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Einträge mit dem Stichwort: queer

Wie kommt das Baby in die Lesbe?

Veröffentlich von Katharina Runge am 5. September, 2011

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Ich denke es ist die schwerste Frage. Wenn man auch nur den Hauch einer Entscheidungsfindungsstörung hat, kann an ihr alles scheitern. Und diese Frage ist, wie ich finde, echt schwer zu beantworten: Wie kommt frau zum Samen? Samenbank? Samenspende von einem zwar bekannten Mann, der aber im Leben des Kindes und der Mütter keine Rolle spielen soll? Samenspende von einem Freund? Großfamilie im Wohnprojekt mit zwei Vätern und zwei Müttern? Oder der Vater als gelegentlicher onkelhafter Besucher?

Alles hat definitiv seine Vor- und Nachteile. Anonyme Samenspende ist gut, denn man geht möglichen zwischenmenschlichen Problemen geschickt aus dem Weg. Doch über dieser Methode hängt die große Moral-Keule: Das Kind muss die Möglichkeit haben, seine Wurzeln zu finden. Für die Identitätsbildung soll das sehr wichtig sein. Aber ist dem Kind geholfen, wenn es seinem Vater nur unter dem Stress des großen Widerwillens seiner Mutter begegnen kann? Dieses Problem ist ja schon bei den ganz „natürlichen“ heterosexuell gezeugten Kindern häufig: Aus großer Zuneigung wird großer Hass und das Kind sitzt zwischen den Stühlen. Wenn eine Frau mit einem Mann ein Kind zeugt, ohne eine Liebesbeziehung zu haben, wird es sicher nicht weniger kompliziert. Man kennt sich vielleicht fast gar nicht und weiß nie, wie sich die Gefühle in dieser fragilen Konstellation entwickeln. Da werden Vereinbarungen getroffen, wie oft, und in welcher Form der Vater das Kind sehen soll und am Ende kommt alles ganz anders. Oder man entschließt sich zur Großfamilie – aber Beziehungen sind ja schon zu zweit komplizierte Gebilde …

Für mich war die Frage, wie ich zum Kind komme, so schwierig, dass ich mir Mühe gab, möglichst wenig darüber nachzudenken. Eine Samenspende konnte ich mir nicht vorstellen. Für mich war klar, dass ich den Vater meines Kindes kennen muss und dass er mir möglichst sympathisch sein sollte. Ein Kind bekommen ist eine intime Angelegenheit – wir sprechen ja schließlich immer noch vom Austausch von Körpersäften, wenn auch einseitig. Außerdem werden mich möglicherweise bald seine Augen ansehen. Ich wollte einfach wissen, wer der Spender ist. Mehr hatte ich mir nicht überlegt und entsprechend unkompliziert war es. Niemals zuvor oder danach habe ich mich so intensiv und so sicher von meinem Bauchgefühl leiten lassen.

Einer unserer Freunde hatte, als wir von unserem Kinderwunsch erzählten, sofort den Finger gehoben. Als unsere Pläne konkret wurden, war die Sache beschlossen. Gesundheitszeugnisse und Spermatogramm bekamen wir ungefragt. Eigentlich war mir beides nicht so wichtig. Ein Gesundheitszeugnis ist beruhigend, aber ohne das gute Gefühl vertrauen zu können ist es wertlos. Ich hätte diesen Mann nicht als Vater meines Kindes ausgesucht, wenn ich ihn nicht gut genug gekannt hätte, um darauf zu vertrauen, dass er mich nicht ins offene Messer laufen lässt. Sein Spermatogramm hatte mich am allerwenigsten interessiert, denn auch wenn seine Spermien etwas lahm sein sollten – wenn es so sein soll, klappt es und wenn nicht, dann nicht.  So dachte ich mir das.

GEIL: der neue Man’s Style?

Veröffentlich von Egbert am 10. Juni, 2009

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Hello possums,

nun möchte ich doch bitte etwas richtig stellen bezüglich meines Kommentars zum Homoehe-Artikel im Magazin der Süddeutschen Zeitung. Manchmal wünsche ich mir, dass die Reden der Leute (auch meine eigenen) durch Untertitel ergänzt würden … es interessiert mich, at the end of the day, letztendlich nicht, ob ich verstanden werde, Hauptsache: Ich möchte auf keinen Fall missverstanden werden!

Nein, ich habe nichts gegen die Homoehe, ich bin (wenn auch aus praktischen, nicht aus emotional-sentimentalen) Gründen dafür, und ich habe auch nichts gegen ältere Schwule (und die beiden knutschenden Opis auf dem Cover fand ich cool – bei deren Anblick beteten sicher so einige Heten die Kloschüssel an!) – Herrgottnochmal, ich bin selbst einer, Kinder, ich war schließlich bei der Arbeit an den Pyramiden dabei! Waren schwierige Zeiten! Dunkel traumatisiert erinnere ich mich auch noch an die Anfertigung eines Goldcolliers für Montezuma! Dies nur dazu. Und jetzt bin ich in Eile, ich habe eine Verabredung mit meiner Bewährungshelferin, dennoch kurz ein Hinweis auf ein weiteres Dafür-haben-wir-nicht-gekämpft-Erlebnis.

Neulich beim Zeitschriftenhändler meines Vertrauens entdeckte ich die erste Ausgabe von GEIL MAGAZINE (5 Euro halbjährlich). Da greift man als Magazin-Junkie doch gleich zu!

“The New International Man´s Style Magazine” kommt aus der Danzigerstrasse 153 in 10407 Berlin. Spricht man dort kein deutsches Wort mehr?! Das ganze Heft ist auf Englisch und tönt, um sich vorzustellen, aufgeblasen-blumig: “Geil Magazine is an entirely new magazine concept for the German market – a fashion magazine for men including features on grooming, art, shopping, interesting gadgets, travel and lifestyle for the mature and modern man” Possums, wann habt Ihr das letzte (zum letzten) Mal einen reifen und modernen Mann getroffen?! Und warum nennt sich dieses ultraschwule (aber diesbezüglich voll verklemmte) Heft  GEIL?  “Geil also because the act of speaking a new language makes possible the performance of a new personality, a new person with new possibilities, in the same way that even the sound of a speaker´s voice alters in shaping sounds that are not present in another tongue. Geil Magazine is about new possibilities, and a visual language through which men´s fashion has a new emotion: GEIL!”

Harter Tobak! Und im Reiseteil wird, naturally, Berlin gehypt zu “Europe´s Capitol of Cool” und: “Europe´s most vibrant and cosmopolitan place to visit”. Wir lieben ja unser Berlin, aber – liebe Geil-Schwestern, schon mal in London oder Paris gewesen? So klappt das nicht! Für Fashionistas jeglicher Couleur bleibt die Bibel deshalb immer noch L´UOMO VOGUE, gut ist auch WING. aus Amsterdam, das nennt sich dann gleich erfrischend “global queer culture”  im Untertitel. So geht´s halt auch …

Kein Aprilscherz!

Veröffentlich von nachtschicht am 2. April, 2009

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Der Tresor mag zwar seit seinem Umzug nicht mehr der alte sein und auch generell nicht unbedingt als eine DER Locations der Community gelten, aber wie sich inzwischen gezeigt hat: Veränderungen sind nicht immer schlecht! Der „neue“ queere Bonito House Club zum Beispiel mausert sich ernsthaft zu einer schwul-lesbischen Alternative zum Feiern gehen und Spaß haben an einem Mittwochabend. Am 1. April spielten hier unter anderen Miss Italia und Liquid Sky. Es war – für unter der Woche – ziemlich gut besucht und tatsächlich überwiegend queer. Nicht nur musikalisch unterscheidet sich die für uns gleichgeschlechtlich Orientierten dieses Konzept vom „ordinären“ Bonito House Club. Die Veranstalter geben sich wirklich Mühe, auch mit Deko, Türpolitik und eben den Künstlern selbst, explizit das Homosexuelle Publikum anzusprechen. Und das gelingt ihnen auch mehr und mehr. So ist ein Großteil der Mitfeiernden nicht aus dem Berliner Speckgürtel angereist und eine Vielzahl der Gäste könnte sich durchaus auch im Schwuz und im GMF an der Theke einen Cocktail bestellen oder dort die Tanzfläche beleben. Alles in Allem scheint sich das Konzept langsam aber stetig durchzusetzen. Weiter so…
mivo

Fantasiereich

Veröffentlich von Céline Robinet am 12. März, 2009

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Chère Sappho,

neulich nahm ich an einem Sonntag Nachmittag bei Kaffee und Kuchen an einer Talk-About-Sex-Lounge teil. Thema: queere Sexparties. D.h. welche, auf der alle Menschen, egal welcher Geschlechtszuteilung, Gender-Identität, und sexuellen Orientierung queeren Sex haben können.

Queerer Sex? Na z.B. wenn zwei Lesben schwulen Sex haben. Oder wenn eine weiblich identifizierte biologische Frau mit einem Transmann keinen heterosexuellen Geschlechtsverkehr hat. Denn im Grunde ist es auch egal, wer mit wem Sex hat, vieles findet ja im Kopf statt. Nur, mir ist aufgefallen, dass wenig Menschen sich vorstellen, lesbischen Sex zu haben. (Ausser vielleicht hetero Frauen bei der Sache mit dem Freund?). Aber Schwule? Ich kenne unheimlich viele Lesben (oder so), die sich schwule Pornos angucken, schwule Fantasien haben und/oder schwul vögeln. Doch kennt jemand Schwule, die lesbischen Sex haben oder davon fantasieren?

Vielleicht wird es eines Tages dann wirklich queer sein, wenn zwei Lesben miteinander ficken und sich dabei vorstellen, sie hätten lesbischen Sex.

(Sappho: antike griechische Dichterin)