Hello possums,
nun möchte ich doch bitte etwas richtig stellen bezüglich meines Kommentars zum Homoehe-Artikel im Magazin der Süddeutschen Zeitung. Manchmal wünsche ich mir, dass die Reden der Leute (auch meine eigenen) durch Untertitel ergänzt würden … es interessiert mich, at the end of the day, letztendlich nicht, ob ich verstanden werde, Hauptsache: Ich möchte auf keinen Fall missverstanden werden!
Nein, ich habe nichts gegen die Homoehe, ich bin (wenn auch aus praktischen, nicht aus emotional-sentimentalen) Gründen dafür, und ich habe auch nichts gegen ältere Schwule (und die beiden knutschenden Opis auf dem Cover fand ich cool – bei deren Anblick beteten sicher so einige Heten die Kloschüssel an!) – Herrgottnochmal, ich bin selbst einer, Kinder, ich war schließlich bei der Arbeit an den Pyramiden dabei! Waren schwierige Zeiten! Dunkel traumatisiert erinnere ich mich auch noch an die Anfertigung eines Goldcolliers für Montezuma! Dies nur dazu. Und jetzt bin ich in Eile, ich habe eine Verabredung mit meiner Bewährungshelferin, dennoch kurz ein Hinweis auf ein weiteres Dafür-haben-wir-nicht-gekämpft-Erlebnis.
Neulich beim Zeitschriftenhändler meines Vertrauens entdeckte ich die erste Ausgabe von GEIL MAGAZINE (5 Euro halbjährlich). Da greift man als Magazin-Junkie doch gleich zu!

“The New International Man´s Style Magazine” kommt aus der Danzigerstrasse 153 in 10407 Berlin. Spricht man dort kein deutsches Wort mehr?! Das ganze Heft ist auf Englisch und tönt, um sich vorzustellen, aufgeblasen-blumig: “Geil Magazine is an entirely new magazine concept for the German market – a fashion magazine for men including features on grooming, art, shopping, interesting gadgets, travel and lifestyle for the mature and modern man” Possums, wann habt Ihr das letzte (zum letzten) Mal einen reifen und modernen Mann getroffen?! Und warum nennt sich dieses ultraschwule (aber diesbezüglich voll verklemmte) Heft GEIL? “Geil also because the act of speaking a new language makes possible the performance of a new personality, a new person with new possibilities, in the same way that even the sound of a speaker´s voice alters in shaping sounds that are not present in another tongue. Geil Magazine is about new possibilities, and a visual language through which men´s fashion has a new emotion: GEIL!”
Harter Tobak! Und im Reiseteil wird, naturally, Berlin gehypt zu “Europe´s Capitol of Cool” und: “Europe´s most vibrant and cosmopolitan place to visit”. Wir lieben ja unser Berlin, aber – liebe Geil-Schwestern, schon mal in London oder Paris gewesen? So klappt das nicht! Für Fashionistas jeglicher Couleur bleibt die Bibel deshalb immer noch L´UOMO VOGUE, gut ist auch WING. aus Amsterdam, das nennt sich dann gleich erfrischend “global queer culture” im Untertitel. So geht´s halt auch …