Siegessaeule BlogSchwul-lesbischer Blog für Berlin und Deutschland

Archiv des Monats Juni, 2009

Sex – von Spass war nie die Rede

Veröffentlich von Céline Robinet am 30. Juni, 2009

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Cher Volker,

Franzosen denken immer, die Deutschen hätten keinen Humor. Das stimmt gar nicht. Ernst jetzt. Vielleicht habt ihr sogar mehr Humor als meine Landsleute! Man braucht nur als Beweis die Lesebühne- und Poetry Slam-Szenen aus beiden Ländern vergleichen. Erstens gibt es in Frankreich keine Lesebühneszene. Zweitens ist Poetry Slam dort irgendwie düsterer. Hip Hopern ebenbürtig wettern französische Poet_innen gegen die sozialen Mißstände. Hierzulande findet man oft lustige Dichter_innen, die lustige Geschichten über ihr lustiges Leben lustig vorlesen. Als könnten sie mit Poesie oder Politik auf keinem Fall gewinnen (Poetry Slam ist eine Dichterschlacht, sprich: ein Wettbewerb). Eigentlich stimmt das nicht ganz, denn Bas Böttcher z.B., eine herausragende Größe der Berliner Slam-Szene, ist nicht immer lustig. Zu seiner Ehre. Sogar über Guantanamo hat er geschrieben. Aber ich bezweifle, dass er je mit dem Gedicht einen Slam gewonnen hat.

Jedenfalls werden diese lustigen Geschichten manchmal veröffentlicht. Kurz nachdem der Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf “Schlechter Sex 3″, in dem “33 Frauen über ihre lustigsten, peinlichsten und absurdesten Erlebnisse berichten”, herausgebracht hat, erscheint nun das Buch “Sex – von Spass war nie die Rede” beim Satyr Verlag

 

Aber vom Spaß ist eben die Rede. 

Ok, es wird jetzt trocken, aber nicht uninteressant. Passt auf. Für den Duden ist Humor “die Gabe eines Menschen, die Unzulänglichkeiten der Welt und der Menschheit, den Schwierigkeiten und Missgeschicken des Alltags mit heiterer Gelassenheit zu begegnen”. Für den Robert, sein französisches Pendant, ist es aber eine “geistige Haltung, die darin besteht, die drolligen und ungewöhnlichen Aspekte der Wirklichkeit hervorzuheben”. Fazit: Für Deutsche ist Humor, was Franzosen “Zynismus” nennen. Und das, was Franzosen “Humor” nennen, heißt in Deutschland, schätze ich, “Unsinn”. Von daher das Missverständnis.

Jedenfalls ist dieser neue Band über schlechten Sex, mit Beiträgen von über 40 deutschen Lesebühne- und Poetry Slam-Autor_innen, manchmal lustig – leider aber auch zum Teil unsinnig.

(Volker Surmann: Kabarettist und Autor)

Berliner CSD 2009

Veröffentlich von sis am 29. Juni, 2009

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SIS TV 29.6. – Ohne Publikum kein CSD. Mehrere Hunderttausend Zuschauer und Zuschauerinnen säumten am Samstag die Route der großen Demo. Siegessäule TV fragte die Passanten, was sie über den CSD denken und was das überhaupt ist.

Bushido ist ein Pisser

Veröffentlich von Céline Robinet am 28. Juni, 2009

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Chère Daniela,

der Rapper Bushido ist ein Pisser. Du hast recht. Auch wenn wir alle in irgendeiner Form pissen, beim Liegen, Sitzen oder Stehen, in Kloschüsseln oder Münder, auf nackte Körper oder in den Schnee, wie man warmen Kaffee in kalten Milchschaum gießt.

Gestern traf der Zug des transgenialen CSD den Rapper an einer Imbissbude am U-Bahnhof Schlesisches Tor. Du, chère Daniela, hattest die Moderation am Hauptwagen übernommen aber dank eines kabellosen Mikrofons konntest du durch die Menge. Als du den Pisser entdeckt hast, der dabei war seine Pommes zu essen, sagtest du lautstark ins Mikro, was du von ihm und seinen frauenfeindlichen und homophoben Songs hältst. Bushido konnte sich seine Hetze nicht verkneifen und beschimpfte die Demo. Ausdrücke wie lesbische Fotzen und Schwuchtel fielen. Natürlich.

Manche meinen, dass man niemand dazu bringt, über sein Handeln und seine Homophobie nachzudenken, indem man ihn an den Pranger stellt und sich damit auf sein niedriges Niveau begibt. Wie denn dann? Hätte das Orgateam vom transgenialen CSD Bushido zur Abschlußkundebung am Heinrichplat zu einem netten, kleinen Auftritt einladen sollen? Zur Erinnerung: 2007 hatte die „Bravo“-Zeitschrift eine Veranstaltung gegen Gewalt an Schulen organisiert. Zu dem Anlaß war Bushido am Brandenburger Tor aufgetreten. Auf Aufruf von homosexuellen Vereinigungen hatten rund 50 Menschen dagegen demonstriert. Daraufhin hatte Bushido den Mittelfinger gezeigt und von der Bühne herab gesagt: “Die Wichser können demonstrieren, sich aufhängen – ich scheiß drauf”.

Ich bin sonst ein ruhiger Mensch – zumindest bilde ich mir das ein – und ich sehne mich nach Harmonie. Aber es gibt Momente, wo das nicht mehr geht.

Also chère Daniela, bravo für deine Aktion, du warst toll!

Und es leben die kabellosen Mikrofone!

(Daniela: Queer Aktivistin)

(Photo: Björn Kietzmann, Quelle: Berliner Morgenpost)

Can fetish save the Kanal?

Veröffentlich von Céline Robinet am 27. Juni, 2009

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Chers Fetischisten,

Schwarzer Kanal ist räumungsbedroht. Nein, nicht die Fernsehsendung der DDR:  Schwarzer Kanal ist ein Lesben-, Frauen-, Trans-Wagenplatz am Spreeufer in der Mitte von Berlin, ein autonomer, linksradikaler und kreativer Ort, wo queere Kultur umsonst oder gegen Spende angeboten wird, wo Filme gezeigt werden und Konzerte stattfinden, da, neben dem großen, warmen Lagerfeuer sowie, hm, Politik, das verruchte Wort.

Nun wird der Besitzer des Geländes, das Bauunternehmen Hochtiefauf einem Nachbargrundstück beginnen zu bauen und braucht den Schwarzen Kanal für die Baulogisitk.

Also oft freue ich mich, meine Post zu holen. Und Andere bekommen eine Mietvertragskündigung. Was de facto eine Räumung bedeutet.

Als Unterstützung für den Schwarzen Kanal wird es heute auf dem transgenialen CSD einen Internationalen Fetisch Block geben: Ponys, Matrosen, Rugbyspieler und Bauarbeiter…

Start: 14 Uhr am Boxhagener Platz

Abschlußkundgebung: ca. 18 Uhr am Heinrichplatz. Mit Shows und so.

 

Zebra und Co

Veröffentlich von nachtschicht am 25. Juni, 2009

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Die Zebras leuchteten pink, der Tiger blau. Das erstaunlichste: Sie waren alle wach, gar nicht scheu und standen von Scheinwerfern in Szene gesetzt in ihrem jeweiligen Gehege herum. Weil sie ob der BVG Big Band nicht schlafen konnten oder sowieso nicht vor Mitternacht ins Heu gehen? Wer weiß. Schade, dass man sie nicht fragen konnte. Aber vielleicht sind sie tagsüber von den Zoobesucherinnen so Einiges gewohnt, da erstaunen swingende Schwule und Lesben mitten in der Nacht keinen Pinguin mehr. Hoffen wir es.

Foto: Brigitte Dummer

Gay night at the Zoo, die originelle Tanzveranstaltung mitten in der Berliner Pride Week, war gestern Abend jedenfalls zum vierten Mal ein voller Erfolg. Die Big Band swingte, Lucy van Org und Kim Fisher moderierten launig und sangen leidenschaflich, die Gäste tanzten oder chillten auf den vielen Bierbänken rund um das Zoo Restaurant. Entspannte gute Laune lag in der Luft, die nach Bratwurst und Tierstreu roch. Nur ein paar Unbelehrbare mussten von Zooangestellten aus dem Zebra Gehege gerettet werden, wei sie dort eine öffentliche Freilufttoilette vermuteten. So zumindest die Interpretation des freundlichen Zoo-Personals … Am lautesten waren die Robben.

xlr-Stecker

Ballschwanger

Veröffentlich von Serpil Pak am 18. Juni, 2009

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Ich denke es ist Zeit dass ich euch endlich ein paar Einkaufstipps gebe. Direkt neben Wildfremd in Kreuzberg gibt es den Fussballladen Goal, eine Freundin von mir. Dort kann die Fußballerin sich nicht nur mit Trikots sondern auch ausgefallenen T-Shirts rund um das Thema Bundesliga eindecken. Außerdem gibt es alles mögliche zu dem Thema Kicken. Ich bin nicht wirklich eine Fußballfreundin, außer wenn ich jährlich beim Come Together Cup in der Promimannschaft nicht wirklich spielen aber anderweitig das Spiel aufmischen darf. Traditionell trage ich mit dem Ball unter dem T-Shirt als Ballschwangere das Leder ins Tor. Letztes Jahr hat die gegnerische Mannschaft mich sogar fast über die Ziellinie getragen. Huii das war was. Auch dieses Jahr habe ich am letzten Sonntag einen gesunden runden Fußball im Tor geboren. Ich bin ganz aufgewühlt, jetzt bin ich Mutter von dreien. Ich sollte die bei Goal auf Kommission verkaufen. Vielleicht gibt´s ja nächstes Jahr Zwillinge.

(Foto CTC 2008)