Das Video zum Siegessäule Titelshooting im November 2009 …
Einträge mit dem Stichwort: Berlin
Die Siegessäule Umfrage in Schöneberg zum Thema Gewalt und Homophobie in Schöneberg, vom Oktober 2009!
Endlich fängt die 10-tägige Berlinale-Geburtstagsparty an! Tausend Leute laufen mit den grossen lila-grünen Taschen quer durch die Stadt, und das ist ein gutes Zeichen. Also, ich träume nicht mehr, alles real. Wir sind echt eine riesige kinosüchtige Gemeinschaft!
Ich bereite mich für die Panorama Eröffnung – “Veselchaki” – vor und bin wirklich gespannt, ob die Schauspielerin Renata Litwinowa es geschafft hat, nach Berlin zu kommen. Wäre ja toll.
Aber ansonsten – mein erster Tipp: “Postcard to Daddy”. Lohnt sich. Ein sehr eindringlicher, ehrlicher und mutiger KinoVersuch, über ein schmerzhaftes Trauma zu sprechen und dieses zu bewältigen.
Inga / ELSE-Jury
Beatrice Behn (Foto), Filmwissenschaftlerin, Journalistin und Festivalmacherin bloggt zusammen mit Silvi Brandstätter und der ELSE-Jury live vom Filmfestival!
Hier die Video-Umfrage zur aktuellen Siegessäule Titelgeschichte im November. Wir fragten Passanten , ob ihrer Meinung nach die Gewalt gegen Schwule, Lesben und Trans* im Kiez zugenommen hat.
Was sind deine Erfahrungen? Entsteht in Schöneberg ein Angstraum? Oder sollten alle mal wieder runterkommen und keine Hysterie schüren?
Wir wollen wissen: Wo fühlt ihr euch bedroht, wo fühlt ihr euch sicher?
Hat die Gewalt gegen Schwule, Lesben und Transgender deiner Meinung nach zugenommen?
In welchem Kiez lebt es sich deiner Meinung nach sicher und in welchem unsicherer?
Deine Meinung ist gefragt! In der November Siegessäule gibt es dann ein Schwerpunktthema dazu.
foto: rs/pixelio.de
Coole Location, heißer Sound, keiner da
Veröffentlich von nachtschicht am 2. September, 2009
It´s Time for Kens. Sorry Barbie. „Da kommen wir doch nicht rein“ sagt meine Begleitung, noch bevor wir einen Fuß vor die Haustür gesetzt haben. „Ach was, das geht schon.“ Und ich behalte Recht. Außer uns sind sogar noch zwei weibliche Exemplare zu sehen. Ob das daran liegt, dass der Club fast leer ist? So um die 20 Leute stehen rum. In der Raucherlounge noch mal fünf. An der Location kann es nicht liegen, die ist nämlich echt geil. Ein Backsteingewölbe, das von Säulen in Regenbogenfarben getragen wird. An den Wänden entlang sind bequeme Sitzbänke aus schwarzem Leder, durch die man den Bass im ganzen Körper spürt. Der Mix aus House/Electro und bekannten Hits von Mia bis Michael Jackson kann sich auch hören lassen Leider ist der Mainfloor bis auf zwei Standart tanzende Schwuppen trotzdem leer. Auf dem kleinen, angrenzenden BLUfm Floor ist gar nichts los. Schade eigentlich, schöne Location und coole Beats. Aber keiner da, der´s mitkriegt oder gar weitersagen kann. Um 2 Uhr, als der Darkroom im ersten Stock öffnet, füllt sich der Club langsam- doch richtig voll ist es immer noch nicht. Aber: Der Club hat erst seit Juli offen, das lässt hoffen!
borracha
Fresh air for all tits: Aktion im Görli
Veröffentlich von Céline Robinet am 20. Juli, 2009
Das mit dem Wetter und den sekundären sexuellen Merkmalen ist so eine Sache. Gestern gab es im Görlitzer Park eine Demo “for the right of being topless without gender discrimination”. Denn als Frau möchte ich ja manchmal auch im Sommer bei der Hitze mein T-Shirt einfach so ausziehen dürfen, genauso wie alle anderen Männer auch. Alle? Eigentlich nicht ganz. Anscheinend darf ja nicht jeder seinen Körper freizügig zeigen (dicke Männer, zu behaarte Männer, Transgender ohne Brust-OP, usw.). Aber gestern gab es im Görlitzer Park auch eigentlich keinen Grund, sein T-Shirt einfach so ausziehen zu wollen. Es war kalt. Es kamen immerhin 40 Menschen hin.
Sobald die ersten Brustkörbe befreit wurden, kam die Polizei: die Brust durfte man zeigen, aber nicht das Transpi. Denn das Transpi wies auf eine vorbereitete Demo hin. Nun aber, ohne Anmeldung dürfe man nur spontane Demos machen. Doch vorbereitete Demos seien nicht spontan. Folgerichtig. Also wurde das Transpi als Decke für unser Picknick umgewandelt.
Jetzt frage ich mich: Warum gelten Sprüche auf T-Shirts gegen den Krieg in Irak oder für den Umweltschutz nicht als Demoparolen? Also warum wird nicht jede Gruppe von Freund_innen als vorbereitete Demo betrachtet, sobald eine_r ein Spruch-T-Shirt anhat? Ja, warum sind Gruppen von Freund_innen eigentlich nicht gesetzwidrig und sofort aufzulösen?
Vielleicht benutzen wir für unsere nächste spontane Demo T-Shirts statt Transpis. Wobei T-Shirts für eine Oben-Ohne-Demo sind auch doof.
SIS TV 29.6. – Ohne Publikum kein CSD. Mehrere Hunderttausend Zuschauer und Zuschauerinnen säumten am Samstag die Route der großen Demo. Siegessäule TV fragte die Passanten, was sie über den CSD denken und was das überhaupt ist.
Chère Daniela,
der Rapper Bushido ist ein Pisser. Du hast recht. Auch wenn wir alle in irgendeiner Form pissen, beim Liegen, Sitzen oder Stehen, in Kloschüsseln oder Münder, auf nackte Körper oder in den Schnee, wie man warmen Kaffee in kalten Milchschaum gießt.
Gestern traf der Zug des transgenialen CSD den Rapper an einer Imbissbude am U-Bahnhof Schlesisches Tor. Du, chère Daniela, hattest die Moderation am Hauptwagen übernommen aber dank eines kabellosen Mikrofons konntest du durch die Menge. Als du den Pisser entdeckt hast, der dabei war seine Pommes zu essen, sagtest du lautstark ins Mikro, was du von ihm und seinen frauenfeindlichen und homophoben Songs hältst. Bushido konnte sich seine Hetze nicht verkneifen und beschimpfte die Demo. Ausdrücke wie lesbische Fotzen und Schwuchtel fielen. Natürlich.
Manche meinen, dass man niemand dazu bringt, über sein Handeln und seine Homophobie nachzudenken, indem man ihn an den Pranger stellt und sich damit auf sein niedriges Niveau begibt. Wie denn dann? Hätte das Orgateam vom transgenialen CSD Bushido zur Abschlußkundebung am Heinrichplat zu einem netten, kleinen Auftritt einladen sollen? Zur Erinnerung: 2007 hatte die „Bravo“-Zeitschrift eine Veranstaltung gegen Gewalt an Schulen organisiert. Zu dem Anlaß war Bushido am Brandenburger Tor aufgetreten. Auf Aufruf von homosexuellen Vereinigungen hatten rund 50 Menschen dagegen demonstriert. Daraufhin hatte Bushido den Mittelfinger gezeigt und von der Bühne herab gesagt: “Die Wichser können demonstrieren, sich aufhängen – ich scheiß drauf”.
Ich bin sonst ein ruhiger Mensch – zumindest bilde ich mir das ein – und ich sehne mich nach Harmonie. Aber es gibt Momente, wo das nicht mehr geht.
Also chère Daniela, bravo für deine Aktion, du warst toll!
Und es leben die kabellosen Mikrofone!
(Daniela: Queer Aktivistin)
(Photo: Björn Kietzmann, Quelle: Berliner Morgenpost)








