Viele sehen dem Herbst ja eher missmutig entgegen und schwelgen in den Erinnerungen an den Sommer. Doch trotzdem hat der Herbst auch eine vielleicht unerwartet gute Seite. Er spült die Touristen aus der Stadt. Na ja, zumindest einen Teil. Ein Teil, der sich trotz all dem bemerkbar macht. Am vergangenen Mittwoch im nbi bei „Berlin Hilton“, man glaubt es kaum, konnte man tatsächlich atmen! Ja, sich sogar frei bewegen!
Während Resident DJ Kate Boss „Phoenix“ durch die Boxen jagte, herrschte ausnahmsweise mal keine Boxring-Atmosphäre auf der Tanzfläche. Und statt einem babylonischen Sprachwirrwarr trumpfte nach mehreren Monaten mal wieder Deutsch auf. Nicht, dass immer noch eine Menge Englisch gesprochen wurde, aber eben weniger. Auch der Stylefaktor schraubte sich leicht nach unten (Hüte, Tollen, Skinny-Jeans gehören selbstverständlich immer noch zum Stadt-, äh, Klubbild). Zur Folge hatte das eine wesentlich lockerere und familiäre Atmosphäre. Und keine Angst, dieser Text artet jetzt nicht in eine generelle Hetzrede gegen die Flut der Touristen aus. Nein, nein. Er will lediglich sagen, dass nach den ganzen hysterischen Sommermonaten mal so ein bisschen Ruhe etwas Gutes hat. Der nächste Sturm kommt sowieso.
Tanzfläche
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Coole Location, heißer Sound, keiner da
Veröffentlich von nachtschicht am 2. September, 2009
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It´s Time for Kens. Sorry Barbie. „Da kommen wir doch nicht rein“ sagt meine Begleitung, noch bevor wir einen Fuß vor die Haustür gesetzt haben. „Ach was, das geht schon.“ Und ich behalte Recht. Außer uns sind sogar noch zwei weibliche Exemplare zu sehen. Ob das daran liegt, dass der Club fast leer ist? So um die 20 Leute stehen rum. In der Raucherlounge noch mal fünf. An der Location kann es nicht liegen, die ist nämlich echt geil. Ein Backsteingewölbe, das von Säulen in Regenbogenfarben getragen wird. An den Wänden entlang sind bequeme Sitzbänke aus schwarzem Leder, durch die man den Bass im ganzen Körper spürt. Der Mix aus House/Electro und bekannten Hits von Mia bis Michael Jackson kann sich auch hören lassen Leider ist der Mainfloor bis auf zwei Standart tanzende Schwuppen trotzdem leer. Auf dem kleinen, angrenzenden BLUfm Floor ist gar nichts los. Schade eigentlich, schöne Location und coole Beats. Aber keiner da, der´s mitkriegt oder gar weitersagen kann. Um 2 Uhr, als der Darkroom im ersten Stock öffnet, füllt sich der Club langsam- doch richtig voll ist es immer noch nicht. Aber: Der Club hat erst seit Juli offen, das lässt hoffen!
borracha
Als ich letzten Freitag mal wieder „Poppourri“ im Magnet besuchte, habe ich neuerlich eine Sache festgestellt. Das schwule Berliner Partyvolk ist wirklich in Teilen unberechenbar. Noch im Frühjahr dieses Jahres waren die beiden Tanzfläche häufig halbleer und selbst im Raucherbereich kam man durch, ohne zu drängeln. Und welche Überraschung dieses Mal! Plötzlich ist die Party wieder voll! Jungs, wohin man auch schaute.
Irgendwie hatte ich damit nicht gerechnet und war darum aber auch umso angenehmer überrascht. Schön zu sehen, dass die dienstälteste Indieparty noch immer Kraft in den Lungen hat. Auch wenn der Veranstalter sich selber wunderte: „Eigentlich sind wir eine Indieparty, aber es tanzen immer mehr Leute auf dem Popfloor, als auf dem Indiefloor. Na ja.“ Wirklich bedenklich schien es ihm auch nicht, schließlich hatten die Leute Spaß. Und meine Erklärung dazu war, dass man besoffen besser auf poppige Rhythmen von Peter Fox oder Lady Gaga abtanzen kann, als auf sperrige Gitarrenklänge.
Ich konnte eigentlich nur einen Makel an diesem Abend bei „Poppourri“ ausfindig machen. Das Publikum war rundum um die Zwanzig. Und wie es sich für junge Hühner gehört, sie waren etwas steif und verkrampft. Bloß keine Blöße geben! Doch dieses Problem löste später der Alkohol.
Tanzfläche
Ein Freund von mir und ich hatten ein klares Ziel vor Augen: Wir wollten Sonntag feiern gehen, aber möglichst nicht ins GMF. Und, man hält es kaum für möglich, als Schwuler in dieser Stadt ist das sogar möglich! Pork im Ficken3000 hieß unsere Erlösung. Als Mitte-Schwuchtel reizte mich auch die Vorstellung, mal nicht in der Nachbarschaft, sondern geradezu die Weltreise nach Neukölln anzutreten. Und so fanden wir uns im Nachtbus wieder. Eine abenteuerliche Fahrt, die mit einer kleinen, sehr netten Party belohnt wurde. Irgendwie ist sie schwer zu beschreiben, da die Mischung aus Sex-Schuppen mit Glitzer-CD-Deko, alternativen Jungs und Lederkerlen das gewohnte Auge doch eher irritiert. Aber die Atmosphäre war locker. Unten im Darkroom fickten sie, oben tanzte die kleine Schar zu merkwürdigen Pop-Hits. Eindeutig eine gute, gänzlich andere Alternative zum GMF. Ach ja, der Ehrlichkeit halber muss ich anmerken, dass wir spät in der Nacht doch noch im Weekend landeten, da die aktuelle Flamme meines Freundes ihn dort hin berief. Manchen Naturgewalten kann man nicht aus dem Weg gehen …
Tanzfläche
Im Prinzip ist es doch eine hübsche Idee: Das Gelände der Sandsation bietet einen schönen Rahmen mit lauschiger Atmosphäre und der schönen Spree für ein nettes Konzert des Frauenblasorchesters. Letzteres ist ohne weiteres in der Lage ein solches Ambiente mit guter Stimmung zu versorgen, sogar wenn es etwas kühl ist – ein bisschen zur Musik mit dem Hintern wackeln hilft immer. Völlig zurecht versammelten sich also überwiegend lesbische Besucherinnen gut gelaunt an der Spree.
Das Frauenblasorchester enttäuschte dabei keineswegs, trotz schwieriger Akkustik und nicht wirklich sommerlicher Temperaturen gaben die über 50 Frauen ihr Programm zum Besten. Allein das Drumherum mutete mitunter seltsam an. Nachdem der Moderator Michael Reimann sämtliche Witze zum Thema “Blasen” vom Stapel gelassen hatte, die das Frauenblasorchester sicher schon kennt, setzte er sich treffsicher in jedes weitere Fettnäpfchen. Äußerst uncharmant verglich er zum Beispiel den Auftritt der Damen mit dem Einzug der Elefanten in den Zirkus. Dazu kam, dass er konsequent das “innen” hinter “Musiker” und “Künstler” vergaß, das alles wurde dann postwendend kichernd entschuldigt. Carlos Fassanelli, der Finallist vom RTL Supertalent hatte immerhin mehr Stil, wirkte aber mit seinen drei zur Playback-Begleitung gesungen Liedern auch leicht überheblich. Fazit der Veranstaltung: Das Frauenblasorchester hat besseres verdient!
Melly
Foto: Sally B.
Die Zebras leuchteten pink, der Tiger blau. Das erstaunlichste: Sie waren alle wach, gar nicht scheu und standen von Scheinwerfern in Szene gesetzt in ihrem jeweiligen Gehege herum. Weil sie ob der BVG Big Band nicht schlafen konnten oder sowieso nicht vor Mitternacht ins Heu gehen? Wer weiß. Schade, dass man sie nicht fragen konnte. Aber vielleicht sind sie tagsüber von den Zoobesucherinnen so Einiges gewohnt, da erstaunen swingende Schwule und Lesben mitten in der Nacht keinen Pinguin mehr. Hoffen wir es.
Foto: Brigitte Dummer
Gay night at the Zoo, die originelle Tanzveranstaltung mitten in der Berliner Pride Week, war gestern Abend jedenfalls zum vierten Mal ein voller Erfolg. Die Big Band swingte, Lucy van Org und Kim Fisher moderierten launig und sangen leidenschaflich, die Gäste tanzten oder chillten auf den vielen Bierbänken rund um das Zoo Restaurant. Entspannte gute Laune lag in der Luft, die nach Bratwurst und Tierstreu roch. Nur ein paar Unbelehrbare mussten von Zooangestellten aus dem Zebra Gehege gerettet werden, wei sie dort eine öffentliche Freilufttoilette vermuteten. So zumindest die Interpretation des freundlichen Zoo-Personals … Am lautesten waren die Robben.
xlr-Stecker








