Siegessaeule BlogSchwul-lesbischer Blog für Berlin und Deutschland

Einträge mit dem Stichwort: Berlinale 09

Else-Jury

Veröffentlich von berlinale2010 am 15. Februar, 2010

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Halbzeit für die Leserjury der Siegessäule. Wir alle waren froh, von der Redaktion ausgewählt zu sein, die Else, the golden angel, vergeben zu dürfen. Hurra nochmal. Tja, Halbzeit- nur. Die Ahnung, das könnte es gewesen sein, müssen wir zurückstellen bis die letzte Spule gelaufen, die letzte Scheibe eingelegt ist.

Schon jetzt sind wir durch ein Meer von Gefühlen gelaufen. Herz, Schmerz, aber auch viele, wohltuende leisere Töne. Jeder hat schon ein paar Tränen vergossen, auch wenn wir bisher von ernst zu nehmenden Brutalitäten und intergalaktischen Kriegen verschont wurden. Dagegen: Enzo und Mary (endlich) auf dem Lande, Peter und Allen in San Francisco, Tomer und Andreas in Berlin, Syd und Nick in Minneapolis. Ein Kino der zurückhaltenderen Stimmen, trotzdem der grossen Leidenschaften oder stillen Verdienste, eben des ganz “normalen” queeren Lebens. 

Das die Sektion Panorama mit ihrer queeren Ausrichtung weiterhin ihre Bedeutung hat, machte mir ein Beitrag aus dem Tagesspiegel vom 11. Februar 2010 ( Berlinale Eröffnung) zum weiterhin ungeklärten Selbstmord zweier Polizisten deutlich: “(April 2005) – Die Polizeibeamtin B. M. nimmt sich das Leben. Sie war durch eine Geschlechtsumwandlung bekannt geworden und hatte ebenfalls über Mobbing geklagt.”      

Michael

Tag 3: Überlebenstechniken

Veröffentlich von berlinale2010 am 14. Februar, 2010

1 Kommentar

Stunden Schlaf: 3,5h (vielleicht sollte ich ab jetzt auch die Augenringdicke messen)
Kaffeedosis: 0,75 Liter (bisher…)

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Nachdem ich gestern von einer Horde wild gewordener Shah Rukh Khan Faninnen fast zu Tode getrampelt wurde, habe ich gestern beschlossen ab sofort einen großen Bogen um den Berlinale Palast zu machen. Dumm nur, dass ich das vorhin vergessen hatte. Auf meinem Weg zum Pressezentrum fiel es mir dann wieder ein als ich gerade von einer Horde verrückter Leonardo DiCaprio Fans überrollt wurde. Offensichtlich habe ich das Talent immer da zu sein wo gleich ein Star aus irgendeiner Tür kommt. Wenn mal solche Star bedingten Nahtoderfahrungen macht, kommt man irgendwann zu dem Schluss, dass man noch mehr Filme gucken sollte. Man weiß ja nie, welcher Fanclub einen irgendwann wirklich in die ewigen Jagdgründen befördert. Deswegen bin ich heute tapfer und werde mir um 22.00 Uhr “Deer Hunter” ansehen. Der geht schlappe 183 Minuten und Gott sei Dank kann ich überhaupt kein Mathe und habe somit keine blasse Ahnung wie lang das genau ist. (Bitte sagts mir nicht). “Deer Hunter” ist ein Kriegsfilm von 1978 und einer der Gründe dafür, dass die Berlinale in jenem Jahr zum ersten und einzigen Mal abgebrochen wurde, da die sozialistischen Filmdelegationen den ganz und gar nicht lustig fanden. Also ein spannendes Stück Berlinalegeschichte. Aber trotzdem, ich muss bekloppt sein. Obwohl, vielleicht lerne ich da ja Nahkampftechniken, mit denen ich die nächsten Verrückten am Potsdamer Platz in den Schwitzkasten nehmen kann.

Beatrice

Tag 2: Rumgeheule

Veröffentlich von berlinale2010 am 13. Februar, 2010

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Stunden Schlaf: 5,0h
Kaffeedosis: 0,75 Liter + ein Espresso, der so klein war, dass er nicht gilt

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8.30 Uhr morgens in Deutschland. Schlaftrunken drängeln sich die Jury und meine Wenigkeit in den Berlinale Palast. Um die Uhrzeit einen Film wie ”Howl” zu gucken, hat schon was masochistisches. Noch bevor der erste Koffeinschub so richtig eingesetzt hat, befinden wir uns im Amerika der 50er Jahre und mitten in einem Beat Generation Poem, von dem ich selbst im richtig wachen Zustand nur so die Hälfte kapieren würde. Während James Franco sich redlich bemüht mit seiner Hornbrille intellektuell – und nicht wunderschön – auszusehen, betrachte ich das Publikum. Den Inhalt des Gedichts kapiert wohl keiner so ganz. Ich bin beruhigt.

Nach “Howl” rennen wir aus dem Berlinale Palast raus…und gleich wieder rein, denn der sonst so volle Jurystundenplan hat doch tatsächlich hier und da ein wenig Platz und somit Zeit ein wenig “privat” zu gucken. Zufällig kommt gerade “Ghost Writer”, der neue Film von Roman Polanski, der ja dieses Mal nicht selbst answesend sein wird, weil sein schweizer Fußkettchen nicht bis nach Berlin reicht. Sein Film ist recht unterhaltsam, ein zynischer Film Noir mit Ewan McGregor, der irgendwie schon mal besser aussah. Lichtblick für meine Augen hier Kim Cattrall, bekannt als Samantha aus “Sex and the City”. Immer wenn ich sie in einem anderen Film sehe, erwarte ich, dass sie gleich in einen Vibratorenmonolog ausbricht und den nächst besten Menschen zwangsbekopuliert. In “Ghostwriter” wäre das dann Ewan McGregor gewesen. Zu meinem Leidwesen war sie ganz brav und trug nicht mal Ausschnitt.

Beatrice