Bericht zur Eröffnungsfeier der World Outgames: Olympische Spiele in 3D und ein erster Zwischenfall
Am Sonnabend sind in Kopenhagen die zweiten World Outgames eröffnet worden. Höhepunkt der Feier war der Einmarsch der Sportlerinnen und Sportler aus fast 100 Ländern (Foto unten: das deutsche Team), die einen 50-Meter-langen Catwalk meistern mussten. Symbolträchtig fand das ganze Spektakel vor dem Kopenhagener Rathaus statt, und zwar vor genau jenem Rathaus, in dem sich vor 20 Jahren die allerersten Lesben und Schwulen der Welt das Ja-Wort geben durften. (Siegessäule berichtete damals in einer Titelgeschichte durchaus noch verhalten über diese dänische Modell-Homo-Ehe).
Oberbürgermeisterin Ritt Bjerregaard (Foto) erinnerte in ihrer Rede dann auch daran, wie fortschrittlich Dänemark in Sachen Homorechte mal gewesen sei und dass inzwischen etliche Staaten dem Beispiel gefolgt seien; einige aber Dänemark schlicht überholt hätten. „Unglücklicherweise sind wir noch nicht so weit, dass Lesben und Schwule dieselben Rechte genießen wie Heterosexuelle.“
Die Show, eine Mischung aus angenehm kurzen, knackigen Statements, dänischer Popmusik und Akrobatik wurde hin und wieder von Regenschauern unterbrochen, was aber der insgesamt ausgelassenen Stimmung wenig anhaben konnte. Outgames-Chef Uffe Elbeak nannte die Spiele eine „Olympiade in 3D“, da der Sport von zwei wesentlichen Komponenten flankiert werde, einem abwechslungsreichen Kulturprogramm sowie einer Menschenrechtskonferenz. Zum Abschluss schmetterte Sängerin Annisette den offiziellen Worldoutgames-Song „Freedom to love“ über den Rathausplatz, begleitet von einem bombastischen Chor aus 100 Leuten!
Überschattet wurden die Feierlichkeiten von einem Überfall. In der Nacht zum Sonntag, unmittelbar nach der Feier, wurden drei schwule Männer in der Innenstadt brutal zusammengeschlagen. Die dänische Polizei, die zwei Tatverdächtige festgenommen hat, spricht von einem homosexuellenfeindlichen Hintergrund. Outgames-Chef Uffe Elbæk hatte Kopenhagen noch im Vorfeld als eine progressive Stadt ausgelobt, die eine Botschafterin der Hoffnung für die Menschen sein solle, die in homophoben Ländern lebten.
Ab morgen, Dienstag, 28. Juli, berichte ich in dieser Kolumne endlich live von den schwul-lesbischen Sommerspielen. Farvel! Sirko









