Tags: homophobie, lesbisch, schwul
Kommentar von Gudrun Fertig
zum Artikel “Erfolgreicher Protest vor dem Eiscafe Dolce Freddo”
Der Besitzer der Eisdiele Dolce Freddo in Schöneberg spricht im Grunde nur aus, was immer noch zu viele denken: Jeder könne machen, was er will, aber in der Öffentlichkeit sollten sich Schwule und Lesben zurückhalten. Sichtbare Küsse bringen die mit Scheintoleranz übertünchte Homophobie sofort wieder zum Vorschein. Und entlarven eine verklemmte Sexualmoral.
Nun mag der Inhaber der Eisdiele Dolce Freddo im Allgemeinen dazu zu neigen, seine Ordnungsvorstellungen agressiv durchzusetzen. Das legt zumindest ein Artikel der taz vor einiger Zeit nahe, in dem darauf verwiesen wird, dass hier Kinder barsch zurecht gewiesen werden, oder japanische Touristen, die es wagen, sich auf die für Eisessende reservierten Tische zu setzen und eine Pizza aus dem Nachbarladen zu verzehren.
Küssende oder anders sichtbare Schwule und Lesben verstoßen in diesem Zusammenhang gegen die hier herrschende Vorstellung von Ordnung. Gegen dieses Denken hilft nur tägliche Zivilcourage, sich einzumischen, und sich nicht zu verstecken. Auch wenn es ermüdend ist und nervt. Dabei ergeben sich spannende Diskussionen. So meinte ein Angestellter der Eisdiele, dass er natürlich gegen Ausgrenzung sei. Er werde am Wochenende nie in die Disco gelassen. Doch „deshalb veranstalte er auch keine Kundgebung.” Schade eigentlich. Nicht hilfreich ist die Forderung, die betreffende Eisdiele solle doch in einen anderen Kiez ziehen, Schöneberg hätte schließlich schon immer den Schwulen gehört! Dass sich viele hier in ihrem Kiez sicher fühlen, sichtbar sind und empört auf Homophobie reagieren, ist gut. Doch das sollte für jeden Ort in- und außerhalb Berlins gelten.
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Ja das denke ich auch. Homophobie ist eben vor allem in ganz “normalen” Alltagleben sichtbar. Und es ist egal ob in Friedenau oder in Schöneberg. Gut finde ich, dass es in Berlin dann solche Aktionen gibt, die deutlich darauf hinweisen, dass wir dies in Berlin und auch in Deutschland nicht wünschen. Heißt nicht, der Typ soll wieder nach Italien gehen. Es soll ihm aber deutlich gemacht werden, dass sein intolerantes Handeln nicht geduldet wird. Fragt sich nur, ob es eine ähnliche Aktion auch in beispielsweise Friedenau oder so geben würde, falls sich ein Gastronom dort ahnlich verhält. Ich glaube leider eher nicht und das ist schade.
Lustiger Protest, aber ich glaube nicht, dass diese Aktion die Richtigen getroffen hat. Ganz klar, alle sollen von mir aus überall knutschen dürfen, und die Schimpferei des Wirtes war vermutlich überzogen. Aber wird ein Wirt gleich zum Volksfeind, wenn ihn offensive Zärtlichkeit vor seinem Laden stört? Gibt es ein Recht sich hierzu zu äußern? Ich fand die Demo überzogen.
Es ging bei der Handvoll von Auseinandersetzungen doch wohl nicht ums Schwulsein, sondern um die offensive Knutscherei. Diese Eisdiele trägt zum Flair dieses Kiezes bei. Dolce&Freddo verkauft hervorragendes Eis an alle, die kommen – am Nolli besteht das Publikum eben aus vielen Homosexuellen. Wieviel Schwule und Lesben haben sie seit 25 Jahren bedient? Vielleicht eine Million? Homophobie seht doch anders aus. Großer Blödsinn ist es daher der Vorwurf an die Besitzer “systematisch Schwule und Lesben aus der Eisdiele zu werfen, wenn sie dort sichtbar werden”. Wer das schreibt sollte mal am Samstag zur Maassenstraße kommen.
Wenn sich die homosexuelle Bewegung mal mit gleichem Elan gegen Prügeleien in Russland oder Hinrichtungen im Iran oder die alltäglichen Schwulenschimpferei auf Berliner Schulhöfen richten würde, und nicht einfach nur dort, wo man sich stark fühlt.
H
Ich fand die Aktion vollkommen überzogen.
Wo sind denn die Massen von Schwulen und Lesben bei wesentlich heftigeren Vorfällen mit Körperverletzung in anderen Stadtteilen? Da kommen bei ähnlichen Aufrufen 20 bis 100 Mutige zusammen.
Es ist ja auch sehr viel leichter, sich als Mob vor die Eisdiele eines einzelnen alten Mannes zu stellen.
Ein homosexuelles Paar ist in der Nacht zu Sonntag (10. Mai) am Nollendorfplatz in Berlin-Schöneberg beleidigt und anschließend bei einer Rangelei mit “vier jungen Männern” verletzt worden. Die beiden 25 und 36 Jahre alten Männer wollten in einer Bankfiliale am Nollendorfplatz Geld abheben, als sie zunächst von zwei 18-Jährigen beleidigt wurden, wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte. Die Täter schlugen auf den 25-Jährigen ein. Als sein Freund ihm helfen wollte, wurde er von den beiden anderen Männern angegriffen.
Interessant ist, dass in den Meldungen darüber nicht mal mehr angedeutet wird (wie “Südländer” etc.), woher diese brutalenSchläger kommen. Wären es “Rechte”, wäre sicher ausführlich darauf hingewiesen worden.
Wie lange wollen wir noch zulassen, das (vor allem) islamische Zuwanderer uns ihre mittelalterlche Religiosität und/oder ihr angezogenes Machismogehabe in Verbindung mit Hass auf alles Andersartige mit immer mehr Gewalt aufzwingen wollen? Muss es erst Tote geben, bevor wir handeln?
Ich befürchte, dass Berlins Homosexuelle mehrheitlich trotzdem weiter “Grün” oder “Links” wählen werden. Deren verheerende Zuwanderungspolitik ist aber mit verantwortlich für die immer unerträglicher werdenden Zustaände nicht nur in Belrin! MACHT DRUCK AUF EURE ABGEORDNETE!
Frage an Frank: Wenn sollen wir denn wählen? Die CDU etwa? Und sind es wirklich immer nur die Islamisten, die gegen Schwule sind? Die Eisdeelenaktion (Italiener) zeigt doch deutlich, dass es ein europäische und auch deutsches Problem ist.
Und an Henning und Krischy: man sollte eben nicht warten, bis Leute verprügelt werden, sondern sich eben schon früher melden, vielleicht versteht, dann der ein oder andere mal was. Darum fand ich die Aktion überhaupt nicht überzogen.
Was wichtig ist: Es wurde gemeinsam ein EZichen gesetzt! Das öffentliche Interesse wure geweckt und die Medien haben entsprechend reagiert. Im Kampf gegen Homophobie sind eben auch solche Veranstaltung wichtig, denn sie erreichen die Menschen. Darüber spricht jder! Schon allein, weil alles so spontan war und im Web 2.0 weit verbreitet war.
Aktionen, die lange im Vorfeld geplant sind gehen dagegen meist unter….
interessanter weise berichtet jetzt die siegessäule darüber…nur als die beiden betroffenen damen das problem hatten und es der sg erzählten beachtete man die beiden frauen gar nicht. jetzt wo es gross in der presse stand, da wird……..
egal…zu dem eisverkäufer noch folgendes….es ist nicht nur homophob. eine heterohundin hat mir erzählt, sie stand mit ihrem kinderwagen zu dicht an seiner diele…da tickte er schon aus. dieser kerl scheint einfach menschenfeindlich zu sein…zu mal er wohl auch sein personal anschreit.
also ich fand’s ne coole aktion! auch wenn das natürlich ständig irgendwo in dieser stadt passiert, übrigens nicht nur homos, sondern auch ‘ausländern’ – die werden in clubs nicht rein gelassen, und kriegen keinen vertrag im fitness-studio. diskrimineirung ist einfach an der tagesordnung. ich find’s gut, dass man es trotzdem nicht einfach hin nimmt.
Fakt ist nun mal, dass Diskriminierung und Übergriffe auf Homosexuelle in letzter Zeit gehäuft von ausländischen Mitbürgern ausgehen. Und so lange man das nicht aussprechen darf ohne gleich als “ausländerfeindlich” dargestellt zu werden, stimmt etwas nicht in diesem Staat.
Bestimmte Personen werden in erster Linie nicht wegen ihrer Herkunft oder Orientierung “ausgegrenzt”, sondern auf Grund ihres Verhaltens.
Wie deutlich die beiden Lesben ihre Lebensweise gezeigt haben weiß ich nicht, ich finde allerdings dass die öffentliche gegenseitige Mandeluntersuchungen mit der Zunge – egal in welcher Konstellation – einfach nur unhöflich gegenüber anderen ist.