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Archiv des Monats Juli, 2009

PornNO und PorYES: Der gemeinsame Nenner

Veröffentlich von Céline Robinet am 18. Juli, 2009

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„Das ist mein erstes Mal, sagte mir eine mitte dreißige Zuschauerin gestern nach der Vorführung von ”Post Apocalyptic Cowgirls” von Maria Beattie beim Orlanda Verlag, wo Laura Méritt einmal monatlich im Vorfeld der 1. feministischen Porno-Preisverleihung Europas, die im Herbst in Berlin stattfindet, Filme zeigt, die dann mit einem Publikumspreis ausgezeichnet werden. (Tief einatmen, sorry für den langen Satz.)

- Echt? antwortete ich etwas erstaunt.

- Ja, ich hatte noch nie einen Pornofilm gesehen… Darf ich fragen, was an diesem Film besonders ist, im Vergleich zu Mainstreampornos?

Ach ja, Post Pornografie und so. Also, ganz einfach: man sagt, dass es in post pornografischen Filmen um politisch reflektierte und ästhetisch anspruchsvolle Diskurse geht (Kleiner Tipp: das Wort “Diskurs” ist bei Definitionen immer gut). Und auch, dass Geschlechtsidentitäten dabei nicht fest sind, dass es keine klaren, biologistischen Zuordnungen gibt, sprich, die Rollen beim Sex sind gegeneinander austauschbar. Und auch, dass solche Werke sich an alle richten – queer, homo, bi, hetero, u.a. Zum Schluss: es kann in Post Pornografie eine etwas ausgereiftere Handlung geben, nicht unbedingt genitalen Sex oder Nahaufnahmen und dafür aber Humor, die Arbeitsbedingungen sollen für alle Geschlechter gleich und menschlich sein, die Darsteller_innen sind zum Teil an der Entstehung des Szenarios beteiligt und die Anwendung von Safe-Sex-Praktiken wird dargestellt.

Noch eine Sache. Eigentlich stehen PornNO und PorYES nicht total im Widerspruch. Gemeinsamer Nenner: die weibliche Rückeroberung von Sex.

(Bild aus Post Apocalyptic Cowgirls, Bleu Productions)

Ficken oder Kiffen? Reine Geschmacksache

Veröffentlich von Céline Robinet am 16. Juli, 2009

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Um sich an die lokalen Gaumen anzupassen, schmecken in Indien einige Kondome statt nach Banane oder Schokolade nach Kautabak. Das hat 2007 die staatliche Firma Hindustan Latex auf den Markt gebracht, um der Bevölkerung den Gebrauch von Gummis schmackhaft zu machen. Denn Kautabak ist sehr beliebt in Indien. Also jetzt wird gefickt statt gekifft. Mit Kondom als Nikotin Patch. Zwei Fliegen (AIDS und Lungenkrebs) mit einer (Latex)Kappe. Und als dritte Fliege sogar, zack, die zu hohe Geburtsrate. Beim blasen nur eins nicht vergessen: das mag zwar nach Kautabak schmecken, aber bitte nicht kauen!

Andere Länder, andere Sitten. Was würde denn der deutsche Gaumen bevorzugen? Gummi mit Wurst Geschmak? Und was sagt der französische Volksmund dazu? Ah, oui, la France, das schöne Käseland…

(Bild aus der Webseite: Le second sexe)

Unterkühlt

Veröffentlich von sis am 9. Juli, 2009

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Im Prinzip ist es doch eine hübsche Idee: Das Gelände der Sandsation bietet einen schönen Rahmen mit lauschiger Atmosphäre und der schönen Spree für ein nettes Konzert des Frauenblasorchesters. Letzteres ist ohne weiteres in der Lage ein solches Ambiente mit guter Stimmung zu versorgen, sogar wenn es etwas kühl ist – ein bisschen zur Musik mit dem Hintern wackeln hilft immer. Völlig zurecht versammelten sich also überwiegend lesbische Besucherinnen gut gelaunt an der Spree.

Das Frauenblasorchester enttäuschte dabei keineswegs, trotz schwieriger Akkustik und nicht wirklich sommerlicher Temperaturen gaben die über 50 Frauen ihr Programm zum Besten. Allein das Drumherum mutete mitunter seltsam an. Nachdem der Moderator Michael Reimann sämtliche Witze zum Thema “Blasen” vom Stapel gelassen hatte, die das Frauenblasorchester sicher schon kennt, setzte er sich treffsicher in jedes weitere Fettnäpfchen. Äußerst uncharmant verglich er zum Beispiel den Auftritt der Damen mit dem Einzug der Elefanten in den Zirkus. Dazu kam, dass er konsequent das “innen” hinter “Musiker” und “Künstler” vergaß, das alles wurde dann postwendend kichernd entschuldigt. Carlos Fassanelli, der Finallist vom RTL Supertalent hatte immerhin mehr Stil, wirkte aber mit seinen drei zur Playback-Begleitung gesungen Liedern auch leicht überheblich. Fazit der Veranstaltung: Das Frauenblasorchester hat besseres verdient!

Melly

Foto: Sally B.