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Einträge mit dem Stichwort: Porno

Sex im Alter: Im Osten was Neues

Veröffentlich von Céline Robinet am 19. Februar, 2009

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Chère Virginie,

weisst Du noch, wie ich Dich einmal fragte, ob Du nicht Lust hättest, einen lesbischen Porno zu drehen, weil die Welt und nicht zuletzt Lesben mehr Bilder von lesbischer Erotik bräuchten?

Und was würdest Du von einem Senioren-Porno halten?


Als letztes Jahr der deutsche Filmregisseur Andreas Dresen mit « Wolke 9 » die Liebesgeschichte und bei der Gelegenheit eine sehr schöne Sex-Szene zwischen zwei Mitte 60-Jährigen auf die Leinwand brachte, war hierzulande die Rede vom Tabubruch. In Japan haben die Porno-Produzenten diese Marktlücke schon längst entdeckt. In den letzten zehn Jahren wurden Tausende von diesen Streifen gedreht. Kein Wunder, denn im Jahr 2025 wird im Land der aufgehenden Sonne 27 % der Bevölkerung älter als 60. Nun überlegen sich die Produktionsfirmen, ob sie ihre Filme nicht direkt in den Altersheimen verkaufen sollten.
Statt Karten zu spielen, spielen jetzt japanische Rentner in X-Filmen. Z.B. Shigeo Tokuda. Seit Shigeo in Rente ist, ist der 74-Jährige in mehr als 350 Pornos zu bewundern. z.B. in « Maniac Training of Lolitas » (2004) oder « Forbidden Elderly Care » (2006). Ja, klar, leider sind die weiblichen Darstellerinnen in diesen Produktionen oft keine älteren Damen. Shigeo erzählte der Zeitschrift Times, dass Männer seiner Generation sich nicht mit Schul-Dramen identifizieren können, viel lieber würden sie sich aber Geschichten wie « ein älterer Mann trifft auf seine Schwiegertochter » angucken.
Ach, Virginie, jetzt müssen wir Lesben nicht nur lesbische sondern auch Senioren-Pornos machen!

Stern Video Report

Na ja, was ich Dir sagen wollte: ich habe es gemacht. Ich meine, ich habe in einem lesbischen queeren Porno mitgespielt. Von Emily Jouvet dem neuen. Er heisst: « Underground Paris to Berlin ». Und das war verdammt nicht so leicht, wie ich dachte. Mais rien de rien, non je ne regrette rien. Hoffentlich gefällt er Dir!

(Virginie Despentes: Schriftstellerin und Filmemacherin)

Hat sie oder hat sie nicht?

Veröffentlich von Céline Robinet am 31. Oktober, 2008

1 Kommentar

Cher Jürgen,

erstens möchte ich Dir sagen, dass mir Euer Pornfilmfestival sehr gefallen hat. Sogar einige schöne Lesben-Pornos gab es da! Sonst werden lesbische Szenen oft nur von Männern für Männer gedreht, man braucht sich nur die riesigen langen roten scharfen Fingernägel der Schauspielerinnen ansehen. Glauben die Regisseure wirklich, dass Frauen sich gern die Klitoris mit scharfen Klingen betatschen lassen?
Und zweitens wollte ich dir auch sagen, dass Du, Jürgen, super süß bist.
Als Du bei der Fragerunde nach dem lesbischen Kurzfilm „Uniform“ mit wohlwollendem Blick und deiner unbefleckten Mütze auf dem Kopf die Regisseurin gefragt hast, ob sie der Meinung sei, dass die Sex-Szene authentisch wirke, weil Du als Schwuler keine Ahnung vom weiblichen Orgasmus hast, warst Du echt sexy.
Denn zu Deiner Überraschung endete der wilde Geschlechtsverkehr zwischen einer weisen Schwarzfahrerin und der schwarzen Kontrolleurin damit, dass die Durchgefickte in Tränen ausbrach.
Du hast recht, Jürgen, Frauen spritzen meistens nicht ab – ihr Ejakulat bleibt ein Sonderfall. Klar macht es das schwieriger, festzustellen, wann und ob sie kommt. C’est la vie. Also hier einige Tipps, falls Du künftig einen weiblichen Höhepunkt auf „Echtheit“ prüfen willst:
Für jeden echten weiblichen Orgasmus gibt es bestimmte Signale. Vor dem Höhepunkt beginnt ihre Nase zu laufen. Leicht. Ganz leicht. Die Haut zwischen den Brüsten wird zart Rot. Allmählich verhärten sich ihre Brustwarzen. Ihre Pupillen weiten sich. Ihr Atem wird schneller. Der Hals wird trocken. Sie schluckt. Und zuckt. Der große Zeh richtet sich auf! Erlöst bricht der Körper manchmal vor Freude in Tränen aus. Oui. Das kann kein Mensch vortäuschen. Bei mir fühlt sich das so stark an, dass ich glaube, ich könnte alles machen. Als wäre ich sogar im Stande Wasser zuzunähen. Natürlich kann ich das – ich brauche einfach nur die richtige Nadel.
Du siehst, cher Jürgen, das ist sehr einfach.

(Jürgen Brüning: Erfinder des Berliner Pornfilmfestivals)