Siegessaeule BlogSchwul-lesbischer Blog für Berlin und Deutschland

Letzter Abend: Gefangen in der Partyhölle oder Silikon-Titten? Dafür habe ich nicht gekämpft!

Veröffentlicht von Kay am 9. August, 2009

Kommentare deaktiviert

 

Hola Chicas&Chicos,

ich habe geträumt, ich lebe in einer Welt, in der ich jede Nacht auf einer überfüllten, lauten Party voller Lesben zubringen muss… und ich wachte auf und es war Wirklichkeit… Im Ernst, ich hätte nie gedacht, dass reines Amüsement soviel Kraft kostet. Egal, ich habe es überstanden und lebe noch. Die Samstagabend-”Main Party” war dann auch die Party der Superlative. Auf zwei großen Dancefloors tummelten sich gut und gern 1.000 Mädels.

Übrigens zumeist aus Spanien, internationale Beteiligung besteht lediglich aus einer Überdosis Französinnen und ein paar versprengten Deutschen, sowie ein paar Britinnen. Und die Spanierin an sich, zumindest die lesbische Variante, zeigt leider recht rüpelhafte Züge. Auf vollen Partys gilt doch eigentlich leben und leben lassen, hierzulande wird man jedoch erbarmungslos und ohne Blickkontakt oder Entschuldigung aus dem Weg geschubst. Der Umgang ist echt nichts für schwach Gemüter, meine Rippen und Arme jedenfalls fühlen sich eher nach einem Ringkampf als nach einer Party an. Dazu passend wurde gestern dann ein Spektakel der wirklich lächerlichen Art inszeniert. Alle Partys hier zeichnen sich durch die stets gleiche Truppe von wichtigtuerischen Möchtegern-Polizistinnen aus, die als Security-Gorillas angeheuert wurden um den Partygästen offensichtlich das Leben schwer zu machen – wir sind ja nicht zum Vergnügen hier!

So wurde gestern also irgendeine blonde C-Prominente durch die Party geschoben, umringt von besagten Gorillas, in einer Manier als hätte man Madonna oder sonst wen zu Gast. Geradezu erstaunlich, dass niemand verletzt wurde, in der Weise wie hier Schneisen durch das Partyvolk getrieben wurden um Miss Unbekannt von einer Ecke zur anderen zu zerren. Naja, man scheint dieses menschliche Auto-Skooter hier ja gelassen zu nehmen.

 

Nun, wartet natürlich alles auf meinen Kommentar zu den Gogo-Girls des Abends. Gelinde gesagt, ich war sprachlos: vier nackte Mädels, die hinter Glas in einer Art Riesenaquarium unter laufenden Duschen obszöne Posen in Hetero-Softporno-Manier imitierten. Silikon-Titten und Brotschneide-Fingernägel inklusive. Sorry, aber da kam mir doch glatt das gute alte “Dafür haben wir nicht gekämpft” über die Lippen. Den Partygästen aber hat’s gefallen, die jubelten ganz schmerzfrei. Der Weg vom Bodybuilding zur Silikon-Titte ist ja vielleicht auch näher als gedacht. Ich jedenfalls fühlte mich doch in einer verkehrten Welt.

Zum Schluss habe ich auch noch herausgefunden, wie die Mädels über diese teuren Partyrunden kommen, ohne in den finanziellen Ruin zu stürzen: Auf umliegenden Plätzen und Parkbänken (oder auch mal um die offene Heckklappe des Autos herum) wird sich in großen Trauben mit mitgebrachtem Alk erstmal warm getrunken. Dann geht’s ordentlich angeschickert los zur Party. Bei den Preisen hier durchaus verständlich und schlau.

Schließlich mein Fazit – “Girlie Circuit” – warum, für wen und wozu:

Diese Partyfestival ist ohne Zweifel eine gute Idee, allerdings in etwas liebloser und aalglatter Ausführung. Als Besucherin sollte man gutes Stehvermögen, viel Geld und starke Nerven beim meist schlechten Service an Kassen, Eingängen und Tresen haben. Auch sollte man sehr gelassen auf ständige Rempeleien oder unverschämte Security-Leute reagieren. Wer auf Kennenlernen und Flirt aus ist, sollte lieber in die USA fahren, hier Frauen kennenlernen ist eher schwierig. In großer Gruppe allerdings kann man sich mühelos zu Tode feiern und tanzen. Mit dem unschlagbaren Feeling, tagsüber am Strand abzuhängen und abends weiter zu feiern, ist “Circuit” sicher ein Festival der besondern Art. 

Wie die schwulen Jungs das allerdings ganze zehn Tage lang durchhalten ist mir absolut schleierhaft. Für Jungs wie für Mädels gilt: Gutes Aussehen ist alles! Tätowierungen, Muskeln und gut gestylte Haare sind ein Muss! Auch ist es von Vorteil nicht wesentlich älter als 30 zu sein – aber das ist ja wie im richtigen Leben.

Ich jedenfalls habe “Girlie Circuit” überlebt, gehe aber erstmal ein paar Tage wohl auf keine Party mehr.

Hasta la vista, Manuela

Tags: , , , , ,

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.