Im Jahr 2008 haben 11 deutsche Stiftungen und Geberorganisationen ein Gesamtvolumen von 622.200 € für 47 lesbische, schwule, bi-, trans- und intersexuelle (LSBTI) Projekte im globalen Süden und Osten gespendet. Das hat eine Studie vom Dreilinden GmbH, durchgeführt von Arn Thorben Sauer für das Forum for Active Philanthropy – inform inspire impact GmbH, ergeben.
Interessant nachzulesen ist, dass für Schwule als Förderzielgruppe insgesamt 0 € gespendet wurde, für Lesben 5.000 €, für Transgender: 0 €, für Intersexuelle: 0 €. Aber für Männer, die mit Männern Sex haben: 85.000 €.
Wir wissen schon, dass Kategorien komisch sind. So beispielsweise die Tatsache, dass Lesben, Schwule und Bisexuelle – alle drei als sexuelle Orientierung zu verstehen – mit Transgendern und Intersexuellen – d.h. Gender bzw. sexuelle Identitäten – fast immer zusammen stehen.
Als würde man einen Reisenden fragen: Möchten Sie lieber mit Auto, Bus, Bahn oder eher nach Paris fahren?
Eigentlich nur dann, wenn man Kategorien sprengt, kann man so etwas bekommen wie “Schwule: 0″, “Männer, die mit Männern Sex haben: 85.000″. Klar, kann Mann Sex mit seinen Mitmännern treiben, ohne sich als schwul zu definieren. Vorsicht: Dahinter steckt nicht verdrängte Homosexualität sondern vielmehr der Gedanke, dass nicht überall auf der Welt sexuelle Praktiken automatisch zu Identitäten und Kategorien und Zugehörigkeitsgefühl zu einer bestimmten Community führen – wie das meist der Fall im Westen ist. Wobei- auch im Westen ist es ja bekannt: Nicht alle Männer, die mit Frauen Sex haben – und umgekehrt -, sind zwangsläufig heterosexuell.
Ja. Sein und Schein. Auch in der “Community” pflegt man den Unterschied zu kennen. Am Samstag hat er sich bei Folsom Europe in der Berliner Fuggerstrase sogar zum Besten gegeben: Klar, ist nicht jeder, der einen Bullenuniform anhat, gleich Polizist.