Muschis heissen.

Nur eine Sache verstehe ich nicht: wieso wird der als transgender Mann lebende Patrick Califia immer wieder als “sie” dargestellt?

(Antje Wagner: Autorin und Übersetzerin)

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2 Kommentare zu “Rhetorische Figur”

  1. sagte antje wagner:

    Chère Celine,

    danke für deine schönen Worte! Wir hatten tatsächlich neben der Arbeit auch viel Spaß beim Übersetzen, vor allem wegen der sprachlichen Unterschiedlichkeit der einzelnen Texte: mal romantisch schwelgerisch, fast kitschig, mal frechschnäuzig, mal märchenhaft … und immer sehr, sehr sexy … :-)
    Es war eine echte Herausforderung, die Leichtfüßigkeit und den Witz des englischen Originals ins Deutsche zu bekommen.

    Ja, du hast natürlich recht, Patrick lebt heute als Transgender-Mann in Kalifornien. Die Texte aber, die wir übersetzt haben, sind teilweise 20 Jahre alt und wurden von Pat geschrieben, nicht von Patrick. Deshalb haben wir uns für das ’sie’ entschieden, aber im selben Atemzug auch für ‘den Autor’. Nur – wahrscheinlich ist das eher verwirrend als erhellend. Schwierige Frage. Aber interessant.

    Beste Grüße,

    Antje Wagner!

  2. sagte Céline Robinet:

    Chère Antja,
    danke für Deine Post! Na, die Herausforderung habt Ihr hervorragend gemeistert :-)
    Das mit “Autor” und “sie”: das ist tatsächlich ein bisschen verwirrend. Wahrscheinlich hat das Französische auch zu meiner “Irritation” geführt, denn es gibt in meiner lieben Sprache leider kein Wort für Autorin (oder Schriftstellerin) – die vor kurzem entstandenen “Auteure” und “Ecrivaine” sind nicht sehr beliebt und werden von vielen Autorinnen selbst nicht benutzt. Das ist also gang und gäbe eine “sie” in Verbindung zu “dem Autor” oder “dem Schriftsteller” zu finden. Wenn das nicht queer ist ;-)
    Beste Grüße,
    Céline Robinet