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Einträge mit dem Stichwort: L-Mag

Sexy Fleck – Teil 1

Veröffentlich von Céline Robinet am 6. Januar, 2009

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Chère Manuela,

Ich weiss, wer sie sind. Ich meine, die beiden auf dem Foto, das deinen (übrigens sehr guten) Artikel über Fisting in der Januar-Februar Ausgabe von L-Mag, dem bundesweiten Magazin für Lesben, illustriert. Ich werde es dir verraten, weil diese zwei schönen, aber ja schwarzen Flecke nicht zu erkennen sind. D’accord, das Foto dürfe nicht zu explizit sein, hast du mir erklärt. Verstehe. Mir geht es auch nicht darum, daran zu appellieren, in der L-Mag eine explizite Fisting-Szene zu zeigen. Falsches Medium. Aber ein bisschen menschliche Haut – auch im Schatten? (*kopfkratz*). Krass, wenn man an die schwulen Anzeigen in der Sieggesäule denkt, wie explizit diese sind. Ok, L-Mag lebt nicht einzig und allein von Werbung sondern muss sich als Kaufmagazin auf die LeserInnen einstellen – und diese könnten eine zu deutliche Abbildung von weiblicher Sexualität vielleicht ungern sehen. Vor allem verstehe ich, dass laut Gesetz auch Erwachsene nicht gegen ihren Willen von pornografischen Darstellungen Kenntnis nehmen müssen sollen (*kopfkratz**komische Grammatik hier*). Aber meiner Ansicht nach gibt es zahlreiche Abstufungen, Erotik zu zeigen, lange bevor wir bei Pornografie landen. Non? Ich weiss auch, dass HändlerInnen, wäre L-Mag generell zu sexy, das Heft leider falsch einschätzen und es in die Porno-Ecke stellen könnten. Wie es dem schwulen Kaufmagazin “Du & Ich” dummerweise oft passiert. Interessant hier, dass sich “Du & Ich” anscheinend damit abfindet. Genauso wie die französische schwullesbische Zeitschrift “Têtu”, die ausschliesslich muskulöse, oben ohne Gayboys als Cover zeigt und in rund 140 Ausgaben nur zweimal einer (bekleideten) Frau das Titelblatt zugestand – zuletzt im September 2008 war es Mylène Farmer, die sich mit weissem Schaum das Gesicht rasierte.

(Manuela Kay: Chefredakteurin von L-Mag)

Sexy Fleck – Teil 2

Veröffentlich von Céline Robinet am 6. Januar, 2009

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Chère Manuela,

in meinem letzten Eintrag habe ich vergessen, dir zu sagen, wer die zwei auf dem Foto sind, das deinen Artikel über Fisting in der Januar-Februar Ausgabe von L-Mag illustriert! Was ich diesbezüglich vorher aber auch noch sagen wollte: Dein Anliegen, nicht gegen die gesetzlichen Bestimmungen über Pornografie zu verstossen, sowie die Leserschaft nicht vor den Kopf zu stossen und die ZeitungshändlerInnen nicht für aufgeklärter zu halten als sie sind, kann ich gut verstehen. Darüber hinaus ist mir auch klar, dass der weibliche Körper in unserer patriarchalischen und heteronormativen Gesellschaft sei es in der Kunst, in der Werbung und überhaupt oft als rein (sexuelles) Objekt dargestellt, und obendrein häufiger benutzt, missbraucht, geschändet oder vergewaltigt wird. Und es stimmt, dass in der selbigen Gesellschaft die Sinnlichkeit des männlichen Körpers öfters geleugnet, ignoriert oder bestritten wird. Von daher ist die LGBTQI Community als gesellschaftlicher Gegenpol verständlicherweise dazu geneigt und auch dafür da, diese beiden Tendenzen umzukehren. Weiter so!
Aber mir scheint, dass wir uns leider nicht von den zu Unrecht herrschenden Mustern und Einstellungen befreien, indem wir als Gegen-Reaktion und aus Angst davor, von ihnen vereinnahmt zu werden, nur der Gegensatz derer sind. Dass wir uns dabei sogar von ihnen in gewisser Hinsicht ja bestimmen lassen. Stattdessen sollten wir alle Möglichkeiten, die wir haben (gesetzlich und vom Markt her), ausnutzen, um neue, klischeefreiere, genderübergreifende Bilder von Sexualität zu produzieren. Aber ich bin ziemlich zuversichtlich: alle gemeinsam schaffen wir das. Allein dein Artikel über Fisting beweist das. Gut. Jetzt verrate ich es dir: eine von den beiden Flecken auf dem Fisting-Foto bin ich.

(Manuela Kay: Chefredakteurin von L-Mag)