Mein - eventuell verrücktes – Berlinale Facit: queeres Leben als erfolgreiches Zukunfts- und Überlebensmodell. Warum? Nicht Machos oder Emanzen sondern Fummeltrinen, die es leid waren von der Polizei wegen ihrer Klamotten angemacht zu werden, schlugen damals zurück (Stonewall-Bar 1969 in New York: “N.Y. Memories”, “Making the Boys”, “Beautiful Darling”). Jetzt sind Lesben und Schwule auf dem Weg zur Vorzeigefamilie (“The Kids are allright”), aber auch die ersten Scheidungen drohen (“Nascidas para sufrir”). Neben dem lebensnotwendigen Herz und Schmerz (“I shot my love”) fehlen auch nicht die kleinen Leidenschaften (“The Feast of Stephen”, “Franswa Sharl”).
Das queere Menschen kreativ sind, ist nie bestritten worden: Sie sind Muster und Reservoir für alle Aspekte hedonistischen Lebens. In diesem Sinne wurde die ELSE-Jury vom Jackwerth-Verlag zum abschließenden Berlinale-Abschiedsabendessen eingeladen. Das “Rosa Caleta” in den Räumen des früheren Geheimtips “Abendmahl” in der Muskauer Straße 9 pflegt die Tradition karibischer Gastlichkeit. Nach dem das “Caribe” in der Motzstraße einer reizlosen Bar gewichen ist, haben Freunde exotischen Essens wieder eine Adresse. Und damit wir, die Juroren, keine Entzugserscheinungen bekommen, stehen wir für 6 Monate auf der Gästeliste der Siegessäule bei MonGay. Danke für alles und bis die Tage.
Michael ELSE-Jury






