Fresh air for all tits: Aktion im Görli
Veröffentlich von Céline Robinet am 20. Juli, 2009
Das mit dem Wetter und den sekundären sexuellen Merkmalen ist so eine Sache. Gestern gab es im Görlitzer Park eine Demo “for the right of being topless without gender discrimination”. Denn als Frau möchte ich ja manchmal auch im Sommer bei der Hitze mein T-Shirt einfach so ausziehen dürfen, genauso wie alle anderen Männer auch. Alle? Eigentlich nicht ganz. Anscheinend darf ja nicht jeder seinen Körper freizügig zeigen (dicke Männer, zu behaarte Männer, Transgender ohne Brust-OP, usw.). Aber gestern gab es im Görlitzer Park auch eigentlich keinen Grund, sein T-Shirt einfach so ausziehen zu wollen. Es war kalt. Es kamen immerhin 40 Menschen hin.
Sobald die ersten Brustkörbe befreit wurden, kam die Polizei: die Brust durfte man zeigen, aber nicht das Transpi. Denn das Transpi wies auf eine vorbereitete Demo hin. Nun aber, ohne Anmeldung dürfe man nur spontane Demos machen. Doch vorbereitete Demos seien nicht spontan. Folgerichtig. Also wurde das Transpi als Decke für unser Picknick umgewandelt.
Jetzt frage ich mich: Warum gelten Sprüche auf T-Shirts gegen den Krieg in Irak oder für den Umweltschutz nicht als Demoparolen? Also warum wird nicht jede Gruppe von Freund_innen als vorbereitete Demo betrachtet, sobald eine_r ein Spruch-T-Shirt anhat? Ja, warum sind Gruppen von Freund_innen eigentlich nicht gesetzwidrig und sofort aufzulösen?
Vielleicht benutzen wir für unsere nächste spontane Demo T-Shirts statt Transpis. Wobei T-Shirts für eine Oben-Ohne-Demo sind auch doof.






