Gina Tonic mit einem Bericht für Siegessäule TV über die Initiative sexuelle Vielfalt in Berlin.
2 Millionen Euro stehen bereit, um Berlin auf allen Ebenen fit für Diversity in Hinblick auf Lesben, Schwule und Transgender zu machen. Das Video stammt von der Diskussion im Schwuz vom 17. Februar 2010, die Initiative legte im Mai 2010 los …
Einträge mit dem Stichwort: lesbisch
Zumindest die Kids sind All Right…
Veröffentlich von berlinale2010 am 17. Februar, 2010
Stunden Schlaf: 9,0h nachdem die Nacht davor aus circa 1,5h bestand
Kaffeedosis: nicht mehr zählbar
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Wenn man von einem Film zum nächsten rennt, verliert man irgendwann den Überblick. Ich habe kein Ahnung welcher Wochentag heute ist und wie lange die Berlinale jetzt schon läuft. In meiner Welt ist heute der “The Kids Are All Right” Tag. Gerade komme ich aus Lisa Cholodenkos neuem Film, der lange auf sich warten ließ und ich bin sehr froh ihn gesehen zu haben. Ein bisschen komme ich mir vor als wäre ich bei einem historischen Moment dabei gewesen. (Achtung, jetzt wird es richtig schlimm film-nerdig.) Wenn man sich den amerikanischen Mainstream Film so in Hinsicht auf lesbische Rollen betrachtet, fällt auf, dass die ersten paar Jahrzehnte das lesbisch sein auf der Leinwand vor allem durch Abwesenheit glänzt. Erst mit der beginnenden sexuellen Revolution und der politsch-emanzipatorischen Welle, die dieser folgte, kamen wir auf den Schirm. Von da an bis heute hat es sehr lange gedauert den üblichen Klischees zu entkommen und derer gab es so viele: Lesben sehen aus wie Kerle, sind sadistische bösartige Frauen. Lesben sind geisteskrank oder brauchen nur mal einen ordentlichen Penis, der sie zurück in die Realität vögelt. Lesbisch sein bedeutet unglücklich sein. Ein Film endet für sie nie gut. Wenn sie nicht sterben, werden sie bestraft, bleiben einsam oder werden verrückt.
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Klar gibt es seit den 80er Jahren auch endlich Bewegungen im Film, die dem entgegenwirkten und Lesben anders darstellten, doch leider ist bisher nicht allzu viel davon im Mainstream angekommen. Geschweige denn, dass ein Film solch eine Frau nicht nur durch ihre sexuelle Neigung charakterisieren würde, sondern als Mensch, der nebenbei auch Lesbe ist. Chodolenkos Film hat genau das getan. Es geht nicht um ein lesbisches Paar mit zwei Kindern, es geht um ein Paar. Und wie schwierig Beziehungen sind, egal welcher Art sie sind. Die Kinder sind aus der Retorte und im Zuge des Erwachsenwerdens wollen sie ihren Vater kennen lernen. Bisher wäre so ein Film wahrscheinlich so ausgegangen, dass eine der beiden lesbischen Frauen erkennt, dass ein Mann das einzig wahre ist und es hätte sich eine heterosexuelle “Normalkonstellation” gebildet. Die andere – die klassich unbelehrbare Lesbe – wäre bestraft worden mit Verlust.
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So ist es aber diesmal nicht. Homosexualität ist in diesem Film endlich nicht mehr das “schwache System”, niemand wird wegen seiner Neigungen bestraft, höchstens wegen seiner ihm/ihr angeborenen Idiotie. Homo und Heteros sind bei Cholodenko auf einer Ebene, einer menschlichen, wo alle gleich dumm, gleich verletzlich, gleich bedürftig sind. Dazu kommt noch, dass die Hauptakeure von Anette Bening und Julianne Moore gespielt werden, was nicht nur schön fürs Auge ist, sondern dem Film auch definitives Mainstreamappeal gibt. Es war wirklich eine Freude diesen Film zu sehen (zumal er einer von den zwei (!!) diesjährigen Filmen ist, die mich als lesbische Frau überhaupt repräsentieren. Und auch wenn ich inzwischen wie ein Zombie über die Berlinale stolpere – wenigstens die Kids sind All Right…
Beatrice
Wir wollen wissen: Wo fühlt ihr euch bedroht, wo fühlt ihr euch sicher?
Hat die Gewalt gegen Schwule, Lesben und Transgender deiner Meinung nach zugenommen?
In welchem Kiez lebt es sich deiner Meinung nach sicher und in welchem unsicherer?
Deine Meinung ist gefragt! In der November Siegessäule gibt es dann ein Schwerpunktthema dazu.
foto: rs/pixelio.de
Dafür hatten wir (noch) nicht gekämpft. Oder?
Veröffentlich von Céline Robinet am 15. Juni, 2009
Chère Merete Laubjerg,
im Mai haben Sie eine Studie am dänischen Institut für Gesundheit vorgestellt und im “Scandinavian Journal of Public Health” veröffentlicht. Laut dieser Studie leiden Kinder, die von der lesbischen Partnerin ihrer Mutter adoptiert wurden, also von zwei Frauen groß gezogen werden, weniger an psychischen Störungen als andere Kinder.
Nun wird es für Kinder noch einfacher sein, glücklich zu werden, weil es für Lesben einfacher wird, Schwanger zu werden: letzten Freitag hat das spanische Reisebüro Rainbow Tourism, das auf ein homosexuelles Publikum spezialisiert ist, sein neues Angebot vorgestellt: “Fértil relax”.
Das Urlaubspaket ”Fértil relax” lautet: eine Woche entspannten Urlaub an der Costa Blanca inkl. glücklicher Befruchtung.
“Fértil relax” ist das Ergebnis eines Abkommens zwischen Rainbow Tourism und dem Instituto Bernabeu, einer Befruchtungsklinik in Madrid.
Anscheinend ist Spanien schon seit Jahren eines der beliebtesten Reiseziele europäischer Paare, die gern Eltern werden möchten aber es auf traditionellen Wegen nicht schaffen. Das Instituto Bernabeu behandelt bereits so viele Frauen aus dem Ausland (im vergangenen Jahr waren es 400, davon 200 aus Deutschland), dass es sich auf der Internetseite gleich auf Deutsch präsentiert. Bald wird man vielleicht, wenn man sich dort künstlich befruchten läßt, deutsche Zeitungen lesen können und Brötchen zum Frühstück bekommen - wie auf Mallorca.
Turismo Reproductivo hieße das. Reproduktionstourismus. Hier ein Artikel der Berliner Zeitung über das Thema.
Schade eigentlich, dass ich keine Kinder möchte, ich wollte immer nach Spanien!
(A propo Eltern: Thomas Beattie hat gerade sein 2. Kind zur Welt gebracht)
(Merete Laubjerg: Forscherin an der Universität Kopenhagen)
… so nennen die Züricher ihr Altstadtviertel …
Ab Freitag Abend bin ich vor Ort als einer von 100.000 erwarteten Schwulen und Lesben:
Andreas Hergeth, Chefredakteur des schwulen Magazins DU&ICH.
Bis dann!
Chère Antje,
wie schön, dass du dir mal vorgenommen hattest, einige Geschichten des amerikanischen Autors Pat Califia ins Deutsche zu übersetzen. Du und deine co-Übersetzerin Manuela Lachmann hattet bestimmt viel Spass dabei! Jetzt stehen den deutsch und kein englisch sprechenden oder lieber auf deusch lesenden LeserInnen fünf Erzählungen (gesammelt im Buch Frauen und andere Raubtiere) zur Verfügung.
Dildos als Gummi-Hot-Dogs, Finger, die schneller aus dem Blick verschwinden als die einer Vanilla-Lesbe aus der ängstlichen Rosette ihrer Freundin, in der sie gerade auf ein bisschen Scheisse gestossen ist, Möse, die sich gegen die Jeansnaht presst, so wie eine Katze sich ans Bein schmiegt, wenn sie einem klarmachen will, dass es Zeit furs Frühstück ist. Neben seiner Fähigkeit, Erotik literarisch zu verarbeiten, schätze ich an Pat Califia seine Metaphern. Nun weiss ich auch, warum Muschis Muschis heissen.
Nur eine Sache verstehe ich nicht: wieso wird der als transgender Mann lebende Patrick Califia immer wieder als “sie” dargestellt?
(Antje Wagner: Autorin und Übersetzerin)
Cher Gott,
wenn ich gross bin, möchte ich keine Barbie Puppe werden.
Neulich habe ich einen kleinen Artikel über die Dame geschrieben und da habe ich bei Mattel nachgefragt, ob es irgendwann mal auch eine lesbische Barbie geben könnte*. Die Pressesprecherin hat die Frage nicht verstanden. “Was soll das heissen?” “Wo kommt diese Frage her?” “Barbie ist und bleibt ein Spielzeug für Kinder, ihre Sexualität hat hier gar nichts zu suchen.” – Erstens: interessant, dass eine homosexuelle Puppe auf ihre Sexualität reduziert wird. Zweitens, ach so, ich dachte, dass Barbie und Ken mal zusammen waren. “Nein, Ken ist nur ein Freund! Ausserdem ist Barbie jetzt wieder single”. – Hm. “Und wie sollte überhaupt so eine Puppe aussehen? Z.B. Barbie hat eine behinderte Freundin im Rohlstuhl, ja, da ist dann klar, wie man sie darstellt, oder es gibt auch schwarze Barbies, aber wie soll man klar machen, dass eine Barbie lesbisch ist?” Na z.B., cher Dieu: 1961 wurden Fernsehspots ausgestrahlt, in denen berichtet wurde, wie Barbie und Ken sich kennenlernten. 2004 – nach 43 Jahren Beziehung – gab Mattel bekannt, dass die beiden Puppen sich offiziell getrennt hatten. Am Valentinstag. Also jetzt könnte die Firma bekannt geben, dass Barbie sich in eine ihrer zahlreichen Freundinnen verliebt hat?
Ah, ich glaube, ich habe’s! Vielleicht hätte Mattel Angst davor, dass alle Mädchen dann lesbisch werden? Erstens: wieso würden alle Mädchen lesbisch werden, nur indem sie mit einer lesbischen Puppe spielen? (Sind etwa alle Mädchen, die mit hetero Puppen gespielt haben, auch alle hetero geworden?) Und zweitens: selbst wenn sie es würden: was wäre schlimm daran? (Drittens: nicht nur Mädchen spielen mit Barbie Puppen.)
* oder eine schwule Barbie. Oder eine transgender Barbie. Oder so. Aber das habe ich nicht gefragt.
Sex im Alter: Im Osten was Neues
Veröffentlich von Céline Robinet am 19. Februar, 2009
Chère Virginie,
weisst Du noch, wie ich Dich einmal fragte, ob Du nicht Lust hättest, einen lesbischen Porno zu drehen, weil die Welt und nicht zuletzt Lesben mehr Bilder von lesbischer Erotik bräuchten?
Und was würdest Du von einem Senioren-Porno halten?

Als letztes Jahr der deutsche Filmregisseur Andreas Dresen mit « Wolke 9 » die Liebesgeschichte und bei der Gelegenheit eine sehr schöne Sex-Szene zwischen zwei Mitte 60-Jährigen auf die Leinwand brachte, war hierzulande die Rede vom Tabubruch. In Japan haben die Porno-Produzenten diese Marktlücke schon längst entdeckt. In den letzten zehn Jahren wurden Tausende von diesen Streifen gedreht. Kein Wunder, denn im Jahr 2025 wird im Land der aufgehenden Sonne 27 % der Bevölkerung älter als 60. Nun überlegen sich die Produktionsfirmen, ob sie ihre Filme nicht direkt in den Altersheimen verkaufen sollten.
Statt Karten zu spielen, spielen jetzt japanische Rentner in X-Filmen. Z.B. Shigeo Tokuda. Seit Shigeo in Rente ist, ist der 74-Jährige in mehr als 350 Pornos zu bewundern. z.B. in « Maniac Training of Lolitas » (2004) oder « Forbidden Elderly Care » (2006). Ja, klar, leider sind die weiblichen Darstellerinnen in diesen Produktionen oft keine älteren Damen. Shigeo erzählte der Zeitschrift Times, dass Männer seiner Generation sich nicht mit Schul-Dramen identifizieren können, viel lieber würden sie sich aber Geschichten wie « ein älterer Mann trifft auf seine Schwiegertochter » angucken.
Ach, Virginie, jetzt müssen wir Lesben nicht nur lesbische sondern auch Senioren-Pornos machen!
Na ja, was ich Dir sagen wollte: ich habe es gemacht. Ich meine, ich habe in einem lesbischen queeren Porno mitgespielt. Von Emily Jouvet dem neuen. Er heisst: « Underground Paris to Berlin ». Und das war verdammt nicht so leicht, wie ich dachte. Mais rien de rien, non je ne regrette rien. Hoffentlich gefällt er Dir!
(Virginie Despentes: Schriftstellerin und Filmemacherin)
Das war mein erster Film heute. Kurz nach neun Uhr morgens. Kurz nach neun erwischt einen ziemlich viel, aber ich glaube, der Film hätte ungefähr die gleiche Wirkung abends um acht. Sie stehen gesellschaftlich auf zwei völlig anderen Seiten: Lala, die Tochter gutsituierter Eltern in Argentinien und Guayi, das Hausmädchen aus Paraguay. Nichts desto trotz träumen sie von einem gemeinsamen Leben. Dort, wo Guayi aufgewachsen ist, wollen sie sich ein Haus am See bauen. Das nötige Geld besorgen sie sich durch kleine und größere Diebstähle vor Ort. Doch dann kommt ihnen die Realität dazwischen in Form von herrschenden Strukturen. Guayi weiß nur eine Reaktion: Den Begehrlichkeiten aller nachgeben, die höher gestellt sind als sie. Lala dagegen entschließt sich zu einem weitaus tragischeren Schritt und alles nimmt seinen Lauf. Eine Mischung aus Liebesgeschichte, Drama, unterschwelligen Krimianklängen und Roadmovie hat Lucía Puenzo in der Verfilmung ihres gleichnamigen Romanes geschaffen. Viel geschieht, viel ist bereits geschehen und beeinflusst den Weg der beiden jungen Frauen dramatisch. Und doch hat es etwas unbeschreiblich Romantisches, wenn Lala, trotz allem, die einzige ist, die bereit ist für Guyani Opfer zu bringen. Fast alle anderen haben immer nur genommen. „Ich werde dich verletzen“, warnt Guayi , „Das wird nicht gut gehen“, ein Freund der beiden Lala. Ihre einzige Antwort: „Das ist mir egal“. Denn sie kämpft für etwas, das größer ist, als das eigene Wohlbefinden: die Liebe.
Also: durchaus sehenswert!
Simone
Sa, 07.02. 13:00 CinemaxX 7, So, 08.02. 17:00 Cubix 9, Sa, 14.02. 22:30 Cubix 7 & 8
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