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Einträge mit dem Stichwort: Dildo

Weihnachtsgeschenk – Teil 2

Veröffentlich von Céline Robinet am 22. Dezember, 2008

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Chère Stefanie,

mit der Heiligen Maria zu ficken, ist echt ein Ding. Ich meine den Dildo in Form von Maria mit der Blume, die sich von ihren Füssen herhebt und die Klit stimuliert. Ach so, stimmt, du nennst sie die “Madonna”. Also mit Madonna zu ficken, ist echt ein Ding. Ok, den Toy habe ich gedreht und mir die knospende Rose lieber von hinten gesteckt. So, ein oder zwei Zentimeter rein, hat erstmal gereicht. Nur die vibrationsfunktion habe ich ausser Acht gelassen – Vibratoren an sich finde ich geil, aber das macht viel zu viel Krach. Krass, wieso hat sich bis jetzt kein-e Erfinder-in genügend mit dem Thema weiblicher Sexualität auseinandergesetzt, um stumme Vibratoren zu erschaffen? Muss doch wohl möglich sein. Apropos, lange habe ich geglaubt, dass diese Teile zum Eindringen vorgesehen sind – eine Art etwas ruhigeres Presslufthammers. Aber non: Am besten sind Vibratoren für die Stimulation der Klitoris geeignet!

Wer hätte das gedacht.

Sowie: Lange, noch bevor ich mit einer bio-Frau Sex hatte, habe ich mich auf einen Doppeldildo gefreut. So einen toy, den wir beide in uns haben, und mit dem wir uns gegenseitig Stösse geben und auch gleichzeitig den Venus-Hügel und die Klit aneinander reiben können, so ein Ding, das nicht rausrutscht und mit dem wir aber auch richtig Liebe machen können. Bisher sind meine Erwartungen nicht ganz in Erfüllung gegangen. Von daher finde ich es super, chère Stefanie, dass du dich damit beschäftigst und bei deinen Kundinnen nachfragst und darauf neue Modelle entwirfst, die dann immer besser werden. Merci.

Ach so, und in gewisser Hinsicht sind wir Lesben dank deinen Spielzeugen ja alle wie Pamela Anderson. Nur, dass wir das Silikon nicht in der Brust sondern umgeschnallt als Schwanz tragen. Ausserdem spritzen wir es uns irgendwie auch selber ein, oder gegenseitig, oder so. Ach, arme Pam, die vorm Schlafengehen ihren Busen nicht abnehmen und ihn auch nicht mit lauwarmem Wasser und Seife oder Spülmittel reinigen kann.

Wie auch immer. Stefanie, “Wellen”, deinen Bestseller mit wellenförmiger Oberfläche, finde ich toll. Aber am meisten freue ich mich über deinen “Klassiker”. Den habe ich mir in Schwarz mit 44 mm Durchmesser und 190 mm Länge gekauft. grins.
(Stefanie Dörr: Gründerin von PlayStixx BERLIN, art-erotic-toys manufacture www.playstixx.de)

Weihnachtsgeschenk – Teil 1

Veröffentlich von Céline Robinet am 22. Dezember, 2008

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Chère Beatriz,

neulich sah ich zwei freundliche Lesben vor einem Stand mit Dildos und Harnessen, wie sie mit grossen Augen staunten: dass es sowas gibt. Wofür denn eigentlich? Nee, wollten sie nicht ausprobieren. Das sei doch bloss das blanke Nachmachen des heterosexuellen Geschlechtsverkehrs.

Also ich verstehe es nicht. Dass es noch Lesben gibt, die nicht wissen, dass es der Möse – und auch dem Arsch – eine grosse Freude bereitet, penetriert zu werden. Nur, weil sie Penetration mit Penis gleichsetzen. Wenn das nicht heisst, die weibliche bzw. lesbische Sexualität vom heteronormativen Muster bestimmen zu lassen! Meine theorie ist, dass wir uns erst dann vom Penis als einzigen Eindringer lösen können, wenn wir die unterschiedlichen Objekte, die zu Penetrationszwecken verwendet werden können: Finger, Dildo, Penis, Faust, Gurke, Stift… auf eine paradigmatische Achse festlegen. D.h. im Grunde ist der Penis wie eine Gurke; die Gurke wie ein Stift, usw; die Paradigmen sind frei nach Laune austauschbar und für sich gleichwertig. Das ist eigentlich so. Obgleich wir im Alltag keine Penisse essen und nicht mit Penissen schreiben. Minuspunkte für Schwänze. Mit Gurken und Stiften werden obendrein weniger Menschen vergewaltigt. Übrigens ist Penetration als fast unumgängliche Praktik des Fickens eine westliche Sichtweise: Im asiatischen Raum, z.b. in Japan, ist das Umhüllen wichtiger – daher hat Bondage dort einen besonderen Stellenwert. Aber wir leben ja im Westen. Daher die Dildos. Die ersten, die in der Lesbenszene kursierten, waren auch oft in Form von Delphinen anzutreffen, um nicht zu erschrecken. Oder als Heilige Maria mit einer Blume, die sich von ihren Füssen herhebt und die Klitoris kitzelt. Es gab auch Würmer. So hot! und heutzutage: Dildos mit blinkendem Ende, damit frau ihre Sexpartnerin im Darkroom lokalisieren kann. Welche in Form von Gurken, die bei der Anwendung ihre grüne Farbe verlieren und gelb werden. Die aber dann nicht zu verwechseln sind mit den Maiskolben-dildos. Da frage ich mich, ob durch die Hitze da drin diese plötzlich zu Popcorn werden. Anyway. Ein dildo ist ein schönes Geschenk. Und nicht nur zu Weihnachten. Auch wenn er genau in eine Socke passt. Da freuen sich doch die Fussfetischisten.

(Beatriz Preciado: Philosophin und Autorin)