Die deutsche Künstlerin Sophie (Inga Busch) verliert ihre große Liebe Ai-Ling (Huan-Ru Ke)an einen ungeklärten Tod und beginnt den Verlust mit Hilfe einer Videoinstallation aus glücklicheren Tagen aufzuarbeiten.

Huan-Ru Ke spielt Ai-Ling
Bei der Premiere in Taipeh heftet sich die etwas seltsame und sehr aufdringliche Mei-li an ihre Fersen, die etwas anderes zu sein scheint als sie vorgibt. Sogar zurück in Hamburg hat Sophie keine Ruhe vor ihr.

Ting-Ting Hu spielt Mei-li
Die interessant verschachtelten Zeitebenen und die wunderschönen Bilder (vor allem aus Taiwan) täuschen jedoch leider nicht über einen großen Schwachpunkt der durchaus bewegenden Geschichte hinweg: Zu viel Geschichte(n) wollen hier erzählt werden, viel zu viel Ideen und bewusst gelegte falsche Fährten stecken darin, die das Publikum immer wieder daran erinnern, was hier erzählt werden soll.
„Eine Mischung aus dem Doppelgängermythos der deutschen Romantik und asiatischer Wiedergängersagen“, fasste es Monika Treut gestern abend selbst zusammen. Und verliert dabei leider ihre Figuren aus dem Blick. Oft genug übernehmen Bilder und Versatzstückchen vom Geschehen die Oberhand, die drei Frauen dagegen werden dem unterworfen. Anstatt sich die Geschichte sich aus den drei Charakteren entwickeln zu lassen, fesselt Monika Treut sie nicht selten an eine Dramaturgie, die für Dokumentarfilme sicherlich unerlässlich ist: Mit Abstand eine Logik zu finden und eine Struktur zu entwickeln, die erst dann eingefüllt wird.
Nichts desto trotz ist „Ghosted“ ein Film, der die Themen Verlust , Trauer und Verarbeitung einmal anders beleuchtet.
Noch zwei Fotos plus ein bisschen Info gibt es hier.
Simone