Viele Denken, ach ich würde ja gerne mal ein paar Filme sehen, aber es gibt keine Tickets oder ich muss zu lange anstehen. Das sind Ausreden! Es lohnt sich, denn es werden tolle Filme gezeigt, die uns Welten eröffnen, die wir im üblichen TV-Brei selten zu sehen bekommen und die wenigsten Filme die hier gezeigt werden, schaffen es jemals in den Filmverleih. Die Berlinale macht Spaß, sie bildet und eröffnet Horizonte.
Hier ein paar Tipps um an Tickets zu kommen: im Kino International und Urania sind die Schlangen viel kleiner als in den Arcaden. Jeder Eventim Ticketschalter verkauft auch Berlinale Tickets, kostet 2,- extra, dafür spart man Zeit. Morgens um 10 Uhr gibt es an den Kinokassen Tickets für Filme, die an diesem Tag gezeigt werden z.B. aus der Presserückgaben.
Mein Zustand nach 4 Tagen und 10 Filmen ist sehr gut, mein Kreislauf und Immunsystem funktionieren noch. Freue mich auf jeden weiteren Film. Bis auf 2 Ausnahmen wirklich alles sehenswert gewesen.
The Terrorists
Ich denke mal, 99% der Zuschauer im Saal haben bei der Premiere des thailändischen Films the Terrorists etwas anderes erwartet. Hintergrund sind die Demonstrationen in Bangkok im letzten Jahr gegen die Regierung. Der Film hatte keine Handlung, es gab keine Dialoge oder zwischenmenschliche Szenen, eine Dokumentation war es auch nicht. Es wurden sehr lange Sequenzen von Fischern, Fischen und anderen Arbeiten gezeigt. Dazwischen immer wieder nackte Jungs die schliefen oder onanierten. Die erotischen Bilder wurden mit regimekritischen Einblendungen unterlegt. Dem Zuschauer hat sich nicht erschlossen, was der Regisseur ausdrücken möchte. Auch die Frage-Antwort-Session nach dem Film hat keine wirkliche Klarheit gebracht. Erst zum Ende wurden ohne Kommentar Szenen gezeigt, wie das Militär auf die Demonstranten geschossen hat und die sichtlich aufgeregte Bevölkerung die Polizei und das Militär beschimpften. Diese Bilder wurden in unseren Nachrichten nicht gezeigt und der Mut des Regisseurs, diesen Film zu machen, verdient Respekt. Der Film wird wohl nicht so bald in Thailand zu sehen sein und die Kritik an der Regierung und dem Königshaus kann nur im Ausland gezeigt werden. Ich denke, dass es ihm einfach nicht gelungen ist, eine bewegende Geschichte innerhalb dieser Geschehnisse zu entwickeln, die das Schicksal der Menschen während der Unruhen gezeigt hätte. Es lag wohl einfach am mangelnden Können. Schade um das spannende Thema. Nicht sehenswert.
Fjellet
Ich kann mich meinen Kollegen nur anschließen. Ein hervorragendes Filmdebut mit einer guten Filmtechnik, guter Story und emotionaler Tiefe. Interessant war für mich, dass mir die Tränen erst am Ende kamen als der Abspann schon lief, wie auch bei den beiden Darstellerinnen im Film. Sehr sehenswert.
Es grüßt der Patrick