Siegessaeule BlogSchwul-lesbischer Blog für Berlin und Deutschland

Einträge mit dem Stichwort: Film

it is not a dream

Veröffentlich von berlinale2010 am 11. Februar, 2010

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Endlich fängt die 10-tägige Berlinale-Geburtstagsparty an! Tausend Leute laufen mit den grossen lila-grünen Taschen quer durch die Stadt, und das ist ein gutes Zeichen. Also, ich träume nicht mehr, alles real. Wir sind echt eine riesige kinosüchtige Gemeinschaft!

Ich bereite mich für die Panorama Eröffnung – “Veselchaki” – vor und bin wirklich gespannt, ob die Schauspielerin Renata Litwinowa es geschafft hat, nach Berlin zu kommen. Wäre ja toll.

Aber ansonsten – mein erster Tipp: “Postcard to Daddy”. Lohnt sich. Ein sehr eindringlicher, ehrlicher und mutiger KinoVersuch, über ein schmerzhaftes Trauma zu sprechen und dieses zu bewältigen.

Inga / ELSE-Jury

Der Teddy bebte!

Veröffentlich von nachtschicht am 14. Februar, 2009

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Die Teddy-After-Party im Haus der Kulturen der Welt rockte. So stand gestern Nacht nicht nur Peaches auf der Bühne, auch Joey Arias, Drag Queen aus New York, ließ es sich nicht nehmen, „whole lotta love“ ins Mikro zu schmettern. Der Saal bebte! Nur für das Teddy-Jury-Mitglied aus New York, Stephen Kent Jusick, war das wohl fast schon „normal“: „Well, I know her show and I know she´s fantastic!“ Auch Eike von Stuckenbruck, das junge Ausnahmetalent von BASE, der mit seiner Artistik noch kurz vorher das Publikum der Verleihung begeisterte, hatte sichtlich Spaß. Ernste Töne dagegen von John Hurt, der den dieses Jahr zum ersten Mal vergebenen Teddy für die beste darstellerische Leistung (An Englishman in New York) erhielt. Er sagte gegenüber der Siegessäule: „Um ehrlich zu sein, habe ich keine wirklich besondere Beziehung zur schwulen Filmszene. Zwar spielte ich bereits schon einmal 1975 Quentin Crisp und habe in zwei weiteren großen Kinofilmen, sowie einer Dokumentation zum Thema Homosexualität mitgewirkt, aber ich setze mich generell für Außenseiter und Minderheiten ein. Ich möchte der Welt zeigen, dass es keine Grenzen in der Vorstellung geben sollte, wie man sein Leben lebt!“ Dies bezieht der Star ebenso auf sein Schaffen in Theaterproduktionen: „In vielen meiner Rollen zeige ich, wie schwer es ist, ein unterdrücktes Leben führen zu müssen!“

mivo

Glamour! Berlinale Tag 1 / Lisa

Veröffentlich von berlinale am 6. Februar, 2009

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Berlin – man sagt Dir, du habest zu wenig davon. Doch das lässt dich kalt. Du wirfst den Kopf mit einer zackigen Bewegung in den Nacken, die Federboa lässig über die Schulter und eröffnest die 59. Internationalen Berliner Filmfestspiele. Und schon regnet es Glitzer über dem Potsdamer Platz. Auch wenn die Palmen fehlen – da ist er doch, für wenigstens 10 Tage: Der GLAMOUR!

Ein goldenes Händchen bewies Dieter Kosslick, als er sich für den Polit-Thriller “THE INTERNATIONAL” als Eröffnungsfilm entschied, der die mafiösen Machenschaften von Grossbanken im Globalisierungszeitalter thematisiert. Lieber Herr Festivaldirektor, das nenne ich in Zeiten des fast schon Unwortes Finanzkrise perfektes Timing. Mit einem starken, authentisch über die Ungerechtigkeiten der Welt empört wirkenden 3-Tage-Bart Clive Owen als engagiertem Interpol Agenten Salinger kommt Tom Tykwers “THE INTERNATIONAL” Dank des fulminanten Drehbuchs wie nahezu perfekte Unterhaltung daher. Auch wenn Naomi Watts als blonde Staatsanwältin auch nach einer – dann natürlich doch nicht tödlichen – Rolle über die Kühlerhaube noch chronisch frisch geföhnt aussieht, ist der Film ein Augenschmauss. Dabei ist er durchweg hochspannend inszeniert: nach zwei Stunden Händchen halten habe ich schweißnasse Hände. Schön daher die periodisch eingestreuten humorvollen Szenen, in denen der ganze Kinosaal von einer Welle der Entspannung ergriffen wird und für einen kurzen Moment laut auflacht. Wenig zu lachen gibt es sonst angesichts des komplexen, intriganten und eiskalten Handelsnetzwerkes um Millionenbeträge, Waffen und Macht. Letztlich: Macht über Schulden. Dabei bleibt kein Land verschont, alle stecken in diesem düsteren Szenario mit drin: China, Israel, die Türkei. Sogar im Innenhof einer Moschee in Istanbul wird gemordet. Dezent aber endgültig wird Armin Müller-Stahl als gealterte Stasi-Größe hier beseitigt. Allein “Niberia” ist ein fiktiver afrikanischer Phantasiestaat. Nach einer transnationalen Verfolgungsjagd mit Stationen (und Morden) im verregneten Berlin (symbolisiert nicht etwa durch den guten alten Fernsehturm, sondern durch eine Frontansicht des Berliner Hauptbahnhofs), New York, Lyon und Mailand (eindrucksvoll aus der Luft über der Piazza abgefilmt) dann der Action-Showdown im New Yorker Guggenheim Museum. Nach gefühlten zehn Minuten Geballer denke ich nicht nur “es reicht, Jungs” sonder hege auch erste Zweifel, ob der Drehort wirklich der Originalschauplatz war. Nein, erfahre ich später: Das Guggenheim wurde komplett – und täuschend echt – in Potsdam-Babelsberg nachgebaut.

Nach soviel Action verläuft der Rest des ersten Festivaltages eher geruhsam ab. Unser Jurytrupp holt sich die kiloschweren Programmhefte und obligatorischen Festivalaccessoires ab. Damit sind wir weitere sieben rote Punkte in Mitte. Danach basteln wir noch stundenlang an unserem Wochenplan. Wir puzzeln und schieben, alles nach dem Motto: Kino total!

Morgen (Freitag) kommt mit der “Welcome queer Academy- Teddy Propaganda Party” dann die erste offizielle Berlinale-Party dazu. Der Flyer verspricht “the best party for movie creators, movie lovers & party monsters”. Vielleicht sehen wir uns am Nolli, im Goya. Ein bisschen Glamour schadet nie…

Lisa Mackenrodt / Jurymitglied ELSE

Hat sie oder hat sie nicht?

Veröffentlich von Céline Robinet am 31. Oktober, 2008

1 Kommentar

Cher Jürgen,

erstens möchte ich Dir sagen, dass mir Euer Pornfilmfestival sehr gefallen hat. Sogar einige schöne Lesben-Pornos gab es da! Sonst werden lesbische Szenen oft nur von Männern für Männer gedreht, man braucht sich nur die riesigen langen roten scharfen Fingernägel der Schauspielerinnen ansehen. Glauben die Regisseure wirklich, dass Frauen sich gern die Klitoris mit scharfen Klingen betatschen lassen?
Und zweitens wollte ich dir auch sagen, dass Du, Jürgen, super süß bist.
Als Du bei der Fragerunde nach dem lesbischen Kurzfilm „Uniform“ mit wohlwollendem Blick und deiner unbefleckten Mütze auf dem Kopf die Regisseurin gefragt hast, ob sie der Meinung sei, dass die Sex-Szene authentisch wirke, weil Du als Schwuler keine Ahnung vom weiblichen Orgasmus hast, warst Du echt sexy.
Denn zu Deiner Überraschung endete der wilde Geschlechtsverkehr zwischen einer weisen Schwarzfahrerin und der schwarzen Kontrolleurin damit, dass die Durchgefickte in Tränen ausbrach.
Du hast recht, Jürgen, Frauen spritzen meistens nicht ab – ihr Ejakulat bleibt ein Sonderfall. Klar macht es das schwieriger, festzustellen, wann und ob sie kommt. C’est la vie. Also hier einige Tipps, falls Du künftig einen weiblichen Höhepunkt auf „Echtheit“ prüfen willst:
Für jeden echten weiblichen Orgasmus gibt es bestimmte Signale. Vor dem Höhepunkt beginnt ihre Nase zu laufen. Leicht. Ganz leicht. Die Haut zwischen den Brüsten wird zart Rot. Allmählich verhärten sich ihre Brustwarzen. Ihre Pupillen weiten sich. Ihr Atem wird schneller. Der Hals wird trocken. Sie schluckt. Und zuckt. Der große Zeh richtet sich auf! Erlöst bricht der Körper manchmal vor Freude in Tränen aus. Oui. Das kann kein Mensch vortäuschen. Bei mir fühlt sich das so stark an, dass ich glaube, ich könnte alles machen. Als wäre ich sogar im Stande Wasser zuzunähen. Natürlich kann ich das – ich brauche einfach nur die richtige Nadel.
Du siehst, cher Jürgen, das ist sehr einfach.

(Jürgen Brüning: Erfinder des Berliner Pornfilmfestivals)