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Alle Einträge der Kategorie: Sport ist Mord

Bericht: Pride Parade & Partys

Veröffentlich von sisa am 3. August, 2009

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Krönender Abschluss der World Outgames in Kopenhagen war die Pride Parade von Frederiksberg zum Kopenhagener Rathaus, an der mehrere tausend Lesben, Schwule und Trans teilnahmen. Gesäumt wurde die Parade, die 13 Uhr vom Frederiksberger Oberbürgermeister Mads Lebech (Foto) offiziell eröffnet worden war, von weiteren geschätzten zehntausend Besucherinnen und Besuchern. 50 akkreditierte Akteurinnen und Akteure (darunter auch das Team Berlin, Foto) teils mit Tiefladern unterwegs, zogen rund fünf Kilometer durch die Innenstadt. Dazu zählten auch Wagen des Leather Prides, auf dem Motorrad: Henry aus Kopenhagen, der neue Mr Leather. Bestes Wetter zum Abschluss der Spiele, super Stimmung entlang der Parade, einige warfen “Kamelle” in die Menge, Süßes oder Souvenire. Von den Tiefladen dröhnte dumpfe Bässe, gegen die schwul-lesbische Chor-, Tanz und Blaskapellen zwischen den Wagen nur schwer ankommen konnten. Die World Outgames 2009 endeten offiziell mit einer Woman’s Party, der Rocco vs. GMF Party und einer Out in Leather Nacht im hiesigen SLM-Club der Scandinavian Leather Men.

News: Copenhagen Pride

Veröffentlich von sisa am 1. August, 2009

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Am heutigen Sonnabend steht ein weiterer Höhepunkt dieser World Outgames auf dem Programm, der langerwartete Copenhagen Pride, bei dem es eine Mainstreamparade sowie die Abteilung Leather/Fetisch geben wird. Die Parade startet 13 Uhr am Rathaus in Frederiksberg und endet gegen 16 Uhr auf dem Kopenhagener Rathausplatz, auf dem vor einer Woche bereits die tolle Eröffnungsshow gefeiert wurde. Vorne mitmarschieren werden neben den hunderten Sportlerinnen und Sportlern und deren Freunden der Bürgermeister von Frederiksberg sowie Politiker aller im dänischen Parlament vertretenen Parteien. Das diesjährige Motto lautet “Celebrate the right to love”. Die Veranstalter erinnern daran, dass es trotz der jüngsten politischen Fortschritte in Dänemark – im März wurde hier das Adoptionsrecht für Homos beschlossen – noch viel für die völlige Gleichstellung im Lande zu tun gäbe.

Im Anschluss an die Parade steigen die großen Abschlussfeten. Offizieller Höhepunkt für Schwule: die Rocco Copenhagen vs. GMF Berlin Party im Halvandet, mitorganisiert vom Berliner Partymacher Bob Young, dessen Entourage seit Tagen in Kopenhagen weilt. Für Lederleute wirds noch mal deftig zu Sache gehen bei der Leather Pride Party in den Räumen des hiesigen Vereins Scandinavias Leather Club (SLM), der bereits die proppenvolle LEWD Party mitveranstaltet hat. Zwei weitere Partys, die für Lesben interessant sein könnten, sind die Rainbow Inferno und Mirage – Sabaah Party. Infos unter www.copenhagen2009.org. Weitere Berichte in Kürze.

Bericht: Thailands Volleyballsirenen

Veröffentlich von sisa am 1. August, 2009

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Am Freitag standen die Finalspiele im Volleyball in den Valbyhallen an. In der C-Klasse trafen die Männer vom Verein Der Bogenschütze aus Dresden auf Spieler aus Thailand, die sich Mai Thais nannten. Diese Gruppe war nicht nur mit Abstand das queerste in der Sektion Herren – gleich zwei, drei Ladyboys standen in der Auswahl -, es war auch das schrillste bei den Outgames: Obgleich das Publikum beide Teams lautstark anfeuerte, übertönte das sirenenhafte Gekreische der Thais alles andere.

Jeder gemachte Punkt wurde entsprechend gefeiert und getanzt. Und angeblich sind die Mai Thais damit noch nicht mal an ihre Grenzen gegangen. Wie Eike von den Bogenschützen erzählte, hat es schon Spiele gegeben, bei denen sie noch lauter aufgeheult hätten. Die Dresdner, die in diesem Jahr ihr 15-Jähriges Vereinsjubiläum feiern, lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen in drei Sätzen. Und obwohl sie ihre Gegner körperlich deutlich überragten und das Match konzentrierter und auch ernsthafter angingen, reichte es am Ende nur für Platz zwei. Sieg für Thailand. Und ein kleiner Tinnitus für manchen Gast in der Sporthalle, so laut war der Jubel der sympathischen Asiaten.  

Im Finale der Männer (A-Klasse) setzten sich anschließend überraschend deutlich die Jungs aus Mexiko gegen ein zweites, professionelleres Team aus Thailand durch, beide Mannschaften glänzten durch wunderbare Spielzüge. Im Finale der Frauen trafen zwei deutsche Teams aufeinander, Berlin (Foto) gegen Köln (Foto ganz unten).

Die Kölnerinnen siegten in zwei Sätzen, die Berlinerinnen vom Verein Vorspiel, bringen Silber mit nach Hause und freuen sich auf eine mögliche Revanche bei den Gay Games 2010 in Köln. Mehr dazu in Kürze.

Szene: Fetisch verzweifelt gesucht

Veröffentlich von sisa am 31. Juli, 2009

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Was stellt man nicht alles an, um auf eine Party zu kommen. Wie viel ist man bereit zu riskieren, selbst wenn man Gefahr läuft, sich dabei auch mal lächerlich zu machen? Eigentlich dachte ich unlängst erleichtert, aus diesem Alter sei ich raus. All das Bitten und Betteln um einen Platz auf der Gästeliste fand ich immer spätpubertär, so unsouverän und stillos. Aber vor meiner gestrigen Party hatte ich viel krassere Sorgen. Mir fehlte ein Fetisch. Irgendeiner, der mir Eintritt in die Kopenhagener LEWD Party mit strengstem Dresscode gewähren würde. Eine Lederhose, wäre schon mal hilfreich gewesen. Meine lesbische Freundin hätte mir ihre geborgt, aber die hätte dann nur bis über die Knie gereicht. Ähm, auch sexy. Oder wie wäre es mit einem dieser aalglatten Gummiteile, die jeden Muskel des Körpers besonders prall zur Geltung kommen lassen. Mir fehlt an dem Abend beides. Habe diesmal auch keine Bauarbeiterklamotten im Gepäck, Handwerkeroutfits oder Taucherausrüstungen dabei. Obwohl ich bei den Outgames bin, steckt in meiner Reisetasche weder eine Sporthose noch ein Trikot (!), lediglich eine schlunzige Badehose, aber damit komme ich auf keine Lederparty der Welt. Immerhin finde ich zwischen der Kleidung einen Rasierer und nach einer halben Stunde Arbeit endlich meinen Fetisch. Dann schnell ein Polohemd angezogen, eine etwas engere Jeans und Hosenträger, die ich neulich kaufen musste, da mir mein Gürtel zerplatzt (!) war. Beim Blick in den Spiegel fühle ich mich etwas fremd. Die nette Servicefee der Etage erkennt mich nicht und fragt in ihrem gebrochenen Englisch, ob wir zu zweit in meinem Zimmer seien. “Sieht jetzt besser aus”, sagt sie später noch. Na, dann kann ja nicht viel schief gehen, heute Abend.

Die Party steigt im Fachwerkhaus eines Hinterhofs mitten im Kiez. Eintritt: 200 Kronen (25 Euro), ein kleines Flaschenbier für 40 Kronen (5 Euro). Zwei Probleme haben die Veranstalter: 1) sind definitiv zu viele Leute in der Hütte und 2) ist die Zapfanlage kaputt, das Flaschenbier nur begrenzt verfügbar. Keine Ahnung, ob die Jungs zwischendurch einen Supermarkt geplündert haben, jedenfalls gibt es ab ein Uhr an der Bar süffiges Tuborg aus der Dose, auch für fünf Euro! Trotz des Troubles ist die Stimmung unglaublich locker und aufgeheizt. Zunächst unterhält uns ein erstaunlich entstaubter Mr Leather Wettbewerb, bei dem die Kandidaten mal richtig originelle Dinge drehen und vor allem sich und ihr Mannsein auf die Schippe nehmen. That was really queer! Anschließend zünden die DJs Thomas Madvig und Jack Chang die Fetischmeute mit Drums und Bässen so richtig an. Das altehrwürdige Fachwerk erschüttert in seinen “Grundfesten”. Spannend für die Crowd ist die Location allemal: mehrere Stockwerke und Zwischenetagen, verwinkelte Ecken, dicke Balken. Einzige Fehlkonstruktion der Nacht ist der hochfrequentierte Darkroom unterm Dach. Zu den Stoßzeiten schleichen hunderte Homos auf den überhitzten Boden, einige hauen sich die Rüben an den Balken ein. All das tut der Stimmung keinen Abbruch. Ich selbst habe in dieser Nacht so viele nette Leute am Tresen kennengelernt – und auch wieder vergessen – und irgendwann am Morgen das beruhigende Gefühl mit nach Hause geschleppt, mich in Sachen Fetisch nicht restlos daneben benommen zu haben. Farvel! Sirko

Szene: The biggest lover

Veröffentlich von sisa am 31. Juli, 2009

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Schimpf und Schläge gegen Schwule. Knallkörper im Stadion. Erste Schelte für die Stadt Kopenhagen in der Lokalpresse und seitens der Politik – von einer Blamage vor der Weltöffentlichkeit ist zu lesen. Gestern Nachmittag haben die Offiziellen der Outgames auch noch eine Sicherheitswarnung rausgegeben, da am Abend ein Fußballspiel zwischen Brøndby und Warschau angesetzt war und man Randale des Pöbels in den Straßen befürchtete. “Geht in Gruppen oder Paaren”, hieß es, “haltet die Augen offen”. Glücklicherweise hat sich offenbar kein weiterer Vorfall ereignet. Und, um das mal ganz subjektiv runterzubrechen, ich erlebe die Kopenhagener als perfekte Gastgeber: gutgelaunt, aufgeschlossen und wahnsinnig neugierig. Spinner gibt es doch überall, und von ein paar intoleranten Pappbechern sollten wir uns diese großartigen Spiele nicht versauen lassen! Die meisten von uns in Kopenhagen haben von den Vorfällen nichts mitbekommen. Weil die ganze City momentan einfach so überqueer ist. Überall prangen die großformatigen Banner, wehen die Rainbowflaggen, schwärmen Homos und Trans durch die Straßen, Gassen, über die vielen Brücken und Plätze dieser wundervollen Stadt. Es ist ein Riesenmiteinander in Kopenhagen. Viel Lächeln, Quatschen, Flirten, Freundlichkeit, Interesse, Liebe, Sex. Wie ein Regenbogen zieht sich außerdem die packende Route der Outcitys durch die Innenstadt. Das sind queere Orte, Treffpunkte, Partys bzw. Stadtteilfeste, die sich thematisch Städten wie Tel Aviv, Melbourn, Mexiko oder Antwerpen (Foto, Modenschau) nähern und ihrerseits schwul-lesbische Kultur nach Dänemark bringen.

Neben den Outcitys gibt es direkt am Kanal gelegen den Woman’s Space, einem der schönsten queeren Orte in town. Hier treffen sich die Frauen nach den Wettkämpfen auf ein Bier, was mit 25 Kronen relativ günstig ist, lauschen den Klängen der Djanes oder chillen auf einem dieser Miniliegestühle direkt am Kanale vor der beeindruckenden historischen Kulisse der Altstadt. 

Foto: Mads Westermann

Foto: Mads Westermann

Um das Gegenteil von Hass, um Liebe, noch dazu um universelle, um göttliche, ging es Donnerstagnachmittag in der Kopenhagener Frauenkirche, als rund 350 Lesben und Schwule an einem Sondergottesdienst teilnahmen, an einer Massensegnung. “Wir haben in der Vergangenheit bereits homosexuelle Paare in dieser Kirche verheiratet und gesegnt”, erzählt Pfarrerin Mette Basbbil Folkekirken im Anschluss an die Zeremonie, “doch eine Segnung in dieser Größenordnung hat es in Kopenhagen wahrlich noch nicht gegeben!” Mehr als die Hälfte der queeren Kirchgänger nutzte die Gelegenheit, sich und ihre Partnerschaft gewissermaßen vor Gott segnen zu lassen. Viele von ihnen hatten Tränen in den Augen, als sie zu ihren Bänken zurückkehrten. 

Mads Westermann

Foto: Mads Westermann

Foto: Mads Westermann

In dem einstündigen Gottesdienst war zuvor gepredigt worden, dass eine Segnung völlig losgelöst von der sexuellen Orientierung bzw. Geschlechtsidentität sei. “Liebe ist das Allergrößte”, sagte einer der Pfarrer (Foto oben), “und Gott ist der größte Liebhaber von allen”. Vor der Kirche empfingen anschließend überraschend viele Journalisten und TV-Teams die Frischgesegneten, das mediale Interesse fiel deutlich höher aus als bei allen bisherigen Wettkämpfen.

Bericht: Berlin Can Dance

Veröffentlich von sisa am 30. Juli, 2009

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So sehen Champions aus: Pascal Herrbach und Gergely Darabos (Foto re.) haben am Donnerstagabend Gold im Standardtanz der Männer geholt. Die Berliner verwiesen bei den World Outgames in der Königsklasse zwei Tänzer aus Budapest sowie die Deutschen Christian Wenzel und David Wandt auf die Plätze. In allen fünf Pflichttänzen (Walzer, Tango, Wiener Walzer, Foxtrott und Quickstepp) ereichten Pascal und Gergely die Spitzennoten. Im Finale der besen sechs schwulen Tanzpaare waren vier deutsche vertreten, was einmal mehr die unglaubliche Tanzdominanz unterstreicht. “Vielleicht liegt das daran, dass wir fleißiger sind als andere”, schmunzelt Pascal im Interview. “Nein, Tanzen hat in Deutschland einfach eine sehr lange Tradition.” Phänomenal auch das Publikum in der Tanzhalle DGI Byen hinterm Hauptbahnhof. Der Ballsaal kochte bereits während der Vorrunden, im Finale schäumte die Stimmung dann über. Pascal und sein Partner Gergely, der in Ungarn geboren ist, genossen sichtlich die Wogen ihres Erfolgs. Bereits seit sechs Jahren starten sie bei schwul-lesbischen Tanzturnieren. Und sie setzen eine Berliner Tradition bei solchen Events fort: kräftig abzuräumen. Viel Zeit zum Feiern bleibt den beiden nicht, da morgen ab 10 Uhr die letzte Entscheidung auf dem Plan steht. Nach dem heutigen Sieg sind die Berliner hochmotiviert und haben gegen ein weiteres Edelmetall nichts einzuwenden.

Bei den Frauen (Senior-Klasse) stand am Nachmittag der Wettkampf in den Lateinamerikanischen Tänzen auf dem Programm. Den größten Schwung im Samba, Cha-Cha, Rumba, Paso-Doble und Jive hatten Yvonne Settle und Tori Leach aus Großbritannien (Foto), beste Deutsche wurden Almut Freund und Dorothea Arning vom Pinkballroom auf Platz vier.

Beste Latin Tänzerinnen

Beste Latin Tänzerinnen

Tanzen soll ja vor allem Spaß machen. So lief beim folgenden Show Dance zur völligen Erheiterung aller Zuschauer plötzlich ein pinkfarbener Hund aufs Parkett, gefolgt von seinem gestrengen Herrchen, der den pummeligen Pudel kurz an der Leine hielt und dann auch noch mit ihm tierisch schräg zu tanzen anfing. Am Ende Patz zwei für das Ehepaar Sören Stauffer-Kruse und Bradley Stauffer-Kruse (Großbritannien).

Silber im Showdance für den schwulen Pudel und sein Herrchen

Silber im Showdance für den schwulen Pudel und sein Herrchen

Bericht: Castros Tochter auf der LGBT-Konferenz

Veröffentlich von sisa am 30. Juli, 2009

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Homoaktivisten und deren Freundinnen und Freunde überall auf der Welt sollen sich noch stärker für die Rechte von LGBT-Menschen einsetzen und ihre Kräfte bündeln. Das ist die Hauptforderung der gestern in Kopenhagen zu Ende gegangenen World Outgames Menschenrechtskonferenz, an der über 750 Menschen aus 80 Ländern teilgenommen hatten. Zu den vielen Rednern gehörten Oberbürgermeisterin Ritt Bjerregård und Outgameschef Uffe Elbæk, Foto). Nach über 100 Workshops beschlossen die Delegierten einen Catalogue of good Practise. Darin enthalten sind 20 Kernpunkte wie “Menschenrechte und Politik”, “Out auf Arbeit”, “Kultur und Medien”, “Gesundheit”, “Bildung”, “Beziehungen und Familie ” (Download: www.copenhagen2009.org/Conference/Good_Practices.aspx). 

Bürgermeisterin und Outgameschef

Foto: Maria Laustsen

 Auf der Abschlussfeier erinnerte der Schwede Thomas Hammarberg (Foto unten, v.l.n.r.), europäischer Menschenrechtskommissar, daran, dass kein Land der Welt diskriminierungsfrei wäre und es auch in Europa im Hinblick auf Akzeptanzarbeit und Antidiskriminierung noch viel tun gäbe. Marcia Kran vom Hohen Kommissariat für Menschenrechte der Vereinten Nationen sagte, regte die Aufnahme der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität in internationale Menschenrechtsgesetze an sowie eine enge Zusammenarbeit mit den Regierungen aller Länder. Fikile Vilakazi (Südafrika) von der Koalition Afrikanischer Lesben sprach sich für eine größere Sichtbarkeit von LGBT-Frauen aus, für ein stärkeres Bewusstsein und ein Netzwerk aller LGBT in Afrika. “Unsere sexuellen Rechte werden grob verletzt”, so Vilakazi. Der Thailänder Vitib Muntarbhorn, Juraprofessor von der Chulalongkorn Universität Thailand bilanzierte die Konferenz in “Hopenhagen” sehr positiv. Dann sprach er sich gegen die Sodomie-Gesetze in etlichen Ländern aus, die Homosexualität verbieten. “Auch heterosexuelle Menschen haben ab und an etwas “Sodomie”. Insofern müssten solche Gesetze jeden Menschen verurteilen!” Muntarbhorn ist einer der Begründer der internationalen Yogyakarta Prinzipien zur Anwendung der Menschenrechte in Bezug auf sexuelle Orientierung und Geschechteridentität.  

Abschlusszeremonie der LGBT-Konferenz
Abschlusszeremonie der LGBT-Konferenz

Zur Situation der LGBT-Rechte in Kuba äußerte sich am letzten Konferenztag die Tochter des kubanischen Präsidenten Raul Castro, Mariella Castro (Foto, 3.v.l.). Fidels Nichte, Vorsitzende des Centre for Sexual Education (CENESEX) engagiert sich für Lesben, Schwule und Trans* in Kuba. So initiiert CENESEX Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen in der Bevölkerung. Eine kurzfristig einberufene Pressekoferenz mit der Kubanerin wurde aufgrund von Kommunikationsproblemen wieder abgesagt.

Fidel Castros Nichte, Mariella, Mitte
Fidel Castros Nichte, Mariella, Mitte

Szene – Drags und Sex

Veröffentlich von sisa am 29. Juli, 2009

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Diese Übergriffe auf schwule Sportler lassen einen nicht los. Sicherlich gilt Kopenhagen eine der homofreundlichsten Städte überhaupt. Und die Polizei hat bei der Klärung der Fälle auch ganze Arbeit geleistet, wie mein Kollege Thomas von der dänischen Zeitschrift Out&About bestätigt. Auch Peter, der später im New Man’s Schnäpse spendiert, ist stolz auf die hiesige Politi und schwärmt von der großen Freiheit, die Homos genießen. Um Mitternacht werde ich Zeuge eines Einsatzes vor dem bei queeren Hipsters sehr angesagten Oscars. In Kopenhagen darf nach 24 Uhr kein Alkohol mehr auf der Straße getrunken werden. Die Beamten drücken heute aber ein paar Augen zu. 

Gegen ein Uhr schlage ich im New Man’s auf. Zum ersten Mal seit Bestehen des Ladens heißt die Männerkneipe heute auch Lesben willkommen, sagt man mir. Die originelle Idee: Anlässlich der Outgames veranstaltet der Betreiber einen Drag King Abend. Gut 15, 20 Kings sorgen für beste Stimmung: Laut, lustig, lesbisch. Als ein Drag King am Nachbartisch auf seinen Geburtstag anstößt, werde ich erneut auf einen Drink eingeladen. Sehr sympathisch, diese “Herrschaften” aus Dänemark, Frankreich und sonst woher mit ihren echten und falschen Bärten und Kotletten.

Absturz um drei im Never Mind. Viel zu spät raffe ich, dass der Laden die letzte Ausfahrt vor einer einsamen Nacht ist. Sex- und liebeshungrige Homos haben ihr Abschleppseil gewissermaßen bereits im Gürtel stecken, wenn sie hier landen. Mit von der Partie: ein Volleyballteam aus Thailand, das bei den Outgames zwar noch kein Spiel gewonnen hat, dafür vom Film “Iron Ladys” schwärmt und auf der Tanzfläche einen Kerl nach dem anderen beknutscht. Ein blonder Däne macht Komplimente und fordert mich auf, ihn vor die Tür zu begleiten. Ich lehne ab. Später will ein anderer, dass ich ihm nach draußen folge. Ob er sich mit mir schlagen wolle, frage ich ihn. Der Typ kriegt sich gar nicht mehr ein vor Lachen. In Kopenhagen sind Darkrooms verboten, sagt er. Dänen müssen sich eben was einfallen lassen. Das gefällt mir. Mein Fazit: Die Stimmung in allen drei Kneipen war großartig. Leichter als in dieser Nacht kann man keine Leute kennenlernen. Farvel! Sirko

News: Explosionen im Stadion

Veröffentlich von sisa am 29. Juli, 2009

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Bei den World Outgames ist es am gestrigen Nachmittag zu einem weiteren Zwischenfall gekommen. Unmittelbar vor dem Start der Sprintwettkämpfe im Østerbro-Stadium sind mehrere winzige Bomben auf die Laufbahn geworfen worden. Dabei wurde der US-Leichtathlet Dean Koga aus Seattle an der Hand verletzt. Koga hatte sich am Startblock für seinen Einsatz bei der 4×200-Meter-Staffel vorbereitet, als die Sprengkörper über die Mauer geflogen kamen. Die Wettkämpfe wurden zwischenzeitlich unterbrochen. Etwa eine Stunde später kam es zu einer weiteren Explosion im Stadion, Sportler beobachteten eine fliehende Person. Die Kopenhagener Polizei konnte daraufhin einen 31 Jahre alten Dänen verhaften.

Der Anschlag ist die zweite Attacke auf Teilnehmer der World Outgames in Kopenhagen, bereits im Anschluss an die Eröffnungszeremonie waren am Sonnabend drei schwule Männer in der Innenstadt beschimpft und zusammengeschlagen worden. Die Veranstalter reagierten jeweils unmittelbar danach mit öffentlichen Statements. Uffe Elbæk, Chef der Outgames, nannte die Vorfälle einen Beleg dafür, welchen Risiken Lesben und Schwule überall in der Welt ausgesetzt seien. Dies zeige, wie wichtig Events wie die Outgames seien. Zudem lobte Elbæk die in beiden Fällen “exemplarische” Aufklärungsarbeit der hiesigen Polizei. Teilnehmer des Staffellaufes sagten der örtlichen Presse, dass Lesben, Schwule und Trans sogar an den vermeintlich homofreundlichsten und sichersten Orten Gefahren drohten. Vertreter der Gay Games solidarisierten sich in einem Schreiben mit den Outgames. “Wir verurteilen die gewalttätigen Attacken gegen LGBT-Athleten.”

Bericht: Nass macht Spaß

Veröffentlich von sisa am 28. Juli, 2009

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Heute habe ich meine ersten Wettkämpfe bei den World Outgames besucht und prompt dreierlei tolle Erfahrungen gemacht: 1. Man braucht weder Muskeln noch ideale Männermaße, um ein Sportidol zu werden. 2. Auch wenn sie ab und an unterrepräsentiert sind, setzt sich am Ende gerne mal eine Lesbe durch. 3. Die ganze Homowelt ist zu Gast in Kopenhagen, und dennoch ist und bleibt Berlin das heimliche Dauerthema. Aber nun mal der Reihe nach …

Vorrunde Schwimmen, 100 Meter Delphin

Gute Nachrichten kommen von der Schwimm-WM aus Rom: Dem deutschen Paul Biedermann ist es am Abend gelungen, den Giganten unter den Schwimmern, den Favoriten Michael Phelps (USA), im Finale der 200 Meter Freistil zu schlagen – und zwar mit neuem Weltrekord! Bei den Outgames warten die Deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer hingegen noch auf das erste Gold. Die Isarhechte aus München, zum Beispiel, müssen sich derzeit mit einem fünften Platz begnügen. Dafür machte der schwul-lesbische Verein Anfang der Woche andere dicke Schlagzeilen: Ab kommender Saison sind die Isarhechte Sponsor bei Tennis-Borussia Berlin! TeBe hatte in einer einmaligen Aktion “Auf die Trikots, fertig, los!” Brustsponsoren sowie Geldgeber für Bandenwerbung gesucht. Wie die Isarhechte (Foto, v.l.n.r.: Thomas, Werner, Gert, Michael, Jörg) am Beckenrand der Kopenhagener Aqua Arena bestätigten, ist der Verein fortan mit einem Sechsmeterbanner im TeBe-Stadion präsent, um somit ein Zeichen gegen Homophobie zu setzen. TeBe habe das Nachbohren eines Berliner Magazins erwähnt, sagt Jörg. Mehr dazu in der Augustausgabe der Siegessäule.

Isarhechte in Kopenhagen

Das wirklich Schöne an den Outgames: Hier gibt es keine Altersgrenzen, keine Body-Mass-Vorschriften oder Mindestzeiten, sondern jeder darf sich in der Aqua Arena nach Herzenslust nass machen. Hobbysportlerinnen messen sich mit Profis, Freizeitschwimmer mit echten Wasserhechten. Neben den Leistungen zählt halt vor allem der gemeinsame Fun. Und so endete der Wettbewerb integrierend-kommunikativ mit einer zufällig zusammengesetzten Staffel, damit sich die Schwimmer auch jenseits ihrer Vereine und Fancliquen mal näherkommen. Apropos Fansbasen: Am lautesten waren die Frauen und Männer aus Montréal und Amsterdam, auch wenn die Deutschen zumindest zahlenmäßig denen in nichts nachstanden.

Random-Staffel in Kopenhagens Aqua Arena

Random-Staffel in Kopenhagens Aqua Arena

In der Pause vor dem Turmspringen lerne ich im Foyer den Kopenhagener Mogan kennen. Er bringt sexy Bademode mit Motiven der Outgames unters queere Volk. Im Gespräch schwärmt er sofort von Berlin, das er oft besucht, weil er da viel mehr erleben könne als in Kopenhagen. Und damit ist er nicht der einzige. Berlin ist in Gesprächen omnipräsent. Und das zu Recht. Was ich außerdem erstaunlich finde, ist, wie viele Ausländer mir sagen, dass sie die Magazine Siegessäule, L-Mag oder DU&ICH kennen. Alle drei, ungelogen. Pause beendet. Auf zum Turmspringen.

Wettbewerb im Turmspringen

Wettbewerb im Turmspringen

Erstaunlich, aber beim Turmspringen ist die Konkurrenz überschaubar, lediglich neun Sportler treten an, darunter mit Kristy Grosart eine einzige Frau. Der älteste im Felde, Derek Douglas, ist bereits seit fast 30 Jahren bei Wettkämpfen aktiv. Aus Deutschland auf dem 3-Meter-Brett vertreten: André Böhm, der diesen Sport erst seit drei Monaten ausübt und dafür eine akzeptable Leistung liefert. Mein Liebling unter den Springern ist schnell ausgemacht: Cecil Bulo aus Amsterdam, der trotz seiner unwesentlich überdurchschnittlichen Körpermaße wunderbare Schrauben und Salti durch die Luft zwirbelt (Foto). Cecil ist meine neue Motivation, mich mal wieder selbst sportlich zu betätigen. Dabei sein ist schließlich alles, und hier in Kopenhagen werden sogar Arschbomben und Bauchklatscher gefeiert.

Cecil Bulo, der Star beim Turmspringen

Cecil Bulo, der Star beim Turmspringen

Cecil erhält dann auch den größten Beifall und beweist am Beckenrand echte Entertainerqualitäten. Nach jedem Sprung dankt er den tobenden Fans originell und souverän. Im Interview sagt er mir anschließend, dass er erst seit knapp einem Jahr vom Turm springt. Eigentlich sei er Schwimmer, doch das ist ihm auf Dauer zu langweilig geworden. Am Ende belegt Cecil einen guten fünften Platz. Gewonnen hat mit Kristy Grosart (Foto) die (von Cecil mal abgesehen) grazilste und professionellste Athletin, die sich mit atemberaubenden, sauberen Sprüngen am Ende durchsetzen konnte. Farvel! Sirko

Kristy Grosart vom 3-Meter-Brett

Kristy Grosart vom 3-Meter-Brett