Siegessaeule BlogSchwul-lesbischer Blog für Berlin und Deutschland

Alle Einträge der Kategorie: Nachtschicht

Späte Vögel

Veröffentlich von sis am 28. April, 2009

Kommentare deaktiviert

Dass die frühen Vögel nur die drögen Würmer bekommen, die sonst eh keiner will, zeigte sich am letzten Samstag bei Gloria Viagras Geburtstagsparty im Monster Ronson’s. Als man gegen drei Uhr früh in der Location ankam, empfing einen das gute Gefühl, mitten in den Höhepunkt der Nacht zu stoßen. Keine
Ahnung, wie es vorher lief, aber zu diesem Zeitpunkt war das Monster Ronson’s zum Bersten gefüllt. Nach einer ambitionierten Drängelei Richtung Bühne, bot sich einem folgendes Bild: Gloria Viagra stand am Bühnerand, auf ihren Schultern saß Peaches und sang Umberto Tozzis “Gloria”. So feiert man richtig, dachte man sich, und hatte bis mindestens um 5 Uhr das gute Gefühl, da zu sein, wo der heiße Scheiß passiert. Das Gefühl ebbte zwar gegen sieben langsam ab, wurde die Musik mit abgegriffenen Britpop-Nummern aus den 90ern dann doch etwas dröge, allerdings verließ man die Party zu dieser frühen Stunde mit dem guten Gefühl, alles aus so einer Nacht herausgepresst zu haben. Auf die nächsten “23″ Jahre, liebe Gloria.

jano

Multikulti feiern und leben!

Veröffentlich von nachtschicht am 26. April, 2009

Kommentare deaktiviert

Was für eine Einstimmung auf den heutigen “Wahltag”! Wäre die Mischung und die Gesinnung der Besucher der Gayhane-Partys repräsentativ, könnte man sich den Urnengang zur Frage “Pro-Reli” getrost sparen. Hier wird das Miteinander – egal welcher Religion, Ethnik oder sexuellen Orientierung – wahrlich gelebt und sogar geliebt. Kreuzberg ist ist in diesem Punkt ein echtes Vorbild und zeigt uns welch eine Bereicherung die gegenseitige Akzeptanz und Toleranz sein kann. Vielleicht war tatsächlich gerade die aktuelle Thematik ein Grund für den großen Andrang gestern und sorgte für die sichtbar ausgelassene Stimmung. Vielfalt ist in jeder Hinsicht ein echtes Plus und in dieser Nacht wohl ganz besonders. Auch musikalisch gesehen. So brillierten die DJs und der tolle Überraschungs-Act mit passender und sehr abwechslungsreicher Musik, die die gute Laune und das miteinander Gefeiere super ergänzten. Es wäre wünschenswert, wenn der Vibe dieser Nacht auf unsere Stadt und die Gesellschaft in der wir leben übergreifen würde. Das Ergebnis der Abstimmung heute positiv zu beeinflussen wäre schon ein Anfang. Wer zuvor auf der Gayhane war, dürfte sein Kreuz aber bestimmt an der richtigen Stelle machen – daran besteht gar kein Zweifel…

mivo

13 Jahr – Wunderbar

Veröffentlich von nachtschicht am 20. April, 2009

Kommentare deaktiviert

Lange hatte ich es nicht mehr ins GMF geschafft, aber diesen Geburtstag konnte und wollte ich mir nicht entgehen lassen. Zum 13. Jahrestag wurde der Hamburger DJ Boris Dlugosch eingeladen. Man wusste wohl auch warum. Sein musikalisch vielfältiges Set aus Disco, House, Elektro, Progressive, Pop und was weiß ich nicht noch alles traf den Nerv der bunt gemischten Truppe von Gratulanten. Und wirklich alle waren sie da: Die Handtaschenschwinger und Jungschwuppen, die Klosteher und Checker, die Barsitzer und Cocktailtrinker, die Tanzwütigen und Ravehörnchen … Eigentlich ein Wunder, dass der Laden nicht in Grund und Boden gerockt wurde. Oder zumindest einige Etagen tiefer, so wie von den Unmengen an Gästen im Takt genickt, geklatscht, geschnipst, geschrien und gesteppt wurde. Resümierend prophezeie ich mindestens noch 13 weitere Jahre (und noch viel mehr!) – und werde dort wohl sicher wesentlich häufiger aufschlagen.

mivo

Zuchtkarpfenteich vor Weihnachten

Veröffentlich von nachtschicht am 13. April, 2009

Kommentare deaktiviert

Krass! Und alle, die am Ostersonntag ebenfalls im GMF dabei waren, glaube ich, wissen sofort, was gemeint ist mit einfach nur krass. Das war ja schließlich irgendwann nicht mehr die bekannteste Sonntagsparty Berlins, sondern wohl die größte schwule Presswurst der Welt – das Weekend platzte aus allen Nähten und Fahrstühlen vor Hemden-, Muscle-Shirts- und Fliegenträger. Selbst die routinierten Barjungens mussten irgendwann improvisieren, weil alle Gläser im Umlauf waren. Dazu subtropische Temperaturen und Räume, die von oben bis unten beschlagen waren. 1800 Gäste war eine Zahl, die mir so um Drei Uhr Nachts um die Ohren flog. Für einen Moment stellte ich mir die bange Frage, was passieren würde, wenn jetzt ein Feuer ausbräche?
Aber wer glaubt, dass deswegen alle nur schimpften und genervt waren, der irrt gewaltig. Trotz des Zustandes eines Zuchtkarpfenteiches kurz vor Weihnachten wurde wie wild gefeiert. Lady Gaga, Rihanna und allen voran Ades Zabel sei Dank, die ebenfalls tropfte, aber sich nicht nehmen ließ auf den Tresen zu steigen und gemeinsam mit dem Publikum die Hände zu schwingen. Gruß an alle durchgeschwitzten aber glücklich auferstandenen Leichen am Ostermontag!
Tanzfläche

Two for One

Veröffentlich von nachtschicht am 12. April, 2009

Kommentare deaktiviert

Siehe da! Ein paar Gesichter, die man sonst immer bei „Poppourri“ traf, haben letzten Freitag der neuen Party „Handsome“ in der Loreley den Vorzug gegeben. Statt üblichen Indie und Pop stand ihnen diesmal wohl der Sinn nach Discomucke in der Tradition einer Diana Ross mit „My Old Piano“. Zwar war es jetzt deswegen nicht brechend voll, aber es herrschte eine richtig gute, angenehme Stimmung in der Loreley. Vielleicht lag das auch an dem Dreißiger-Altersdurchschnitt, die es nicht mehr nötig haben, Affektiertheiten wie Jungschwule an den Tag zu legen. Das Barangebot „Two for One“ bis Eins tat da noch ein Übriges.
Ich ließ es mir dann trotzdem nicht nehmen, später noch bei „Poppourri“ im Magnet vorbeizugucken. Und keine Angst: „Handsome“ hatte nicht das gesamte Publikum abspenstig gemacht! Es waren noch genügend junge Hüpfer, Touris und Altgediente da, um bis in die frühen Morgenstunden zu MGMT, Britney und The Faint zu feiern.
Tanzfläche

Kein Aprilscherz!

Veröffentlich von nachtschicht am 2. April, 2009

Kommentare deaktiviert

Der Tresor mag zwar seit seinem Umzug nicht mehr der alte sein und auch generell nicht unbedingt als eine DER Locations der Community gelten, aber wie sich inzwischen gezeigt hat: Veränderungen sind nicht immer schlecht! Der „neue“ queere Bonito House Club zum Beispiel mausert sich ernsthaft zu einer schwul-lesbischen Alternative zum Feiern gehen und Spaß haben an einem Mittwochabend. Am 1. April spielten hier unter anderen Miss Italia und Liquid Sky. Es war – für unter der Woche – ziemlich gut besucht und tatsächlich überwiegend queer. Nicht nur musikalisch unterscheidet sich die für uns gleichgeschlechtlich Orientierten dieses Konzept vom „ordinären“ Bonito House Club. Die Veranstalter geben sich wirklich Mühe, auch mit Deko, Türpolitik und eben den Künstlern selbst, explizit das Homosexuelle Publikum anzusprechen. Und das gelingt ihnen auch mehr und mehr. So ist ein Großteil der Mitfeiernden nicht aus dem Berliner Speckgürtel angereist und eine Vielzahl der Gäste könnte sich durchaus auch im Schwuz und im GMF an der Theke einen Cocktail bestellen oder dort die Tanzfläche beleben. Alles in Allem scheint sich das Konzept langsam aber stetig durchzusetzen. Weiter so…
mivo