Ganz wie früher: Dafür haben wir nicht gekämpft! (II)
Veröffentlicht von Egbert am 27. Mai, 2009
Hallo possums, ich melde mich nach einiger Zeit wieder, aber sorry, ich war auf der Flucht … vor dem Leben. Tadellos, aber mittellos gab ich mich in einem Café in Alt-Treptow (mein neuer Hit nach dem Wedding – da kannst Du Deinen Muff drauf setzen, Schwester, das wird das neue Kreuzberg!) der Medienkontrolle hin, blätterte in diesem und jenem Magazin und in der und der Zeitung und schon ereilte mich wieder einer dieser Dafür-haben-wir-nicht-gekämpft!-Augenblicke! Protagonist war der Joop, der Wolfgang. Nun war ja die Heiligensee-Triene (“Ich weiss, was Armut ist!”) schon immer etwas suspekt, aber leidlich amüsant, versuchte allerdings doch zu angestrengt, den Karl Lagerfeld für die Discounter-Community zu geben (er imitiert sogar die Handschrift und den Zeichenstil der Grossen Sonnenbrille!).
Im Vergleich mit dem herrlich genialen KL ist unser Potsdamer Schneiderlein aber denn doch nur wie ein 8fach benutzter Teebeutel. Für die BILD-Werbekampagne “BILD Dir Deine Meinung!” dichtete er etwas, das beweist, dass Sonnenstudios und Botox Gehirnschäden hervorrufen. Also rappte das Wolferl los: “`Bild´ ist `camp´. Übersetzt heißt das, man hat einen eigenen Stil. Einen, der polarisiert. Mal ist man `under the top´, mal `over the top´. Meist ist man aber einfach geradeaus. `Bild´gibt meinem Affen täglich Zucker!”
Ähä? Versteht Ihr das?! Allmächtiger, lass Hirn regnen vom Himmel! Das ist doch ein mittlerer Niedergang! Wolfgang, “camp” ist zwar mehr als ein Zeltlager, aber was Du da von Dir gibst, das ist submongoloid! Oder ist das die Art von verko(r)kster Ironie, wie sie in Potsdamer Villen bei sanft klirrenden Teetassen gepflegt wird? Wir bitten um Aufklärung! Danke!
Da fällt mir gerade ein – hier noch der passende Satz, mit dem man jeden und jede fertig machen kann, der/die sich Dir gegenüber eine Unverschämtheit erlaubt: “NOCH EINEN SCHRITT WEITER, UND ICH WERDE DIR HÖCHSTPERSÖNLICH ETWAS ÜBER DICH ERZÄHLEN, DAS DU WEISST, ABER NOCH NIE IN WORTE GEFASST HAST UND DAS DEINEM SELBSTBILD EINEN SCHWEREN, WENN NICHT SOGAR TÖDLICHEN SCHADEN ZUFÜGEN WIRD.”
Meine Tipps des Tages:
Filme:
DIESE NACHT von Werner Schroeter
“BRÜGGE SEHEN… UND STERBEN?” von… hab den Regisseur gerade nicht parat, aber ein toller Gangsterfilm!
Gewarnt wird heftigst vor LIEBE AUF DEN ZWEITEN BLICK (verlogener Seniorensex mit Zwerg Dustin Hoffman!)
Bücher:
MÜTTER UND SÖHNE von Colm Toibin
JAMES BIDGOOD (Meister des schwulen Kitsches)
CDs:
OBOROTY von La Minor (mitten im Balkan-Hype herrlicher russischer Gaunerswing, von St.Petersburg bis nach Odessa, liebevoll und leidenschaftlich)







