Siegessaeule BlogSchwul-lesbischer Blog für Berlin und Deutschland

Szene – Drags und Sex

Veröffentlicht von sisa am 29. Juli, 2009

Kommentare deaktiviert

Diese Übergriffe auf schwule Sportler lassen einen nicht los. Sicherlich gilt Kopenhagen eine der homofreundlichsten Städte überhaupt. Und die Polizei hat bei der Klärung der Fälle auch ganze Arbeit geleistet, wie mein Kollege Thomas von der dänischen Zeitschrift Out&About bestätigt. Auch Peter, der später im New Man’s Schnäpse spendiert, ist stolz auf die hiesige Politi und schwärmt von der großen Freiheit, die Homos genießen. Um Mitternacht werde ich Zeuge eines Einsatzes vor dem bei queeren Hipsters sehr angesagten Oscars. In Kopenhagen darf nach 24 Uhr kein Alkohol mehr auf der Straße getrunken werden. Die Beamten drücken heute aber ein paar Augen zu. 

Gegen ein Uhr schlage ich im New Man’s auf. Zum ersten Mal seit Bestehen des Ladens heißt die Männerkneipe heute auch Lesben willkommen, sagt man mir. Die originelle Idee: Anlässlich der Outgames veranstaltet der Betreiber einen Drag King Abend. Gut 15, 20 Kings sorgen für beste Stimmung: Laut, lustig, lesbisch. Als ein Drag King am Nachbartisch auf seinen Geburtstag anstößt, werde ich erneut auf einen Drink eingeladen. Sehr sympathisch, diese “Herrschaften” aus Dänemark, Frankreich und sonst woher mit ihren echten und falschen Bärten und Kotletten.

Absturz um drei im Never Mind. Viel zu spät raffe ich, dass der Laden die letzte Ausfahrt vor einer einsamen Nacht ist. Sex- und liebeshungrige Homos haben ihr Abschleppseil gewissermaßen bereits im Gürtel stecken, wenn sie hier landen. Mit von der Partie: ein Volleyballteam aus Thailand, das bei den Outgames zwar noch kein Spiel gewonnen hat, dafür vom Film “Iron Ladys” schwärmt und auf der Tanzfläche einen Kerl nach dem anderen beknutscht. Ein blonder Däne macht Komplimente und fordert mich auf, ihn vor die Tür zu begleiten. Ich lehne ab. Später will ein anderer, dass ich ihm nach draußen folge. Ob er sich mit mir schlagen wolle, frage ich ihn. Der Typ kriegt sich gar nicht mehr ein vor Lachen. In Kopenhagen sind Darkrooms verboten, sagt er. Dänen müssen sich eben was einfallen lassen. Das gefällt mir. Mein Fazit: Die Stimmung in allen drei Kneipen war großartig. Leichter als in dieser Nacht kann man keine Leute kennenlernen. Farvel! Sirko

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.