Siegessaeule BlogSchwul-lesbischer Blog für Berlin und Deutschland

Einträge mit dem Stichwort: gender

Fresh air for all tits: Aktion im Görli

Veröffentlich von Céline Robinet am 20. Juli, 2009

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Das mit dem Wetter und den sekundären sexuellen Merkmalen ist so eine Sache. Gestern gab es im Görlitzer Park eine Demo “for the right of being topless without gender discrimination”. Denn als Frau möchte ich ja manchmal auch im Sommer bei der Hitze mein T-Shirt einfach so ausziehen dürfen, genauso wie alle anderen Männer auch. Alle? Eigentlich nicht ganz. Anscheinend darf ja nicht jeder seinen Körper freizügig zeigen (dicke Männer, zu behaarte Männer, Transgender ohne Brust-OP, usw.). Aber gestern gab es im Görlitzer Park auch eigentlich keinen Grund, sein T-Shirt einfach so ausziehen zu wollen. Es war kalt. Es kamen immerhin 40 Menschen hin.

Sobald die ersten Brustkörbe befreit wurden, kam die Polizei: die Brust durfte man zeigen, aber nicht das Transpi. Denn das Transpi wies auf eine vorbereitete Demo hin. Nun aber, ohne Anmeldung dürfe man nur spontane Demos machen. Doch vorbereitete Demos seien nicht spontan. Folgerichtig. Also wurde das Transpi als Decke für unser Picknick umgewandelt.

Jetzt frage ich mich: Warum gelten Sprüche auf T-Shirts gegen den Krieg in Irak oder für den Umweltschutz nicht als Demoparolen? Also warum wird nicht jede Gruppe von Freund_innen als vorbereitete Demo betrachtet, sobald eine_r ein Spruch-T-Shirt anhat? Ja, warum sind Gruppen von Freund_innen eigentlich nicht gesetzwidrig und sofort aufzulösen?

Vielleicht benutzen wir für unsere nächste spontane Demo T-Shirts statt Transpis. Wobei T-Shirts für eine Oben-Ohne-Demo sind auch doof.

i’m a fucking cyborg

Veröffentlich von Céline Robinet am 11. November, 2008

1 Kommentar

cher pat,
um seinen mund ist bart. seine lippen schauen still zu. den worten will er sich nicht nähern. noch nicht. hat er gesagt. er ist stärker als ich. hält meinen arm an meinem rücken. den zweiten auch. ich kann mich nicht wehren. zwang. leder. er ist stärker. als. ich. ausgeliefert. war. konnte. ich. nicht. mehr. atmen. seinen bart reibt er an meiner wange. belebt mich wieder. jedes haar, ein wunder. sowie seine stimme. durch testo erzeugt. tu m’excites, bébé. das kleinste haar, die muskeln, die haut, rauh und leicht gehagelt durch hormone. die natur ist verwirrt. kennt den neuen erfinder: spritzen. www unter meinen fingerspitzen. er ist übersinnlich. ein WeltWunderWerk habe ich gesagt. unerforschlich. unmöglichkeit in der härte dieser knochen. wichtig: er ist da. jetzt und nun. hält mich in seinen unerklärten armen. drückt. fester. atmet ruhig damit mein atem seinem folgt. chut, die sonst nur nachts anvertrauten worte. ganz der sanftheit zugewandt. die letzte, klägliche sanftheit. angerührt beobachte ich die in zeitlupe landenden flugzeuge, während er mich mit details überhäuft und die platte sauber macht, wo die forelle darauf war, mit spülmittel aus zitrone, so als hommage. ach und bitte mich mit watte lasieren und erstarren lassen, watte als fühlstoff, mit watte vollgestopfte schläge, voll und brechend wie auf den boden fallende geräusche.

hast du gemerkt, cher pat? schwule spielen bei SM nicht mit dem gender. das weibliche meine ich. top, sub, dom oder bottom ist jeder am männlichsten. normative power. dürfen die doch. bei heteros hingegen ist die frau hyperweiblich. als dies oder das gleicht sie sich dem ach jenem idealbild von weiblichkeit an. keine hinterfragung. die umkehrung ist hier undenkbar. der heterosexuelle bottom, ja, der wird manchmal zum weib. dienerin. hure. putzfrau. alles in allem: unterwürfig. im sinne vom patriarchat natürlich. aber lesben! lesben-frauen-trans, die da, die spielen alles. als sub oder top, anbei butch girl daddy boy stone fem und nicht. nichts festes im gender. und umgekehrt. die position im machtverhältnis hängt nicht von der performten rolle ab. sm-lesbians are fucking cyborgs.
(Pat Califia: Autor)