Siegessaeule BlogSchwul-lesbischer Blog für Berlin und Deutschland

Archiv des Monats September, 2009

Angstraum Berlin: Mehr Gewalt gegen LGBT?

Veröffentlich von sis am 24. September, 2009

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Wir wollen wissen: Wo fühlt ihr euch bedroht, wo fühlt ihr euch sicher?
Hat die Gewalt gegen Schwule, Lesben und Transgender deiner Meinung nach zugenommen?
In welchem Kiez lebt es sich deiner Meinung nach sicher und in welchem unsicherer?

Deine Meinung ist gefragt! In der November Siegessäule gibt es dann ein Schwerpunktthema dazu.

foto: rs/pixelio.de

Herbstbrise

Veröffentlich von sis am 23. September, 2009

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Viele sehen dem Herbst ja eher missmutig entgegen und schwelgen in den Erinnerungen an den Sommer. Doch trotzdem hat der Herbst auch eine vielleicht unerwartet gute Seite. Er spült die Touristen aus der Stadt. Na ja, zumindest einen Teil. Ein Teil, der sich trotz all dem bemerkbar macht. Am vergangenen Mittwoch im nbi bei „Berlin Hilton“, man glaubt es kaum, konnte man tatsächlich atmen! Ja, sich sogar frei bewegen!
Während Resident DJ Kate Boss „Phoenix“ durch die Boxen jagte, herrschte ausnahmsweise mal keine Boxring-Atmosphäre auf der Tanzfläche. Und statt einem babylonischen Sprachwirrwarr trumpfte nach mehreren Monaten mal wieder Deutsch auf. Nicht, dass immer noch eine Menge Englisch gesprochen wurde, aber eben weniger. Auch der Stylefaktor schraubte sich leicht nach unten (Hüte, Tollen, Skinny-Jeans gehören selbstverständlich immer noch zum Stadt-, äh, Klubbild). Zur Folge hatte das eine wesentlich lockerere und familiäre Atmosphäre. Und keine Angst, dieser Text artet jetzt nicht in eine generelle Hetzrede gegen die Flut der Touristen aus. Nein, nein. Er will lediglich sagen, dass nach den ganzen hysterischen Sommermonaten mal so ein bisschen Ruhe etwas Gutes hat. Der nächste Sturm kommt sowieso.
Tanzfläche

Regenr_innen – Drag. Ein Kleidungsstück

Veröffentlich von Céline Robinet am 18. September, 2009

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Gestern abend fand in der Köpi in Berlin die Premiere vom Theaterstück Regenr_innen – Drag. Ein Kleidungsstück statt. Geschrieben und inszeniert von VD.

Da war ich aber froh, eines Tages gelernt zu haben, zu pfeifen. Mit vier Fingern im Mund. Zwei rechts und zwei links. Als Zuschauer_in drücke ich meine Begeisterung gern in dieser Form aus. Genauso fühlte ich mich als 16-Jährige, als ich das erste Mal einen Whisky trank, oder meinen ersten Zigarettenzug zog: rebellisch und männlich. Und auch schwindelig. Kennt ihr das? Den Rausch beim Pfeifen? Klar, fünf Minuten lang Pfeifen löst ja Hypoventilation aus. Eigentlich ist das Pfeifen eher wie VIER Kippen auf einmal rauchen, oder einen Liter Whisky mit VIER Strohhalmen trinken, zwei links und zwei rechts, kein Wunder, dass man dabei nicht mehr in der Lage ist, sich richtig zu artikulieren. Oder dann nur noch laut.

So

Also

Als gestern Abend auf der Bühne überraschend gut gespielt wurde, wurde im Publikum gelacht und geweint. „Überraschend“, denn es sich z.T. um keine erfahrenen Schauspieler_innen handelte, Paula Alamillo, Bronco und Micky… Herringöttin nochmal wart ihr toll! Und LCaveliero Mann* von den Spicy Tigers on Speed natürlich auch, er/sie ist bekanntlich eine Rampensau – aber so sehr berührt hatte sie/er mich noch nie. Und die Musik von Tanja, und das Licht von Anna Lienert und und und – eigentlich passte alles. Liebevolle Kritik an die  queere (Party-) Szene. Einsamkeit und Begegnungen und dann doch nicht, und dann doch, noch, nicht. Das ist schön, finde ich, geistig angeregt und gleichzeitig emotional angerührt zu werden.

VD geht jetzt nach Ludwigsburg, um dort Regie zu lernen. Meiner Meinung nach kann sie das schon. Aber dort wird sie mit Bühnen üben, die sich drehen und hoch und runter gehen und so. Also wünsche ich ihr viel Glück und Erfolg! Ich bin gespannt auf ihre nächsten Arbeiten.

Und für diejenigen, die gestern Abend nicht dabei waren, wird das Stück Sonntag, den 20. September in der Köpi und Mittwoch, den 23. im Schwuz noch einmal aufgeführt. Eintritt frei gegen Spende.

Ist Gayromeo transfeindlich?

Veröffentlich von sis am 15. September, 2009

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Nachdem ein admin von Gayromeo das Profil eines Transmannes löschte, herrschte Aufregung in der Trans*-Community. Gayromeo entschuldigt sich, bittet aber darum, möglichst im Profil darauf hinzuweisen, dass der jeweilige user trans* ist. Mehr dazu im Artikel auf siegessaeule.de hier zum Artikel

Wie steht ihr zu der Haltung von Gayromeo?

„Stoppt die Gewalt“ Demo am 5.9.

Veröffentlich von sis am 7. September, 2009

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Wieviel Mann soll’s sein?

Veröffentlich von sisa am 7. September, 2009

3 Kommentare

Folsom Europe ist seit fünf Jahren der europäische Fetischmagnet im Spätsommer. Hunderte Schwule mit Vorlieben für Leder, Lacke, Latex oder auch Sportsware, Industrial und Skin-Looks kommen am ersten Septemberwochenende nach Berlin, um auf dem Fuggerstraßenfest  und auf den großen Fetischpartys sich und ihre Fetische zu feiern – so war es auch dieses Jahr. Ein Artikel in der September-Siegessäule zum Thema schwule Männer und Fetisch hat unter unseren Lesern bereits für Diskussionen gesorgt.

Hier zum Artikel

Deshalb wollen wir eure Meinung wissen: Worum geht es eigentlich in der Fetischszene? Wie männlich, modern, militant, offen, entspannt, tolerant oder künstlich, spießig, verstaubt erlebt ihr diese besondere Community? Geht es dort schlicht um Muskeln, Macker, Monstertitten, um sexuelle Fantasien und Folien von Männlichkeit, die durch bestimmte (Ver)kleidungen und Verhaltensweisen produziert werden? Oder sind Fetische für euch längst mehr als nur sexueller Natur, vielleicht eine Lebensentscheidung, gar ein politisches Statement? Welchen Fetischen geht ihr nach? Und wie selbstverständlich erlebt ihr den Umgang der Szene mit Männlichkeiten und auch Weiblichkeiten? Schreibt uns eure Meinung zum Siegessäule-Essay und zur Fetisch-Szene in Berlin!
Sirko Salka

Foto: www.manopoly.com, mit freundlicher genehmigung von rob berlin

Männer, die mit Männern Sex haben

Veröffentlich von Céline Robinet am 6. September, 2009

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Im Jahr 2008 haben 11 deutsche Stiftungen und Geberorganisationen ein Gesamtvolumen von 622.200 € für 47 lesbische, schwule, bi-, trans- und intersexuelle (LSBTI) Projekte im globalen Süden und Osten gespendet. Das hat eine Studie vom Dreilinden GmbH, durchgeführt von Arn Thorben Sauer für das Forum for Active Philanthropy – inform inspire impact GmbH, ergeben.

Interessant nachzulesen ist, dass für Schwule als Förderzielgruppe insgesamt 0 € gespendet wurde, für Lesben 5.000 €, für Transgender: 0 €, für Intersexuelle: 0 €. Aber für Männer, die mit Männern Sex haben: 85.000 €.

Wir wissen schon, dass Kategorien komisch sind. So beispielsweise die Tatsache, dass Lesben, Schwule und Bisexuelle – alle drei als sexuelle Orientierung zu verstehen – mit Transgendern und Intersexuellen – d.h. Gender bzw. sexuelle Identitäten – fast immer zusammen stehen.

Als würde man einen Reisenden fragen: Möchten Sie lieber mit Auto, Bus, Bahn oder eher nach Paris fahren?

Eigentlich nur dann, wenn man Kategorien sprengt, kann man so etwas bekommen wie “Schwule: 0″, “Männer, die mit Männern Sex haben: 85.000″. Klar, kann Mann Sex mit seinen Mitmännern treiben, ohne sich als schwul zu definieren. Vorsicht: Dahinter steckt nicht verdrängte Homosexualität sondern vielmehr der Gedanke, dass nicht überall auf der Welt sexuelle Praktiken automatisch zu Identitäten und Kategorien und Zugehörigkeitsgefühl zu einer bestimmten Community führen – wie das meist der Fall im Westen ist. Wobei- auch im Westen ist es ja bekannt: Nicht alle Männer, die mit Frauen Sex haben – und umgekehrt -, sind zwangsläufig heterosexuell.

Ja. Sein und Schein. Auch in der “Community” pflegt man den Unterschied zu kennen. Am Samstag hat er sich bei Folsom Europe in der Berliner Fuggerstrase sogar zum Besten gegeben: Klar, ist nicht jeder, der einen Bullenuniform anhat, gleich Polizist.

Coole Location, heißer Sound, keiner da

Veröffentlich von nachtschicht am 2. September, 2009

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It´s Time for Kens. Sorry Barbie. „Da kommen wir doch nicht rein“ sagt meine Begleitung, noch bevor wir einen Fuß vor die Haustür gesetzt haben. „Ach was, das geht schon.“ Und ich behalte Recht. Außer uns sind sogar noch zwei weibliche Exemplare zu sehen. Ob das daran liegt, dass der Club fast leer ist? So um die 20 Leute stehen rum. In der Raucherlounge noch mal fünf. An der Location kann es nicht liegen, die ist nämlich echt geil. Ein Backsteingewölbe, das von Säulen in Regenbogenfarben getragen wird. An den Wänden entlang sind bequeme Sitzbänke aus schwarzem Leder, durch die man den Bass im ganzen Körper spürt. Der Mix aus House/Electro und bekannten Hits von Mia bis Michael Jackson kann sich auch hören lassen Leider ist der Mainfloor bis auf zwei Standart tanzende Schwuppen trotzdem leer. Auf dem kleinen, angrenzenden BLUfm Floor ist gar nichts los. Schade eigentlich, schöne Location und coole Beats. Aber keiner da, der´s mitkriegt oder gar weitersagen kann. Um 2 Uhr, als der Darkroom im ersten Stock öffnet, füllt sich der Club langsam- doch richtig voll ist es immer noch nicht. Aber: Der Club hat erst seit Juli offen, das lässt hoffen!
borracha