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Hallo possums, die Dafür-haben-wir-nicht-gekämpft-News nehmen kein Ende. Der Teufel steckt wie immer im Detail (oder im Kleingedruckten des Lebens). Die Süddeutsche Zeitung fällt mir da doch zuweilen mit dezent plazierten und kaschierten homofeindlichen (oder einfach dümmlich unüberlegten) Bemerkungen unangenehm auf. So am 22. Mai im Magazin. Titel: zwei alte Männer, knutschend, “Der Mann fürs Leben” (siehe Bild unten), die seit 48 Jahren zusammen und seit 1999 verheiratet sind. Da ärgert mich doch der Satz “Vor zehn Jahren wurde in Deutschland die Homo-Ehe erlaubt” und der Kitsch-Satz “1999 durften sie endlich heiraten.”

Wo sind die Kleenex?! Ihr Lieben, wer darauf wartet, Rechte geschenkt zu bekommen, kann laaaange warten! Da dachte sich die heterosexuelle Bundestag-Community: Scheiss drauf, wir erlauben es ihnen halt, und sie dürfen, wenn die Ollen denn wollen. Falsch, geringschätzig und herablassend ist hier der Gebrauch der Wörter “dürfen” und “erlauben”.

Ich sage: Rechte bekommt man niemals geschenkt, die erkämpft man sich! Die beiden Männer sind nett, aber “entschärft” (weil alt) und happy und ungefährlich im Heten-Mainstream! Gott möge sie segnen (traumatisiert sind sie immer noch), vor allem deshalb, weil sie nur wegen des “Geschenks” der Hetenwelt denn doch nicht ins mentale Wachkoma gefallen sind. Sie sagen es deutlich: Nämlich, dass von 1945 bis 1969 140000 Männer wegen des Paragraphen 175 verurteilt wurden. Homosexualität wurde mit bis zu fünf Jahren Gefängnis “bestraft”. Und der üble Nazi-Paragraph galt noch bis 1994 für Sex mit Männern unter 18 Jahren. Aber auch zu 18%-Guido Dauerwelle, dem heuchlerischen Teletubby der FDP, haben sie etwas zu sagen: “Die FDP hat damals mit der CDU gegen die Homo-Ehe gestimmt. Das sagt, glaube ich, alles.”

Trash, wohin man blickt! Da hilft zum Beispiel die Ausstellung “Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden” in der Berliner Gemäldegalerie im Kulturforum Potsdamer Platz, nur noch bis zum 21. Juni!

2 Kommentare zu “Dafür haben wir nicht gekämpft (III): wer erlaubt uns was?”

  1. sagte Dirk:

    Also ich versteh leider überhaubt nicht was du willst und was dein Artikel soll. Sorry ich glaube da wohl eher du gehörst zu den Leuten, denen es man nie Recht machen kann und die das wohl auch nicht wollen. Was ist bitte daran kitschig über ein Homo Paar zu berichten, welches seit 40 Jhren zusammen ist????? Okey die Welt ist schlecht.

  2. sagte Hans:

    Ich bin komplett bei Dirk. Man muss nicht jeden Text dissen, der nicht vor (der eigenen) Ideologie trieft, auch wenn man im einzelnen etwas auszusetzen hat. Aufregung ist kein Selbstzweck und im konkreten Fall einfach daneben.

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