Siegessaeule BlogSchwul-lesbischer Blog für Berlin und Deutschland

Archiv des Monats Mai, 2009

indoor planschen bei den „Mermaids“

Veröffentlich von sis am 18. Mai, 2009

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Mermaids rocken auch ohne Insel. Das konnte man am Samstag sehen, als nachts um 2 die Schlange vor der neuen Mermaids Location dot club bis auf die Strasse reichte.

Stand die Party in den letzten Jahren für lesbisches Partyvergnügen mit Blick aufs Wasser und Jeans voller Grasflecken, sowie einen abwechslungsreichen guten Musikmix auf der Insel in Treptow, lohnt ein indoor Besuch genauso. Der Laden kochte, an den diversen Bars ackerte das schnelle und supernette Servicepersonal und – untypisch für Lesbenpartys – um kurz vor fünf gab es noch eine gut gefüllte Tanzfläche. Nur die Performance hätte man sich schenken können. Willkommen an Land, mermaids!

xlr-Stecker

foto: c Krizzi with the K

Zweimal CSD – ist das Luxus?

Veröffentlich von sis am 18. Mai, 2009

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Das war ein zivilisierter Abend gestern im Schwuz. Die  Beteiligten kennen sich seit Jahren und respektieren die unterschiedlichen Ansätze. Kontroversen brachte das Publikum ein. Ob lesbische Migrantinnen oder Transidente: Ihre Realität kann der große CSD offenbar nur unbefriedigend abbilden und integrieren. Dieses Mankos sind sich seine Organisatoren allerdings bewusst.
Sind zwei CSDs Luxus? Wohl eher ein Privileg, wenn man betrachtet wie LGBT am selben Wochenende in Riga und Moskau schon um ihr elementares Versammlungsrecht vergeblich kämpfen!
zw

Allamanyas next Topmodül

Veröffentlich von Serpil Pak am 14. Mai, 2009

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Hallo mal wieder. Ich sollte pausieren aber ihr kennt es ja „totgeglaubte leben länger“. Also das mit der Modegeschichte nimmt ihren Lauf. Erst mal ein hinweis meinerseits: ich war als Modeexpertin im RBB Fernsehen diesen Mittwoch zu sehen zu dem Thema „Die größten Modesünden“ um 21 h. hat mir echt spaß gemacht. Dort war ich im Dirndl zu sehen. Übrigens habe ich schon wieder ein neues Modelabel entdeckt „pilic Bulgari“. Ist echt schick wenn ihr Folklore style mögt. Dann habe ich für die Bühne ein neues Modell aus meiner altbekannten Kollektion Dönerteller Versucuk käuflich erworben. Es heisst „alles fit im Schritt“ und läßt viel Platz für dicke Eier und dicke Eierstöcke. Auch beliebt in unterschiedlichen Ausführungen für Hip & Hopper und Menschen mit Prostataproblemen. Ich habe in der Zwischenzeit auch bei Heidi Klüm mitgemacht, Allamanyas next Topmodül aber die meinten ich bin ein optischer Anschlag. Was solls hauptsache gut aussehen.

Eure Serpil

Fata Morgana am frühen Morgen? (Teil 1)

Veröffentlich von Céline Robinet am 12. Mai, 2009

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Chère Ulla Schmidt,

letzten Freitag hatte ich einen Termin beim Arzt. Wie mein Freund Gauner, einfallsreicher Slam-Poet, in dem Text “Meine sehr verkehrten Darminternen”, einem Gerede an die Bundestagsabgeordneten, mal geschrieben hat: “Auch in der Frage der Gesundheitspolitik haben wir ein Problem, ich darf da einmal kapitulieren: Durch die Einführung der Praxisgebühr werden doch nicht nur Ärzte und Psychoterrorpeuten stärker belästigt, sondern vor allem die Arzthelfer und Arzthelfershelfer und deren Hilfsmitarbeiter. Die müssen für ihre Arbeit auch mal einen anständigen Hohn bekommen! Wenn wir an diesem Punkt nicht bald mal die Kurve kratzen, dann ist es zu spät. Und deshalb gibt es von mir auch ein deutliches und entschlossenes Jein zu dieser Politik des sozialen Karlmarx.”

Ich habe noch keinen Hausarzt und Dr. S. ist mir empfohlen worden. Une chance! Denn in der Praxisgemeinschaft in der Turmstr. ist etwas Seltsames passiert: Die Krise war nicht mehr zu spüren, es herrschte gute Laune und ich kam mir vor wie unter “Promorgana”, dem Heilmittel gegen Schwarzseherei, den Dani Levy in seinem Kurzfilm “Joshua” als Beitrag für Deutschland 09 einnimmt und dem er zu verdanken hat, dass er plötzlich überall Fröhlichkeit und freundliche und höfliche und helfende Menschen um sich herum sieht.

Das fing schon mit der Arzthelferin an: Biggi F., eine schöne Butch, die offensichtlich Spass und ihre Arbeit, ihre Kollegin und die PatientInnen gern hatte – und für jede*n ein nettes Wort. Ich fühlte mich so wohl, dass ich mir erlaubt habe, die Fragen auf dem Fragebogen, den man als neue Patientin ausfüllen soll, nach meiner Fasson zu beantworten. So kreuzte ich z.B. bei “Erkrankungen, die bei mir früher festgestellt oder behandelt wurden” unter “Abhängigkeit” JA an und schrieb: “LIEBE”. Bei “Herz” das gleiche. Und auch bei “Psyche”.

Oder vielleicht lag es daran, dass es 11 Uhr vormittags war und ich seit dem Vorabend nichts gegessen hatte, weil ich für eine Blutabnahme da war und mit leerem Magen kommen sollte?

(Ulla Schmidt: Bundesministerin für Gesundheit)

(Fortsetzung fogt)

Fata Morgana am frühen Morgen? (Teil 2)

Veröffentlich von Céline Robinet am 12. Mai, 2009

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Chère Ulla Schmidt,

als Dr. S. mich empfing, stellte er mir wohlwollend ein paar Fragen und kreuzte daraufhin auf einer Liste die Sachen an, die bei der Blutprobe analysiert werden sollten. Dabei runzelte er nicht die Stirn wegen irgendeiner “komischen” Sexpraktik, sondern schien alles völlig zu respektieren (und schon alles gehört zu haben). Als er erzählte, dass in der Praxis jede Woche zwei PatientInnen wegen Syphilis behandelt werden, ist eine Handvoll Blütenblätter der Pfingstrosen, die hinter ihm auf einem schwarzen Schränkchen in einer Vase standen, herunter geregnet. Ich hätte die Blume gern repariert und die dunkelroten Blüttenblätter wieder daran genäht, aber ich kann nicht nähen also musste ich lachen und Dr. S. auch und dann habe ich entschieden, dass die runtergefallenen Blätter ein Beet waren, wie es manchmal Innenausstatter als Dekoration auf eine Tischplatte unbekümmert hinwerfen.

Dann musste ich mir doch noch das Blut abnehmen lassen. Die Arzthelferin, die dafür zuständig war, war so freundlich, dass ich ihr ohnehin vertraute, als ich etwas ängstlich zugab “Ich mag keine Spritzen” und sie erwiderte “Ich auch nicht!” und sich dabei mit der Spritze meinem ausgestrecken Arm näherte.

Letztendlich wird mein Blut nach AIDS, Hepatitis A und B, Schilddrüse, Testosteron- und Ostrogen-Werten, Eisen, Zucker und Syphilis getestet. Gratis. Krass: für nur AIDS und Hepatitis wollte meine Frauenärztin ca. 100 Euro haben…

Als ich die Praxisgemeinschaft aus der Turmstrasse verlassen habe, schien die Sonne und ich ging zur U-Bahn und der Park links auf dem Weg war so schön. Als ich das meinem Partner erzählte, hat er mir gesagt, dass ich im Rausch war, weil das kein Park sei und er überhaupt nicht schön ist. Egal, nächsten Freitag muss ich wieder hin, um das Ergebnis der Blutanalyse zu holen. Schön.

(Ulla Schmidt: Bundesministerin für Gesundheit)

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Veröffentlich von sis am 11. Mai, 2009

2 Kommentare

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