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Alle Einträge der Kategorie: Berlinale2012

Tränchen…

Veröffentlich von elsejury am 20. Februar, 2012

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Ein letztes Mal gab es heute den grandiosen Opener der Berlinale – und wie immer versank ich schwärmerisch (O-Ton Mayk) im Sitz und – wie schon prophezeit – verdrückte ich ein paar Tränchen. Weil der ganze Zauber schon wieder rum ist. Menno.

Und ich sah zum zweiten Mal Parada, der ja nicht nur von uns gekürt wurde, sondern auch vom Publikum zum Panorama-Preisträger auserkoren wurde. *stolz* Und ich seh ihn mir beim MonGay auch gerne zum dritten Mal an, meine Empfehlung für diesen Film gilt absolut weiterhin. Also nüscht wie hin am 27.!

Liebe Jury-Hasen, ick freu ma auf dit Wiedersehen mit euch!

Gute Nacht, Berlinale, schlaf gut bis 2013.

:)

Sandra

And the ELSE goes to…..

Veröffentlich von elsejury am 17. Februar, 2012

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Carmen hat Recht und ich unterstütze nachdrücklich ihren Vorschlag am Schluß….

Gestern und heute bin ich fremdgegangen und habe mir Filme ohne queeren Bezug angeschaut.  Überall Probleme über Probleme. Ja, Heterosexualität ist schon ein trauriges Triebschicksal.  

Zwischenzeitlich sind die Gurkenscheiben aufgelegt und wieder abgenommen, die Vip-Eintrittskarte bereitgelegt worden. Wir sind zum Empfang vor der Preisverleihung eingeladen und sollen am Schluß sogar mit auf die Bühne. Wenn das man gutgeht.

Auf zum Tempelhofer Flughafen, zur Teddy-Party 2012. Ich freue mich darauf, heute mit meinen Jurykolleginnen und -kollegen und euch zu feiern. Bis nachher….

Wilhelm

Abschiedsschmerz

Veröffentlich von elsejury am 16. Februar, 2012

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Jetzt ist es vorbei. Das war´s.

Intensive 7 Tage mit 7 Personen in insgesamt 27 Filmen (der 7er-Reihe wegen zähle ich “The Iron Lady” einfach dazu).

Ich habe es unglaublich genossen, es war spannend, jede/n Einlzelne/n zwischen den Filmen und durch die Filme Stückchen für Stückchen kennen zu lernen. Es gab tatsächlich nur 2 Filme, bei denen wir vollzählig völlig begeistert waren. (“Nur 2″ bedeutete für die Entscheidung allerdings, dass es extrem schwer gefallen ist und viel Diskussion benötigte, um hieraus die Nummer 1 zu wählen. Ihr werdet es am Freitag abend erfahren!)  Bei allen anderen Filmen gab es immer mindestens 1 Person, die irgendeinen Kritikpunkt hatte. Und genau dadurch entstanden schöne Gespräche, neue Perspektiven und jeder/r hat immer wieder mal etwas dazu gelernt.

Heute war dann erstmal ausschlafen angesagt, den Kühlschrank mal wieder auffüllen und ein bißchen die Wohnung in Ordnung bringen. Als ich dann um 17 Uhr nochmal ins Kino bin, habe ich mich doch reichlich verlassen gefühlt. Keine 7er Reihe, kein Austausch von Nüssen, Möhren oder Schokolade. Kein Austausch von Gedanken. Nur der Film und “fremde” Leute neben mir…..

Es war eine wunderbare und (leider) einzigartige Erfahrung, Jury-Mitglied zu sein.

Mein Vorschlag an die Siegessäule-Redaktion: Bevor ihr euch nächstes Jahr wieder die Mühe macht, die Jury-Mitgliedschaft auszuschreiben und zwischen den vielen Bewerbungen geeignete Personen auszusuchen, spart euch die Arbeit und nehmt uns doch einfach nochmal. Wir würden geschlossen zusagen!!!

Liebe/r Manuel, Mayk, Sandra, Susanne, Torsten, Wilhelm (alphabetisch geordnet) => Vielen Dank für die schönen Tage! Ich freue mich, am Freitag nochmal mit euch zu feiern!

Carmen

Sind bulimische Frettchen und Mangaschlüpper Kunst?

Veröffentlich von elsejury am 16. Februar, 2012

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Ich gebe zu: Der Jurytranserich ist nach 2 Tagen mit insgesamt 9 Filmen, 10 Stunden Schlaf und gestriger ELSE-Party im Südblock (danke dafür) heute etwas derangiert.

Am Dienstag gab es gleich 5 Filme:

1. “Parada”, Spielfilm aus Serbien: Ganz, ganz großartig! Vielschichtige Charaktere, intelligenter Humor, wohltuende Leichtigkeit trotz bitterernsten Themas, und ja, ich hab geheult! — Natürlich ausgerechnet an dem einzigen Tag, an dem ich keine Taschentücher dabei hatte und mir folglich die Blöße geben musste, meine Sitznachbarin danach zu fragen. Na, wenigstens sind die Zeiten vorbei, in denen ich mir dabei noch um die Wimperntusche Sorgen machen musste.

Das Parada-Team nach dem Screening

2. “Glaube, Liebe, Tod”: Etwas arg konstruiert und mit der zweitgrauenhaftesten Filmmusik unseres Berlinale-Programms versehen. Not my cup of tea, dear … Damit zu Film 3: “The Iron Lady” mit der göttlichen Meryl Streep. (Ja, wir haben fremdgeguckt! Ich gestehe es! Dieser also außer Konkurrenz.)

Zurück zur Arbeit und Film 4: Mein persönlicher Berlinale-Tiefpunkt, bei dem ich nur bis zum Ende geblieben bin, um demonstrativ nicht zu klatschen: “Koi ni itaru yamai” aus Japan. Eigentlich vollkommen indiskutabel, aber die Story ist so grottig, dass ich sie doch einmal zusammenfassen möchte: Sexbesessenes, dauerkreischendes, fleischgewordenes Manga-Mädel wirft sich nerdigem, neurotischen Biologielehrer an den Hals, der allerdings lieber tote Käfer auf Kork nagelt. Ihr Ziel: Austausch der Geschlechtsorgane beim Akt, damit sie “für immer aneinander gebunden sind”. Meine Fresse. Früher kauften sich zu diesem Behufe Pärchen einfach hässliche Allwetterjacken im Partnerlook oder Freundschaftsringe, heute müssen es gleich Genitalien sein. Der Plan geht nach Quasi-Vergewaltigung des Nerds sogar auf, und der macht nichts anderes, als sich beim Gedanken an seine/ihre Vagina ständig zu übergeben. Und Manga-Mädel findet den erhofften Schniedel in der Realität wohl auch eher unfunky. Also muss eine Rückgabelösung her, die angesichts dieser grenzdebilen Story sofort auf der Hand liegt: Einfach nochmal poppen, und alles ist wieder in schönster genderbinärer Ordnung. Leider braucht es für unsere Protagonisten zwei Sunden, um das herauszufinden, unterlegt mit der grauenhaftesten Filmmusik des Berlinale-Programmes: Enervierendem Tamagochi-Gedudel. Selbstverständlich sind die Kameraeinstellungen so gewählt, dass man dem Mädel ständig unter den Rock und damit auf den blütenweißen Schlüpper gucken kann. Und muss ich erwähnen, dass auch noch eine sexbesessene Freundin des Manga-Mädels drin vorkommt, natürlich im Grunde lesbisch und in Manga-Mädel verliebt? Und ein naiver Schulfreund, der … ach, wat soll’s. (P.S.: Laut Vorschau war das Ganze eine Parodie. Merkt man aber nicht. Auf mich wirkte der Film einfach nur wie eine lüsterne Altherrenfantasie mit Manga-Mädel- und Schlüpperfetisch: Transphob und sexistisch ad nauseam. Gut gemeint ist halt nicht immer … na, usw.)

Film 5: Bitte, bitte, bitte, liebe Kino-Göttin, lass ihn gut sein: “Leave it on the floor”, ein Musical aus den USA rund um einen schrillen Haufen schwarzer Drag-Queens. Mein Fazit: Nicht mein Musikstil, aber unterhaltsam und gut gemacht.

Mittwoch, letzter Tag.

Film1: “Sleepless Knights” aus Spanien. Schöne Landschaften, schöne Männer, aber die Handlung hat irgendwie keiner kapiert. Daher mit Spannung die Q&A abgewartet. Ergebnis: Es gibt keine. Ist wohl wirklich nur eine Aneinanderreihung von Momentaufnahmen, die in erster Linie die Atmosphäre transportieren sollen. Ah ja.

Film 2: “Westerland”. Story: Dauerbekifftes, neurotisches und intellektuell eher sparsam ausgestattetes bulimisches Frettchen (dafür aber leider hübsch) und ambitionierter Landschaftsgärtner (dafür leider grottenhässlich) haben sich 90 Minuten lang nichts zu sagen. Auch der Kommunikationsversuch “gemeinsam Kotzen als Paartherapie”, in Echtzeit, Nahaufnahme und Dolby Surround, konnte wohl nicht als Erfolg verbucht werden. Eventuell hätte der Hinweis gereicht, dass Kiffen fett macht — mit der Empfehlung, doch lieber auf Koks umzusteigen. Dann redet man auch mehr. Und mir wäre hinterher nicht so schlecht gewesen. Gut, dass man Filme wenigstens nicht riechen kann.

Film 3: “Ulrike Ottinger”. Ganz, ganz toll. Ich gestehe, ich kannte sie vorher nicht, und sie macht wohl die Art von Film, bei der ich mich immer frage: Ist das jetzt völlig irre oder völlig genial? Nach der Doku war ich vom Letzterem überzeugt. Ich werde mir bestimmt einen ihrer Filme kaufen. Überdies ist Frau Ottinger eine sehr sympathisch wirkende Person, und: Veruschka von Lehndorff ist der zweitschönste Dorian Gray, den ich kenne. Seufz.

Film 4: “Audre Lorde”. Faszinierende Persönlichkeit, schöne Doku, wenn auch etwas zu lang für ein Biopic.

So. Das war’s von mir und mit dem Juroren-Amt. Es war eine grandiose Erfahrung und ich bin dankbar, dabei gewesen zu sein. Heute steht nur noch die Grundsanierung von Gesicht und Wohnung auf dem Programm …

Mayk Dorian

Decision at the Closet

Veröffentlich von elsejury am 16. Februar, 2012

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Mittwoch im Marathon die letzen vier Pflichtfilme hintereinander.

 Zwischendurch zur Entspannung in die Lobby des Hyatt-Hotels, da wo es die Treppe zum Pressezentrum hinaufgeht. Hier ist immer was los, hier tost der Sturm im Wasserglas, IMMs* jeglicher Couleur geben sich ein Stelldichein, die Nachrichtenbörse boomt, sehen und gesehen werden ist angesagt, Selbstinszenierung auch. Meine Favoritin gestern: eine Schauspielerin, ganz im mauve, mit dem diesjährigen Modehund - einer von denen, die so aussehen, als würde Frauchen ihnen nichts vom Botox abgeben – im Arm.  Der Hund trug auch mauve.

Nach dem letzten Film gings ab zur Pre-Verleihungs Party der Siegessäule in den Südblock. Kurze Vorstellung der Jury auf der Bühne, dann wars soweit: Jurymeeting zwecks Entscheidung, schließlich braucht  eine ordentliche Preisverleihung Zeit zur Vorbereitung: die Laudatio muss geschrieben, die Else graviert werden…Das Problem, daß es im Südblock keinen Raum gibt, in den man sich zur Entscheidungsfindung zurückziehen kann, wurde pragmatisch gelöst. Hoffentlich ist niemand aufgefallen, daß wir uns zu siebt auf dem Behindertenklo eingeschlossen haben….

You want to know who it is? Read my lips, honey.

Wilhelm

*Irgendwas-mit-Medien

geistige Diddl-Maus

Veröffentlich von elsejury am 15. Februar, 2012

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Wer naturblöd ist, kriegt das auch durch Denken nicht weg. Das gilt in übertragenem Sinne auch für manche Filme. Stoffe, die naturdoof sind oder umgesetzt werden, rettet auch kein intellektueller Klimmzug. Persönliche Schlechtdraufität oder geistige Diddl-Mäuse kommen mir nicht ins Gehirn. Also Abstimmung mit den Füßen, raus aus dem Kino, gestern zwei mal. So behielt ich den Kopf frei für die zwei beglückenden Erlebnisse des Tages: der erste , Parada, schildert die Organisation eines Gay-Prides in Ex-Jugoslawien, das ganze geschützt von homophoben Ex-Warlords unterschiedlicher Ethnie.  Ich habe gelacht, geweint und was gelernt. Geht nicht bei diesem Thema? geht doch. Hingehen!  Abends dann ein filmischer Baiser: der Tanzfilm ” Leave it on the Floor”: Junger Mann mit Selbstzweifeln gerät in die Ball-Community  von LA und wird dort von ebendiesen durch die Teilnahme an ebendieser geheilt. Schlichter Plot, aber Power Musik und gute Laune, ein Feuerwerk von Vitalität und Kreativität. Es kommt, wie immer, auf die Dosierung an. Aber manchmal kann zuviel des Guten ganz toll sein.

Wilhelm