Siegessaeule BlogSchwul-lesbischer Blog für Berlin und Deutschland

Einträge mit dem Stichwort: Berlin

Fresh air for all tits: Aktion im Görli

Veröffentlich von Céline Robinet am 20. Juli, 2009

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Das mit dem Wetter und den sekundären sexuellen Merkmalen ist so eine Sache. Gestern gab es im Görlitzer Park eine Demo “for the right of being topless without gender discrimination”. Denn als Frau möchte ich ja manchmal auch im Sommer bei der Hitze mein T-Shirt einfach so ausziehen dürfen, genauso wie alle anderen Männer auch. Alle? Eigentlich nicht ganz. Anscheinend darf ja nicht jeder seinen Körper freizügig zeigen (dicke Männer, zu behaarte Männer, Transgender ohne Brust-OP, usw.). Aber gestern gab es im Görlitzer Park auch eigentlich keinen Grund, sein T-Shirt einfach so ausziehen zu wollen. Es war kalt. Es kamen immerhin 40 Menschen hin.

Sobald die ersten Brustkörbe befreit wurden, kam die Polizei: die Brust durfte man zeigen, aber nicht das Transpi. Denn das Transpi wies auf eine vorbereitete Demo hin. Nun aber, ohne Anmeldung dürfe man nur spontane Demos machen. Doch vorbereitete Demos seien nicht spontan. Folgerichtig. Also wurde das Transpi als Decke für unser Picknick umgewandelt.

Jetzt frage ich mich: Warum gelten Sprüche auf T-Shirts gegen den Krieg in Irak oder für den Umweltschutz nicht als Demoparolen? Also warum wird nicht jede Gruppe von Freund_innen als vorbereitete Demo betrachtet, sobald eine_r ein Spruch-T-Shirt anhat? Ja, warum sind Gruppen von Freund_innen eigentlich nicht gesetzwidrig und sofort aufzulösen?

Vielleicht benutzen wir für unsere nächste spontane Demo T-Shirts statt Transpis. Wobei T-Shirts für eine Oben-Ohne-Demo sind auch doof.

Berliner CSD 2009

Veröffentlich von sis am 29. Juni, 2009

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SIS TV 29.6. – Ohne Publikum kein CSD. Mehrere Hunderttausend Zuschauer und Zuschauerinnen säumten am Samstag die Route der großen Demo. Siegessäule TV fragte die Passanten, was sie über den CSD denken und was das überhaupt ist.

Bushido ist ein Pisser

Veröffentlich von Céline Robinet am 28. Juni, 2009

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Chère Daniela,

der Rapper Bushido ist ein Pisser. Du hast recht. Auch wenn wir alle in irgendeiner Form pissen, beim Liegen, Sitzen oder Stehen, in Kloschüsseln oder Münder, auf nackte Körper oder in den Schnee, wie man warmen Kaffee in kalten Milchschaum gießt.

Gestern traf der Zug des transgenialen CSD den Rapper an einer Imbissbude am U-Bahnhof Schlesisches Tor. Du, chère Daniela, hattest die Moderation am Hauptwagen übernommen aber dank eines kabellosen Mikrofons konntest du durch die Menge. Als du den Pisser entdeckt hast, der dabei war seine Pommes zu essen, sagtest du lautstark ins Mikro, was du von ihm und seinen frauenfeindlichen und homophoben Songs hältst. Bushido konnte sich seine Hetze nicht verkneifen und beschimpfte die Demo. Ausdrücke wie lesbische Fotzen und Schwuchtel fielen. Natürlich.

Manche meinen, dass man niemand dazu bringt, über sein Handeln und seine Homophobie nachzudenken, indem man ihn an den Pranger stellt und sich damit auf sein niedriges Niveau begibt. Wie denn dann? Hätte das Orgateam vom transgenialen CSD Bushido zur Abschlußkundebung am Heinrichplat zu einem netten, kleinen Auftritt einladen sollen? Zur Erinnerung: 2007 hatte die „Bravo“-Zeitschrift eine Veranstaltung gegen Gewalt an Schulen organisiert. Zu dem Anlaß war Bushido am Brandenburger Tor aufgetreten. Auf Aufruf von homosexuellen Vereinigungen hatten rund 50 Menschen dagegen demonstriert. Daraufhin hatte Bushido den Mittelfinger gezeigt und von der Bühne herab gesagt: “Die Wichser können demonstrieren, sich aufhängen – ich scheiß drauf”.

Ich bin sonst ein ruhiger Mensch – zumindest bilde ich mir das ein – und ich sehne mich nach Harmonie. Aber es gibt Momente, wo das nicht mehr geht.

Also chère Daniela, bravo für deine Aktion, du warst toll!

Und es leben die kabellosen Mikrofone!

(Daniela: Queer Aktivistin)

(Photo: Björn Kietzmann, Quelle: Berliner Morgenpost)

GEIL: der neue Man’s Style?

Veröffentlich von Egbert am 10. Juni, 2009

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Hello possums,

nun möchte ich doch bitte etwas richtig stellen bezüglich meines Kommentars zum Homoehe-Artikel im Magazin der Süddeutschen Zeitung. Manchmal wünsche ich mir, dass die Reden der Leute (auch meine eigenen) durch Untertitel ergänzt würden … es interessiert mich, at the end of the day, letztendlich nicht, ob ich verstanden werde, Hauptsache: Ich möchte auf keinen Fall missverstanden werden!

Nein, ich habe nichts gegen die Homoehe, ich bin (wenn auch aus praktischen, nicht aus emotional-sentimentalen) Gründen dafür, und ich habe auch nichts gegen ältere Schwule (und die beiden knutschenden Opis auf dem Cover fand ich cool – bei deren Anblick beteten sicher so einige Heten die Kloschüssel an!) – Herrgottnochmal, ich bin selbst einer, Kinder, ich war schließlich bei der Arbeit an den Pyramiden dabei! Waren schwierige Zeiten! Dunkel traumatisiert erinnere ich mich auch noch an die Anfertigung eines Goldcolliers für Montezuma! Dies nur dazu. Und jetzt bin ich in Eile, ich habe eine Verabredung mit meiner Bewährungshelferin, dennoch kurz ein Hinweis auf ein weiteres Dafür-haben-wir-nicht-gekämpft-Erlebnis.

Neulich beim Zeitschriftenhändler meines Vertrauens entdeckte ich die erste Ausgabe von GEIL MAGAZINE (5 Euro halbjährlich). Da greift man als Magazin-Junkie doch gleich zu!

“The New International Man´s Style Magazine” kommt aus der Danzigerstrasse 153 in 10407 Berlin. Spricht man dort kein deutsches Wort mehr?! Das ganze Heft ist auf Englisch und tönt, um sich vorzustellen, aufgeblasen-blumig: “Geil Magazine is an entirely new magazine concept for the German market – a fashion magazine for men including features on grooming, art, shopping, interesting gadgets, travel and lifestyle for the mature and modern man” Possums, wann habt Ihr das letzte (zum letzten) Mal einen reifen und modernen Mann getroffen?! Und warum nennt sich dieses ultraschwule (aber diesbezüglich voll verklemmte) Heft  GEIL?  “Geil also because the act of speaking a new language makes possible the performance of a new personality, a new person with new possibilities, in the same way that even the sound of a speaker´s voice alters in shaping sounds that are not present in another tongue. Geil Magazine is about new possibilities, and a visual language through which men´s fashion has a new emotion: GEIL!”

Harter Tobak! Und im Reiseteil wird, naturally, Berlin gehypt zu “Europe´s Capitol of Cool” und: “Europe´s most vibrant and cosmopolitan place to visit”. Wir lieben ja unser Berlin, aber – liebe Geil-Schwestern, schon mal in London oder Paris gewesen? So klappt das nicht! Für Fashionistas jeglicher Couleur bleibt die Bibel deshalb immer noch L´UOMO VOGUE, gut ist auch WING. aus Amsterdam, das nennt sich dann gleich erfrischend “global queer culture”  im Untertitel. So geht´s halt auch …

Zweimal CSD – ist das Luxus?

Veröffentlich von sis am 18. Mai, 2009

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Das war ein zivilisierter Abend gestern im Schwuz. Die  Beteiligten kennen sich seit Jahren und respektieren die unterschiedlichen Ansätze. Kontroversen brachte das Publikum ein. Ob lesbische Migrantinnen oder Transidente: Ihre Realität kann der große CSD offenbar nur unbefriedigend abbilden und integrieren. Dieses Mankos sind sich seine Organisatoren allerdings bewusst.
Sind zwei CSDs Luxus? Wohl eher ein Privileg, wenn man betrachtet wie LGBT am selben Wochenende in Riga und Moskau schon um ihr elementares Versammlungsrecht vergeblich kämpfen!
zw