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Einträge mit dem Stichwort: Berlinale Wettbewerb

Scherenschnitt trifft 3D

Veröffentlich von elsejury am 13. Februar, 2011

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Ein alter Techniker, ein Junge und ein Mädchen. Diese drei Protagonisten treffen sich Nacht für Nacht in einem alten Kino und erschaffen sich ihre Traumwelten. “Les Contes de la nuit” (Tales of the Night) des französischen Regisseurs Michel Ocelot lief zunächst im Fernsehen. Die Einzelepisoden wurden nun zu einem 84 minütigen Film zusammengefügt. Gerade jenes Gefüge ist es denn auch, dass das Vergnügen an diesem ansonsten gelungenen Film trübt.

Die alte Technik des Scherenschnitts mit der Neuerung des 3D-Kinos zu kombinieren geht rein ästhetisch betrachtet auf. Mit einem an die Grenzen des psychedelisch reichenden Farbregister, bedient der Film eindeutig einen Schauwert. Auf der Erzählebene schafft es Ocelot zwar die klassischen Geschichten ironisch zu brechen, nach den insgesamt sechs Einzelepisoden ist jedoch auch, zumindest für Erwachsene, sättigende Ermüdung zu spüren. Drachen, goldenen Städte und Prinz und Prinzessin, das Mädchen in Gefahr und sein Retter – die Storys der Episoden sind altbekannt. Ein bildstarkes Werk.

Andreas und Manuel

Zumindest die Kids sind All Right…

Veröffentlich von berlinale2010 am 17. Februar, 2010

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Stunden Schlaf: 9,0h nachdem die Nacht davor aus circa 1,5h bestand

Kaffeedosis: nicht mehr zählbar

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Wenn man von einem Film zum nächsten rennt, verliert man irgendwann den Überblick. Ich habe kein Ahnung welcher Wochentag heute ist und wie lange die Berlinale jetzt schon läuft. In meiner Welt ist heute der “The Kids Are All Right” Tag. Gerade komme ich aus Lisa Cholodenkos neuem Film, der lange auf sich warten ließ und ich bin sehr froh ihn gesehen zu haben. Ein bisschen komme ich mir vor als wäre ich bei einem historischen Moment dabei gewesen. (Achtung, jetzt wird es richtig schlimm film-nerdig.) Wenn man sich den amerikanischen Mainstream Film so in Hinsicht auf lesbische Rollen betrachtet, fällt auf, dass die ersten paar Jahrzehnte das lesbisch sein auf der Leinwand vor allem durch Abwesenheit glänzt. Erst mit der beginnenden sexuellen Revolution und der politsch-emanzipatorischen Welle, die dieser folgte, kamen wir auf den Schirm. Von da an bis heute hat es sehr lange gedauert den üblichen Klischees zu entkommen und derer gab es so viele: Lesben sehen aus wie Kerle, sind sadistische bösartige Frauen. Lesben sind geisteskrank oder brauchen nur mal einen ordentlichen Penis, der sie zurück in die Realität vögelt. Lesbisch sein bedeutet unglücklich sein. Ein Film endet für sie nie gut. Wenn sie nicht sterben, werden sie bestraft, bleiben einsam oder werden verrückt.

Klar gibt es seit den 80er Jahren auch endlich Bewegungen im Film, die dem entgegenwirkten und Lesben anders darstellten, doch leider ist bisher nicht allzu viel davon im Mainstream angekommen. Geschweige denn, dass ein Film solch eine Frau nicht nur durch ihre sexuelle Neigung charakterisieren würde, sondern als Mensch, der nebenbei auch Lesbe ist. Chodolenkos Film hat genau das getan. Es geht nicht um ein lesbisches Paar mit zwei Kindern, es geht um ein Paar. Und wie schwierig Beziehungen sind, egal welcher Art sie sind. Die Kinder sind aus der Retorte und im Zuge des Erwachsenwerdens wollen sie ihren Vater kennen lernen. Bisher wäre so ein Film wahrscheinlich so ausgegangen, dass eine der beiden lesbischen Frauen erkennt, dass ein Mann das einzig wahre ist und es hätte sich eine heterosexuelle “Normalkonstellation” gebildet. Die andere – die klassich unbelehrbare Lesbe – wäre bestraft worden mit Verlust.

So ist es aber diesmal nicht. Homosexualität ist in diesem Film endlich nicht mehr das “schwache System”, niemand wird wegen seiner Neigungen bestraft, höchstens wegen seiner ihm/ihr angeborenen Idiotie. Homo und Heteros sind bei Cholodenko auf einer Ebene, einer menschlichen, wo alle gleich dumm, gleich verletzlich, gleich bedürftig sind. Dazu kommt noch, dass die Hauptakeure von Anette Bening und Julianne Moore gespielt werden, was nicht nur schön fürs Auge ist, sondern dem Film auch definitives Mainstreamappeal gibt. Es war wirklich eine Freude diesen Film zu sehen (zumal er einer von den zwei (!!) diesjährigen Filmen ist, die mich als lesbische Frau überhaupt repräsentieren. Und auch wenn ich inzwischen wie ein Zombie über die Berlinale stolpere – wenigstens die Kids sind All Right…

Beatrice