Krönender Abschluss der World Outgames in Kopenhagen war die Pride Parade von Frederiksberg zum Kopenhagener Rathaus, an der mehrere tausend Lesben, Schwule und Trans teilnahmen. Gesäumt wurde die Parade, die 13 Uhr vom Frederiksberger Oberbürgermeister Mads Lebech (Foto) offiziell eröffnet worden war, von weiteren geschätzten zehntausend Besucherinnen und Besuchern. 50 akkreditierte Akteurinnen und Akteure (darunter auch das Team Berlin, Foto) teils mit Tiefladern unterwegs, zogen rund fünf Kilometer durch die Innenstadt. Dazu zählten auch Wagen des Leather Prides, auf dem Motorrad: Henry aus Kopenhagen, der neue Mr Leather. Bestes Wetter zum Abschluss der Spiele, super Stimmung entlang der Parade, einige warfen “Kamelle” in die Menge, Süßes oder Souvenire. Von den Tiefladen dröhnte dumpfe Bässe, gegen die schwul-lesbische Chor-, Tanz und Blaskapellen zwischen den Wagen nur schwer ankommen konnten. Die World Outgames 2009 endeten offiziell mit einer Woman’s Party, der Rocco vs. GMF Party und einer Out in Leather Nacht im hiesigen SLM-Club der Scandinavian Leather Men.
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Am heutigen Sonnabend steht ein weiterer Höhepunkt dieser World Outgames auf dem Programm, der langerwartete Copenhagen Pride, bei dem es eine Mainstreamparade sowie die Abteilung Leather/Fetisch geben wird. Die Parade startet 13 Uhr am Rathaus in Frederiksberg und endet gegen 16 Uhr auf dem Kopenhagener Rathausplatz, auf dem vor einer Woche bereits die tolle Eröffnungsshow gefeiert wurde. Vorne mitmarschieren werden neben den hunderten Sportlerinnen und Sportlern und deren Freunden der Bürgermeister von Frederiksberg sowie Politiker aller im dänischen Parlament vertretenen Parteien. Das diesjährige Motto lautet “Celebrate the right to love”. Die Veranstalter erinnern daran, dass es trotz der jüngsten politischen Fortschritte in Dänemark – im März wurde hier das Adoptionsrecht für Homos beschlossen – noch viel für die völlige Gleichstellung im Lande zu tun gäbe.
Im Anschluss an die Parade steigen die großen Abschlussfeten. Offizieller Höhepunkt für Schwule: die Rocco Copenhagen vs. GMF Berlin Party im Halvandet, mitorganisiert vom Berliner Partymacher Bob Young, dessen Entourage seit Tagen in Kopenhagen weilt. Für Lederleute wirds noch mal deftig zu Sache gehen bei der Leather Pride Party in den Räumen des hiesigen Vereins Scandinavias Leather Club (SLM), der bereits die proppenvolle LEWD Party mitveranstaltet hat. Zwei weitere Partys, die für Lesben interessant sein könnten, sind die Rainbow Inferno und Mirage – Sabaah Party. Infos unter www.copenhagen2009.org. Weitere Berichte in Kürze.
Bericht: Thailands Volleyballsirenen
Veröffentlich von sisa am 1. August, 2009
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Am Freitag standen die Finalspiele im Volleyball in den Valbyhallen an. In der C-Klasse trafen die Männer vom Verein Der Bogenschütze aus Dresden auf Spieler aus Thailand, die sich Mai Thais nannten. Diese Gruppe war nicht nur mit Abstand das queerste in der Sektion Herren – gleich zwei, drei Ladyboys standen in der Auswahl -, es war auch das schrillste bei den Outgames: Obgleich das Publikum beide Teams lautstark anfeuerte, übertönte das sirenenhafte Gekreische der Thais alles andere.
Jeder gemachte Punkt wurde entsprechend gefeiert und getanzt. Und angeblich sind die Mai Thais damit noch nicht mal an ihre Grenzen gegangen. Wie Eike von den Bogenschützen erzählte, hat es schon Spiele gegeben, bei denen sie noch lauter aufgeheult hätten. Die Dresdner, die in diesem Jahr ihr 15-Jähriges Vereinsjubiläum feiern, lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen in drei Sätzen. Und obwohl sie ihre Gegner körperlich deutlich überragten und das Match konzentrierter und auch ernsthafter angingen, reichte es am Ende nur für Platz zwei. Sieg für Thailand. Und ein kleiner Tinnitus für manchen Gast in der Sporthalle, so laut war der Jubel der sympathischen Asiaten.
Im Finale der Männer (A-Klasse) setzten sich anschließend überraschend deutlich die Jungs aus Mexiko gegen ein zweites, professionelleres Team aus Thailand durch, beide Mannschaften glänzten durch wunderbare Spielzüge. Im Finale der Frauen trafen zwei deutsche Teams aufeinander, Berlin (Foto) gegen Köln (Foto ganz unten).
Die Kölnerinnen siegten in zwei Sätzen, die Berlinerinnen vom Verein Vorspiel, bringen Silber mit nach Hause und freuen sich auf eine mögliche Revanche bei den Gay Games 2010 in Köln. Mehr dazu in Kürze.
Was stellt man nicht alles an, um auf eine Party zu kommen. Wie viel ist man bereit zu riskieren, selbst wenn man Gefahr läuft, sich dabei auch mal lächerlich zu machen? Eigentlich dachte ich unlängst erleichtert, aus diesem Alter sei ich raus. All das Bitten und Betteln um einen Platz auf der Gästeliste fand ich immer spätpubertär, so unsouverän und stillos. Aber vor meiner gestrigen Party hatte ich viel krassere Sorgen. Mir fehlte ein Fetisch. Irgendeiner, der mir Eintritt in die Kopenhagener LEWD Party mit strengstem Dresscode gewähren würde. Eine Lederhose, wäre schon mal hilfreich gewesen. Meine lesbische Freundin hätte mir ihre geborgt, aber die hätte dann nur bis über die Knie gereicht. Ähm, auch sexy. Oder wie wäre es mit einem dieser aalglatten Gummiteile, die jeden Muskel des Körpers besonders prall zur Geltung kommen lassen. Mir fehlt an dem Abend beides. Habe diesmal auch keine Bauarbeiterklamotten im Gepäck, Handwerkeroutfits oder Taucherausrüstungen dabei. Obwohl ich bei den Outgames bin, steckt in meiner Reisetasche weder eine Sporthose noch ein Trikot (!), lediglich eine schlunzige Badehose, aber damit komme ich auf keine Lederparty der Welt. Immerhin finde ich zwischen der Kleidung einen Rasierer und nach einer halben Stunde Arbeit endlich meinen Fetisch. Dann schnell ein Polohemd angezogen, eine etwas engere Jeans und Hosenträger, die ich neulich kaufen musste, da mir mein Gürtel zerplatzt (!) war. Beim Blick in den Spiegel fühle ich mich etwas fremd. Die nette Servicefee der Etage erkennt mich nicht und fragt in ihrem gebrochenen Englisch, ob wir zu zweit in meinem Zimmer seien. “Sieht jetzt besser aus”, sagt sie später noch. Na, dann kann ja nicht viel schief gehen, heute Abend.
Die Party steigt im Fachwerkhaus eines Hinterhofs mitten im Kiez. Eintritt: 200 Kronen (25 Euro), ein kleines Flaschenbier für 40 Kronen (5 Euro). Zwei Probleme haben die Veranstalter: 1) sind definitiv zu viele Leute in der Hütte und 2) ist die Zapfanlage kaputt, das Flaschenbier nur begrenzt verfügbar. Keine Ahnung, ob die Jungs zwischendurch einen Supermarkt geplündert haben, jedenfalls gibt es ab ein Uhr an der Bar süffiges Tuborg aus der Dose, auch für fünf Euro! Trotz des Troubles ist die Stimmung unglaublich locker und aufgeheizt. Zunächst unterhält uns ein erstaunlich entstaubter Mr Leather Wettbewerb, bei dem die Kandidaten mal richtig originelle Dinge drehen und vor allem sich und ihr Mannsein auf die Schippe nehmen. That was really queer! Anschließend zünden die DJs Thomas Madvig und Jack Chang die Fetischmeute mit Drums und Bässen so richtig an. Das altehrwürdige Fachwerk erschüttert in seinen “Grundfesten”. Spannend für die Crowd ist die Location allemal: mehrere Stockwerke und Zwischenetagen, verwinkelte Ecken, dicke Balken. Einzige Fehlkonstruktion der Nacht ist der hochfrequentierte Darkroom unterm Dach. Zu den Stoßzeiten schleichen hunderte Homos auf den überhitzten Boden, einige hauen sich die Rüben an den Balken ein. All das tut der Stimmung keinen Abbruch. Ich selbst habe in dieser Nacht so viele nette Leute am Tresen kennengelernt – und auch wieder vergessen – und irgendwann am Morgen das beruhigende Gefühl mit nach Hause geschleppt, mich in Sachen Fetisch nicht restlos daneben benommen zu haben. Farvel! Sirko
Schimpf und Schläge gegen Schwule. Knallkörper im Stadion. Erste Schelte für die Stadt Kopenhagen in der Lokalpresse und seitens der Politik – von einer Blamage vor der Weltöffentlichkeit ist zu lesen. Gestern Nachmittag haben die Offiziellen der Outgames auch noch eine Sicherheitswarnung rausgegeben, da am Abend ein Fußballspiel zwischen Brøndby und Warschau angesetzt war und man Randale des Pöbels in den Straßen befürchtete. “Geht in Gruppen oder Paaren”, hieß es, “haltet die Augen offen”. Glücklicherweise hat sich offenbar kein weiterer Vorfall ereignet. Und, um das mal ganz subjektiv runterzubrechen, ich erlebe die Kopenhagener als perfekte Gastgeber: gutgelaunt, aufgeschlossen und wahnsinnig neugierig. Spinner gibt es doch überall, und von ein paar intoleranten Pappbechern sollten wir uns diese großartigen Spiele nicht versauen lassen! Die meisten von uns in Kopenhagen haben von den Vorfällen nichts mitbekommen. Weil die ganze City momentan einfach so überqueer ist. Überall prangen die großformatigen Banner, wehen die Rainbowflaggen, schwärmen Homos und Trans durch die Straßen, Gassen, über die vielen Brücken und Plätze dieser wundervollen Stadt. Es ist ein Riesenmiteinander in Kopenhagen. Viel Lächeln, Quatschen, Flirten, Freundlichkeit, Interesse, Liebe, Sex. Wie ein Regenbogen zieht sich außerdem die packende Route der Outcitys durch die Innenstadt. Das sind queere Orte, Treffpunkte, Partys bzw. Stadtteilfeste, die sich thematisch Städten wie Tel Aviv, Melbourn, Mexiko oder Antwerpen (Foto, Modenschau) nähern und ihrerseits schwul-lesbische Kultur nach Dänemark bringen.
Neben den Outcitys gibt es direkt am Kanal gelegen den Woman’s Space, einem der schönsten queeren Orte in town. Hier treffen sich die Frauen nach den Wettkämpfen auf ein Bier, was mit 25 Kronen relativ günstig ist, lauschen den Klängen der Djanes oder chillen auf einem dieser Miniliegestühle direkt am Kanale vor der beeindruckenden historischen Kulisse der Altstadt.
Foto: Mads Westermann
Um das Gegenteil von Hass, um Liebe, noch dazu um universelle, um göttliche, ging es Donnerstagnachmittag in der Kopenhagener Frauenkirche, als rund 350 Lesben und Schwule an einem Sondergottesdienst teilnahmen, an einer Massensegnung. “Wir haben in der Vergangenheit bereits homosexuelle Paare in dieser Kirche verheiratet und gesegnt”, erzählt Pfarrerin Mette Basbbil Folkekirken im Anschluss an die Zeremonie, “doch eine Segnung in dieser Größenordnung hat es in Kopenhagen wahrlich noch nicht gegeben!” Mehr als die Hälfte der queeren Kirchgänger nutzte die Gelegenheit, sich und ihre Partnerschaft gewissermaßen vor Gott segnen zu lassen. Viele von ihnen hatten Tränen in den Augen, als sie zu ihren Bänken zurückkehrten.
Foto: Mads Westermann
In dem einstündigen Gottesdienst war zuvor gepredigt worden, dass eine Segnung völlig losgelöst von der sexuellen Orientierung bzw. Geschlechtsidentität sei. “Liebe ist das Allergrößte”, sagte einer der Pfarrer (Foto oben), “und Gott ist der größte Liebhaber von allen”. Vor der Kirche empfingen anschließend überraschend viele Journalisten und TV-Teams die Frischgesegneten, das mediale Interesse fiel deutlich höher aus als bei allen bisherigen Wettkämpfen.
So sehen Champions aus: Pascal Herrbach und Gergely Darabos (Foto re.) haben am Donnerstagabend Gold im Standardtanz der Männer geholt. Die Berliner verwiesen bei den World Outgames in der Königsklasse zwei Tänzer aus Budapest sowie die Deutschen Christian Wenzel und David Wandt auf die Plätze. In allen fünf Pflichttänzen (Walzer, Tango, Wiener Walzer, Foxtrott und Quickstepp) ereichten Pascal und Gergely die Spitzennoten. Im Finale der besen sechs schwulen Tanzpaare waren vier deutsche vertreten, was einmal mehr die unglaubliche Tanzdominanz unterstreicht. “Vielleicht liegt das daran, dass wir fleißiger sind als andere”, schmunzelt Pascal im Interview. “Nein, Tanzen hat in Deutschland einfach eine sehr lange Tradition.” Phänomenal auch das Publikum in der Tanzhalle DGI Byen hinterm Hauptbahnhof. Der Ballsaal kochte bereits während der Vorrunden, im Finale schäumte die Stimmung dann über. Pascal und sein Partner Gergely, der in Ungarn geboren ist, genossen sichtlich die Wogen ihres Erfolgs. Bereits seit sechs Jahren starten sie bei schwul-lesbischen Tanzturnieren. Und sie setzen eine Berliner Tradition bei solchen Events fort: kräftig abzuräumen. Viel Zeit zum Feiern bleibt den beiden nicht, da morgen ab 10 Uhr die letzte Entscheidung auf dem Plan steht. Nach dem heutigen Sieg sind die Berliner hochmotiviert und haben gegen ein weiteres Edelmetall nichts einzuwenden.
Bei den Frauen (Senior-Klasse) stand am Nachmittag der Wettkampf in den Lateinamerikanischen Tänzen auf dem Programm. Den größten Schwung im Samba, Cha-Cha, Rumba, Paso-Doble und Jive hatten Yvonne Settle und Tori Leach aus Großbritannien (Foto), beste Deutsche wurden Almut Freund und Dorothea Arning vom Pinkballroom auf Platz vier.
Tanzen soll ja vor allem Spaß machen. So lief beim folgenden Show Dance zur völligen Erheiterung aller Zuschauer plötzlich ein pinkfarbener Hund aufs Parkett, gefolgt von seinem gestrengen Herrchen, der den pummeligen Pudel kurz an der Leine hielt und dann auch noch mit ihm tierisch schräg zu tanzen anfing. Am Ende Patz zwei für das Ehepaar Sören Stauffer-Kruse und Bradley Stauffer-Kruse (Großbritannien).


























