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Fata Morgana am frühen Morgen? (Teil 1)

Veröffentlicht von Céline Robinet am 12. Mai, 2009

1 Kommentar

Chère Ulla Schmidt,

letzten Freitag hatte ich einen Termin beim Arzt. Wie mein Freund Gauner, einfallsreicher Slam-Poet, in dem Text “Meine sehr verkehrten Darminternen”, einem Gerede an die Bundestagsabgeordneten, mal geschrieben hat: “Auch in der Frage der Gesundheitspolitik haben wir ein Problem, ich darf da einmal kapitulieren: Durch die Einführung der Praxisgebühr werden doch nicht nur Ärzte und Psychoterrorpeuten stärker belästigt, sondern vor allem die Arzthelfer und Arzthelfershelfer und deren Hilfsmitarbeiter. Die müssen für ihre Arbeit auch mal einen anständigen Hohn bekommen! Wenn wir an diesem Punkt nicht bald mal die Kurve kratzen, dann ist es zu spät. Und deshalb gibt es von mir auch ein deutliches und entschlossenes Jein zu dieser Politik des sozialen Karlmarx.”

Ich habe noch keinen Hausarzt und Dr. S. ist mir empfohlen worden. Une chance! Denn in der Praxisgemeinschaft in der Turmstr. ist etwas Seltsames passiert: Die Krise war nicht mehr zu spüren, es herrschte gute Laune und ich kam mir vor wie unter “Promorgana”, dem Heilmittel gegen Schwarzseherei, den Dani Levy in seinem Kurzfilm “Joshua” als Beitrag für Deutschland 09 einnimmt und dem er zu verdanken hat, dass er plötzlich überall Fröhlichkeit und freundliche und höfliche und helfende Menschen um sich herum sieht.

Das fing schon mit der Arzthelferin an: Biggi F., eine schöne Butch, die offensichtlich Spass und ihre Arbeit, ihre Kollegin und die PatientInnen gern hatte – und für jede*n ein nettes Wort. Ich fühlte mich so wohl, dass ich mir erlaubt habe, die Fragen auf dem Fragebogen, den man als neue Patientin ausfüllen soll, nach meiner Fasson zu beantworten. So kreuzte ich z.B. bei “Erkrankungen, die bei mir früher festgestellt oder behandelt wurden” unter “Abhängigkeit” JA an und schrieb: “LIEBE”. Bei “Herz” das gleiche. Und auch bei “Psyche”.

Oder vielleicht lag es daran, dass es 11 Uhr vormittags war und ich seit dem Vorabend nichts gegessen hatte, weil ich für eine Blutabnahme da war und mit leerem Magen kommen sollte?

(Ulla Schmidt: Bundesministerin für Gesundheit)

(Fortsetzung fogt)

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Ein Kommentar zu “Fata Morgana am frühen Morgen? (Teil 1)”

  1. sagte kopfundherz blog:

    lieber siegessäule-blog,

    schön, dass kopfundherz bei euch in der blogrolle ist, leider funktioniert der link nicht-ihr habt zweimal http// – danke für’s ändern! merci!
    auf gute blogfreundschaft!

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