Mit Nuckelflasche und Schwiegermutter unterwegs
Veröffentlich von Katharina Runge am 28. Februar, 2012
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Unsere erste Flugreise zu Dritt steht an. Wir haben echt lange dafür gebraucht, obwohl wir vorher als Paar wirklich viel und gerne durch die Weltgeschichte geflogen sind. Aber in der Schwangerschaft und in Jordans erstem Lebensjahr war mir so gar nicht danach.
Nun wollen wir nach Mallorca fliegen. Ich bin ziemlich aufgeregt. Vor allem, weil ich vergessen habe, eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. Das habe ich früher ja auch nicht gemacht. Nun sind es nur noch ein paar Tage bis dahin und Jordan kränkelt seit einer Woche rum. Er hat leichtes Fieber und hustet wie verrückt. Der Arzt sagt, es sei nichts Schlimmes, keine Bronchitis, keine eitrige Halsentzündung. Er glaubt auch, dass wir mit ihm fliegen können. Aber mit einem rundum gesunden Kind wäre es mir wirklich lieber. Andererseits käme man dann wohl nie zum Reisen, irgendwas ist ja immer.
Also war ich in der Apotheke und habe mich ausgerüstet. Vor dem Flug wird Jordan Nasentropfen bekommen – die mögen wir eigentlich nicht, weil wir glauben, dass sie die empfindliche Nasenschleimhaut schädigen. Wir geben sie Jordan so wenig wie möglich, aber vor dem Abflug wird er sie auf jeden Fall bekommen. Und wir nehmen die gute alte Nuckelflasche mit – er trinkt immer noch sehr gerne daraus und ich hoffe, dass sie uns hilft, den Druck in den Ohren auszugleichen.
Wir nehmen auch meine Schwiegermutter mit. Ich glaube, ich habe schon mal erwähnt, dass es mich immer sehr beruhigt, wenn sie da ist. Sie ist auch schon mit ihrem zweijährigen Enkelkind geflogen, sie weiß Bescheid. Ich freue mich darauf, dass sie endlich mal eine ganz Woche in aller Ruhe mit uns und Jordan verbringen kann. Sie wohnt sechs Autostunden von uns entfernt und wenn wir uns zwischendurch mal für ein paar Tage sehen, ist es immer sehr hektisch. Wir müssen alle möglichen Leute besuchen und die einzige Zeit, die sie mit ihrem Enkel hat, ist morgens um 7 Uhr, wenn wir ihn zu ihr ins Gästebett legen.
Nun müssen wir fürs Flugzeug packen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich für uns vier bereits riesige Gepäckberge – mindestens die Hälfte davon für Jordan. Es fängt ja schon mit dem Kinderwagen an. Dann noch der Autositz. Mindestens zwei Schlafsäcke (und was ist, wenn beide gleichzeitig nassgepullert sind? Die brauchen doch immer ewig zum trocknen …), alle seine Bodys (hoffentlich reichen die, sonst müssen wir mit der Hand waschen), dünne und dicke Pullover, eine Winterjacke und eine weniger warme Jacke, dicke Hosen und weniger dicke Hosen, dünne und dicke Mützen (wir wissen ja nicht wie das Wetter wird!), Windeln (ob wir dort unsere gewohnte Marke bekommen?). Außerdem Medikamente und Salben: Kochsalzlösung für die Nase, Nasensalbe, Bronchialsalbe, ein Mittel gegen Durchfall, Fieberzäpfchen, die normale Poposalbe und die gute Salbe, falls der Po wund wird. Und dann natürlich Spielzeug: Neues, Überraschendes aber auch Beliebtes und Gewohntes, vor allem für den Flug. Spielzeug fürs Auto, Spielzeug für den Kinderwagen und Spielzeug fürs Haus. Puh!
Jetzt wird mir klar, warum ich mich so lange davor gedrückt habe … Das alles kommt mir so kompliziert vor, dass ich das Gefühl habe, ich werde gar nicht dazu kommen, mich zu erholen. Ich werde berichten.









